Bayer hat erneut eine Hybridanleihe emittiert. Diesmal hat der Konzern 1,3 Milliarden Euro eingesammelt.

Bayer AG

31.03.15
Finanzierungen

Bayer begibt Hybrid-Bond über 1,3 Milliarden Euro

Bayer platziert eine Hybridanleihe über 1,3 Milliarden Euro. Damit ist das Volumen deutlich kleiner als bei der Jumbo-Transaktion im vergangenen Jahr. Auch der Kupon ist gesunken.

Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer hat eine Hybridanleihe mit einem Volumen von 1,3 Milliarden Euro begeben. Damit setzen die Leverkusener nach einer Jumbo-Transaktion über 3,25 Milliarden Euro im vergangenen Jahr erneut auf Nachrangkapital. Der neue Bond hat eine Laufzeit von 60 Jahren und wird mit 2,375 Prozent verzinst. Die erste Kündigungsoption hat Bayer im Oktober 2022. „Der Markt hat unsere neue Hybridanleihe hervorragend aufgenommen“, sagt Bayer-CFO Johannes Dietsch. „Das Orderbuch für die Transaktion war mehr als 4-fach überzeichnet.“

Seiner Ansicht nach liegt der Grund für das große Interesse in dem attraktiven Geschäftsprofil und der soliden Finanzierungsstrategie von Bayer. Mit dem Erlös der Emission will das Unternehmen allgemeine Unternehmenszwecke finanzieren.

Deutsche Bank, RBS und Société Générale haben die Transaktion als aktive Bookrunner begleitet. Die Anleihebedingungen des neuen Bonds sind so gestaltet, dass die Rating-Agenturen von Bayer der Anleihe 50 Prozent Eigenkapitalcharakter zuordnen. Bayer will sicherstellen, dass sich das Rating trotz der Aufnahme neuer Mittel nicht verschlechtert. Der Konzern hält derzeit ein A3-Langfrist-Rating von Moody’s. Von S&P bekommt Bayer zurzeit ein A-. Der Ausblick der Ratings ist stabil.

Vierte Hybridanleihe von Bayer

Die Anleihe ist allen Finanzverbindlichkeiten des Konzerns nachgeordnet und hat denselben Rang wie die bereits begebenen Hybridanleihen. Bayer hat 2005 bereits eine Hybridanleihe über 1,3 Milliarden Euro begeben. Dazu kommen die zwei Hybridanleihen der Jumbo-Transaktion im vergangenen Jahr. Es war die größte Emission im Bereich von Euro-Corporate-Hybrids weltweit. Mit dem Erlös finanzierte der Konzern einen Teil der Übernahme des Consumer-Care-Geschäfts von Merck & Co, das Bayer im Mai 2014 für 14,2 Milliarden US-Dollar übernommen hatte. Für die Finanzierung des Deals hat Bayer darüber hinaus im vergangenen Oktober über eine Tochtergesellschaft einen US-Bond über 7 Milliarden US-Dollar (rund 5,5 Milliarden Euro) begeben.

Die Hybridbonds aus dem vergangenen Jahr werden mit 3,75 und 3 Prozent verzinst. Der 2005 begebene Bond hat sogar einen Kupon von 5 Prozent. Damit ist der neue Bond mit dem geringsten Kupon einer Hybridanleihe von Bayer bisher ausgestattet.

M&A-Gerüchte um Bayers Blutzuckermessgeräte

Zeitgleich mit der Emission kochen auch wieder neue M&A-Gerüchte hoch. Seit Monaten wird über einen Verkauf der Diabetes-Sparte von Bayer an Panasonic Healthcare spekuliert, die zu 80 Prozent dem PE-Investor KKR gehört. Der Kaufpreis soll bei rund 2 Milliarden Euro liegen. Nun ist Panasonic Healthcare laut Medienberichten auch noch an dem Geschäft mit Blutzuckermessgeräten interessiert. Angeblich bietet die japanische Holding dafür rund 770 Millionen Euro. Bayer wollte zu den Marktgerüchten auf Anfrage von FINANCE keine Stellung nehmen.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de