Die Deutsche Börse hat einen Bond emittiert und ein Rückkaufangebot für bestehende Anleihen ausgegeben, doch die Anleger hängen an den Bonds.

Deutsche Börse AG

09.10.12
Finanzierungen

Deutsche Börse kauft Anleihen zurück

Die Deutsche Börse hat einen Bond emittiert und parallel ein Rückkaufangebot für existierende Anleihen ausgegeben. Doch die Investoren trennten sich nur ungern von den Bonds: Insgesamt hat der Konzern nur etwa die Hälfte des Maximalziels 600 Millionen Euro erreicht.

Nach der gescheiterten Fusion mit der NYSE hat sich die Deutsche Börse wieder am Kapitalmarkt gezeigt. Der Konzern hat einen Bond emittiert und parallel ein Rückkaufangebot für existierende Anleihen ausgegeben. In der Angebotsfrist vom 27. September 2012 bis 5. Oktober 2012 wurden der Deutschen Börse nach eigenen Angaben Anleihen im Nominalwert von 309 Millionen Euro angeboten. Dabei seien 237 Millionen Euro der nachrangigen Schuldverschreibungen über 550 Million Euro angeboten worden. Diese würden nun zu einem Kurs von 104,47 Euro gekauft. Daneben seien noch 72 Millionen Euro der Schuldverschreibungen über 650 Million Euro die im kommenden Jahr fällig wird, angeboten worden. Diese würden zu einem Kurs von 102,52 Euro gekauft.

Offenbar war vielen Anlegern das Angebot nicht gut genug: Der Frankfurter Handelsplatz hat lediglich etwas mehr als die Hälfte seines maximal angestrebten Volumens zurückgekauft. „Wir werden maximal 600 Millionen Euro zurückkaufen“, hatte ein Sprecher in der vergangenen Woche vor dem Abschluss des Rückkaufangebots gegenüber FINANCE erklärt.

Finanzierung über Bondemission

Diesen Anleiherückkauf hat die Deutsche Börse mit einer kurz zuvor platzierten Unternehmensanleihe im Umfang von 600 Millionen Euro finanziert. Die Anleihe hat eine Laufzeit von zehn Jahren und einen Zinskupon von 2,375 Prozent jährlich. Mit dem Emissionserlös will die Deutsche Börse im Wesentlichen einen Teil der ausstehenden langfristigen Finanzverbindlichkeiten von insgesamt rund 1,6 Milliarden Euro refinanzieren. Das Orderbuch lag bei rund 1,4 Milliarden Euro. Ein Großteil der Orders kam aus Deutschland, Österreich, Frankreich, Großbritannien und der Schweiz. Asset & Wealth Manager waren die größte Investorengruppe. Begleitet wurde die Platzierung der Unternehmensanleihe durch ein Bankenkonsortium, das die Joint-Bookrunner BNP Paribas, Citigroup und Deutsche Bank geführt haben.

Mit dem Anleiherückkauf will die Deutsche Börse unter anderem das Finanzergebnis optimieren, da die Spreads momentan deutlich niedriger liegen als bei der Ausgabe der Anleihe. Durch das Rückkaufangebot spart die Deutsche Börse auch Kosten. Da der Tender der Verwendung der Mittel diene, die der Deutschen Börse aus der Neuemission zufließen, werde der Zinsaufwand reduziert, so der Sprecher weiter.

sabine.paulus[at]finance-magazin.de