A.T.U

04.12.13
Finanzierungen

A.T.U verschiebt Kupontermin

Am vergangenen Montag hätte die angeschlagene Werkstattkette A.T.U satte 25 Millionen Euro an die Senior-Gläubiger überweisen müssen. Hätte – denn die Weidener nutzen einen 30-tägigen Aufschub, um sich mit den Gläubigern zu einigen.

Beobachter von A.T.U fieberten schon auf den 2. Dezember hin, denn an diesem Termin müsste die klamme Werkstattkette eigentlich eine Kuponzahlung von 25 Millionen Euro an die Seniorgläubiger auskehren. Experten rechneten damit, dass bis dahin eine Lösung für die Finanzmisere gefunden sein würde. Allerdings wurde jetzt bekannt, dass die Kette einen 30-tägigen Aufschub („Grace Period“) nutzt, um sich mit den Gläubigern zu einigen. „Als Bestandteil der finanziellen Restrukturierung von A.T.U haben sich die größten Gläubiger, die rund 80 Prozent des Senior Bonds repräsentieren, auf eine Vereinbarung zur Stundung der Zinszahlung geeinigt und damit zugestimmt, dass der Coupon nicht zum 2.12. gezahlt wird“, heißt es in einer Erklärung des Unternehmens. Die Aussetzung der Zinszahlung stehe in Einklang mit den Anleihebedingungen des Senior Bonds.

Bis zum 1. Januar läuft die Frist, was heiße Weihnachten für das Unternehmen und die involvierten Berater bedeuten könnte. Aus Unternehmenskreisen erfuhr FINANCE, dass die Verhandlungen „im Endspurt“ sind. Bereits in den nächsten Tagen könnte eine Lösung kommuniziert werden.

A.T.U steht damit vor einem umfassenden Umbau der Passivseite. Dabei werden vorrangig besicherte Bondholder um den PE-Fonds Centerbridge und die Investmentbank Goldman Sachs voraussichtlich auf Forderungen verzichten und die Anteile vom bisherigen Eigentümer Kohlberg Kravis Roberts & Co. (KKR) übernehmen. KKR berät verschiedene investierte Fonds. Die Investoren der nachrangigen Anleihe über 150 Millionen Euro aus dem Jahr 2004 sollen leer ausgehen, KKR soll zumindest eine kleine Abfindung erhalten. Gerade darüber könnte sich wegen der Ungleichbehandlung ein Streit entfachen. Dass der nachrangige Bond in Mitleidenschaft gezogen würde, war allerdings bereits nach schwachen Geschäftszahlen und einer Ratingherabstufung im März absehbar. Eine Insolvenz oder ein Schutzschirmverfahren wollen die Weidener unbedingt vermeiden, um das Geschäft nicht weiter in Mitleidenschaft zu ziehen.

markus.dentz[at]finance-magazin.de