Der Stromkonzern Axpo will Windreich auf 7,2 Millionen Euro verklagen - Die Anteile am Windpark in der Nordsee seien zu teuer gewesen.

Jan Oelker

13.03.14
Finanzierungen

Axpo: Millionenklage gegen Windreich

Schlechte Nachricht für die Windreich-Gläubiger: Der Schweizer Stromkonzern Axpo versucht einen Schadensersatz von 7,2 Millionen Euro zu erkämpfen – und reiht sich damit in eine lange Schlange vermeintlich Geschädigter ein.

Die Forderungen gegen den insolventen Windparkbetreiber Windreich werden immer umfangreicher: Der Schweizer Stromkonzern Axpo hat Windreich auf Schadensersatz verklagt, die Streitsumme beläuft sich auf 7,2 Millionen Euro. Hintergrund ist der Kaufpreis, den Axpo für Anteile am Windpark Global Tech 1 gezahlt hat. 2009 zahlte der Stromkonzern 52 Millionen Franken für rund ein Viertel der Anteile an dem Großprojekt von Windreich in der Nordsee. Insgesamt hat Axpo inzwischen 200 Millionen Franken in den Windpark investiert.

Angesichts der Insolvenz von Windreich fühlt sich Axpo nun hinters Licht geführt: „Unsere Mandantin hätte bei Kenntnis dieser Umstände keinesfalls den vereinbarten Kaufpreis für ihre Beteiligung entrichtet”, erklärt die Anwaltskanzlei des Klägers. Abschreibungen auf die Beteiligungen an Global Tech 1 habe man bisher aber nicht vornehmen müssen, räumte Axpo ein.

Windreich schuldet Gläubigern 300 Millionen Euro

Dass zwischen der Klage und der Insolvenz ein halbes Jahr liegt und seit dem Einstieg bei Global Tech 1 sogar schon fast fünf Jahre vergangen sind, mindert die Wucht der Klage aus der Schweiz. Doch auch Axpo reiht sich damit in die lange Reihe jener ein,  die Forderungen gegen das insolvente Windreich erheben.

Windreich-Gläubiger haben bisher Forderungen über rund 300 Millionen Euro angemeldet, davon entfallen 125 Millionen auf die Anleihezeichner und 180 Millionen auf alle anderen Gläubiger, an vorderster Front die Schweizer Bank Sarasin, die langjährige Hausbank von Windreich. Derweil glaubt Windreich-Gründer Willi Balz immer noch daran, sein Lebenswerk retten und nach Abschluss des Insolvenzverfahrens wieder eine prägende Rolle bei Windreich einnehmen zu können. Dafür muss er aber zunächst einmal seinen Ruf retten. Im Februar versicherte Balz seinen Gläubigern, der Vorwurf der Bilanzdelikte sei haltlos. Die Gläubiger der Mittelstandsanleihe rief er zum Zusammenhalt auf.

julia.becker[at]finance-magazin.de

Wie es zur insolvenz bei Windreich kam und wie es danach weiterging, können Sie auf unserer Themenseite zu Windreich nachlesen.