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09.05.12
Finanzierungen

Corporate-Bond-Markt bricht ein

Innerhalb weniger Wochen ist der Markt für europäische Unternehmensanleihen im April um 63 Prozent eingebrochen, die CDS-Spreads steigen. Die Bondmärkte sind nach wie vor hypernervös.

Die Eurokrise hat den Markt für Unternehmensanleihen wieder fest im Griff. Im April wurden europaweit nur noch neue Papiere im Volumen von 12,3 Milliarden Euro ausgegeben, 63 Prozent weniger als im März. Im Vorjahresvergleich beläuft sich der Rückgang auf gut 30 Prozent. Insgesamt wagten sich nur noch 31 europäische Unternehmen mit neuen Anleihen an den Markt. Gleichzeitig steigen die Preise für Credit Default Swaps. Eine Ausfallversicherung auf den iTraxx Europe-Index mit bonitätstarken Unternehmen kostet aktuell mit 150 Basispunkten 35 Basispunkte mehr als Mitte März.

Analysten halten das Wiederaufflammen der Sorgen um die spanischen Staatsfinanzen für die Ursache des Markteinbruchs. Die Investoren verlangen wieder höhere Sicherheitsaufschläge für Unternehmensanleihen. Überraschend kommt das nicht, denn im ersten Quartal hatte der Markt noch einen regelrechten Boom erlebt, und viele Unternehmen hatten diese Möglichkeit opportunistisch ausgenutzt: Die Emissionstätigkeit war hoch, die Renditen gingen zurück, dank der Liquiditätsspritzen der Europäischen Zentralbank (EZB) war viel Geld im Markt.

Die Investoren verspüren zwar immer noch Anlagedruck, viele von ihnen meiden europäische Staatsanleihen. Aber eine stabile Entwicklung am Bondmarkt wird es erst dann geben, wenn die Eurokrise spürbar abklingt. Bis dahin werden CFOs mit dem On/Off-Modus an den Anleihemärkten leben müssen.

michael.hedtstueck[at]finance-magazin.de