Im Januar hat A.T.U einen Kraftakt hinter sich gebracht: Die Bilanz wurde deutlich entschuldet, Investoren rund um die Hedgefonds Centerbridge haben die Werkstattkette übernommen.

A.T.U.

28.02.14
Finanzierungen

A.T.U: Zweifel am Turnaround

Die Werkstattkette A.T.U hat die finanzielle Restrukturierung unter Dach und Fach gebracht. Doch auch nach dem Kraftakt mehren sich die kritischen Stimmen, die am langfristigen Überleben zweifeln. Die Werkstattkette steuert jetzt mit einem drastischen Sparprogramm entgegen.

Im Januar hat A.T.U einen Kraftakt hinter sich gebracht: Die Bilanz wurde deutlich entschuldet, Investoren rund um den Hedgefonds Centerbridge haben die Werkstattkette übernommen. Allerdings wird der erhoffte operative Turnaround wohl noch eine ganze Weile auf sich warten lassen – wenn er denn überhaupt kommt.  „Die letzten Zahlen, die kürzlich berichtet wurden, fielen schlechter aus als erwartet“, heißt es in der Londoner Investoren-Community. So liegen die Ebitda-Ergebnisse offenbar bereits deutlich unter der Planung. Problematisch dürfte – einmal mehr – der extrem milde Winter sein. Bei den untypisch hohen Temperaturen hielt sich der Verkauf von Winterreifen in Grenzen, der ein nicht unerheblicher Umsatzbringer ist.

Die schwachen Ergebnisse haben direkte Konsequenzen für die Vorzugsaktien, die den Anleihegläubigern als Kompensation für den weitgehenden Verzicht zugeteilt wurden. „Die alten Bonds haben jetzt als Preference Shares nur noch ein Wert von etwa 12 Prozent“, schätzt ein Londoner Investor.

A.T.U: 900 Mitarbeiter sollen gehen

Die Werkstattkette will jetzt offenbar mit aller Macht gegen die schwache Entwicklung steuern. In den kommenden drei Monaten sollen rund 900 Stellen wegfallen – auch in der Zentrale im oberpfälzischen Weiden. Weitere Filialschließungen stehen im Raum, hohe Mieten drücken offenbar immer noch auf die Rendite. Momentan arbeiten in 650 Filialen rund 12.000 Mitarbeiter.

Bereits im Dezember hatte A.T.U angekündigt, die Schuldenlast des Unternehmens um mehr als 600 Millionen Euro zu senken. Gleichzeitig erhielt das Unternehmen frisches Kapital in Höhe von mehr als 100 Millionen Euro sowie zusätzliche Kreditlinien über 75 Millionen Euro. Der Fonds Centerbridge sowie von Goldmans Sachs gemanagte Fonds und der Fonds Babson übernahmen die Kontrolle.

markus.dentz[at]finance-magazin.de

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