Finanzierungen: Air Berlin, Solarworld, Sanha

Air Berlin

20.01.14
Finanzierungen

Finanzierungen: Air Berlin, Solarworld, Sanha

Die Fluggesellschaft Air Berlin stockt ihre im Frühjahr 2011 begebene Anleihe auf. Einem Pressebericht zufolge soll das Solarunternehmen Solarworld von seinem neuen Investor Qatar Solar einen Kredit über 50 Millionen Euro erhalten. Auch der Rohrleitungssystemhersteller Sanha stockt seine im Frühsommer 2013 platzierte Mittelstandsanleihe auf. Diese und weitere Finanzierungs-News lesen Sie im FINANCE-Überblick.

Air Berlin stockt Anleihe auf

Die Fluggesellschaft Air Berlin hat die im April 2011 emittierte Anleihe aufgestockt und dabei 75 Millionen Euro eingesammelt. Damit hat die Anleihe, die mit einem Kupon von 8,25 Prozent p.a. ausgestattet ist, nun einen Gesamtnennbetrag von 225 Millionen Euro. Die neuen Teilschuldverschreibungen hat Air Berlin bei institutionellen Investoren außerhalb der USA platziert. Das Orderbuch sei vorzeitig geschlossen worden, heißt es in einer Mitteilung. Ursprünglich hatte Deutschlands zweitgrößte Airline ein Emissionsvolumen von mindestens 50 Millionen Euro angestrebt. Der Emissionstag der zu begebenden Teilschuldverschreibungen ist voraussichtlich der morgige Dienstag, 21. Januar 2014. Mit den Erlösen will Air Berlin teilweise eine im November fällig werdende Anleihe refinanzieren und den Rest für allgemeine Unternehmenszwecke verwenden. Die Quirin Bank hat die Transaktion als Lead Manager begleitet.

Presse: Solarworld erhält 50 Millionen Euro Kredit von Qatar Solar

Der Solartechnologiehersteller Solarworld bekommt offenbar von seinem neuen Investor Qatar Solar eine Liquiditätsspritze. Vor wenigen Tagen habe das arabische Unternehmen Qatar Solar eine Vereinbarung unterzeichnet, nach der Solarworld einen Kredit in Höhe von 50 Millionen Euro aus Katar erhalte. Das berichtet das Wall Street Journal Deutschland unter Berufung auf zwei mit der Sache vertraute Personen. CEO Frank Asbeck hatte das Darlehen schon im vergangenen Jahr in Aussicht gestellt. Wie die Unternehmensbeobachter weiter erklärten, könne der Kredit mit Zustimmung von Solarworlds anderen Gläubigern noch auf 200 Millionen Euro aufgestockt werden.

Der Solartechnologiehersteller hat zudem am vergangenen Freitag bei der Börse Luxembourg wie geplant beantragt, den Handel der Anleihe über 150 Millionen Euro, die bis 2016 läuft, und den Handel der 2017 fälligen Anleihe über 400 Millionen Euro auszusetzen. Letzter Handelstag ist einer Mitteilung zufolge voraussichtlich der 24. Januar 2014. Die Aussetzung stehe im Zusammenhang mit der Vorbereitung der finanziellen Restrukturierung der Gesellschaft, teilte Solarworld mit. In diesem Rahmen erfolgt ein Lagerstellenwechsel der Anleihen von Clearstream Banking SA in Luxembourg zur Clearstream Banking AG in Frankfurt am Main. „Der Handel der beiden Anleihen soll auch nach erfolgtem Lagerstellenwechsel nicht wieder aufgenommen werden“, heißt es weiter.

Vor Kurzem hat das Oberlandesgericht Köln Solarworld grünes Licht für die Umsetzung der Beschlüsse der Hauptversammlung vom August 2013 und der Gläubigerversammlungen gegeben.

Sanha stockt Mittelstandsanleihe um 50 Prozent auf

Der Rohrleitungssystemhersteller Sanha hat seine im Frühsommer 2013 platzierte Mittelstandsanleihe aufgestockt. Im Rahmen einer Privatplatzierung sammelte das Unternehmen 12,5 Millionen Euro ein. Die Mittelstandsanleihe hat damit einen Gesamtnennbetrag von 27,5 Millionen Euro. Das Wertpapier besitzt einen Kupon von 7,75 Prozent, läuft bis Juni 2018 und ist im Entry Standard der Börse Frankfurt notiert. Mit dem Emissionserlös will das Unternehmen sein Wachstum finanzieren. Auch Akquisitionen sind Sanha zufolge geplant. Die Equinet Bank hat die Transaktion als Sole Lead Manager und Sole Bookrunner begleitet.

Feuer Powertrain schließt Club Deal ab

Der Kurbelwellenhersteller Feuer Powertrain hat einen neun Konsortialkredit in Höhe von insgesamt 126 Millionen Euro über insgesamt fünf Tranchen abgeschlossen. Neben einer Refinanzierungstranche für das bestehende Konsortialdarlehen umfasst die neue Kreditfazilität Investitionstranchen für das geplante Wachstum in Deutschland und den USA sowie eine als „Borrowing Base Finanzierung“ ausgestaltete revolvierende Betriebsmittellinie. Heuking Kühn Lüer Wojtek hat den thüringischen Kurbelwellenhersteller bei der Finanzierung beraten.

Die Commerzbank, die HSH Nordbank, NordLB und die Postbank haben die Konsortialfinanzierung begleitet. Für den Club Deal agierten Commerzbank und HSH Nordbank als Arrangeure, die Commerzbank zudem auch als Bookrunner sowie Documentation, Security und Facility Agent. Aufgrund der Energieeffizienzsteigerung durch die geplanten Investitionsmaßnahmen konnte auch die KfW gewonnen werden.

Eine langfristige Privatplatzierung mit der Pricoa Capital Group, der Anlagetochter des US-amerikanischen Versicherungskonzerns Prudential Financial Inc. ergänzt den neuen Konsortialkredit.

UniCredit baut mit Noerr Supply-Chain-Finance-Programm aus

Mit Unterstützung durch die Wirtschaftskanzlei Noerr hat die UniCredit Bank ihr Supply-Chain-Finance-Programm „Trade Purchase for Buyers“ (TPB) auf weitere Länder Europas ausgeweitet. Unternehmen können dieses Programm nun auch in Polen, Tschechien und der Slowakei nutzen. Weitere europäische Länder sollen folgen. „Auch wenn durch eine fortschreitende Rechtsvereinheitlichung des Zivilrechts (Rom I Verordnung) grenzüberschreitende Forderungstransaktionen vereinfacht werden, bleiben nach wie vor erhebliche Hürden“, sagt Noerr-Partner Wolf Stumpf in einer Mitteilung. 

Mit Hilfe des Programms können Käufer ihre Zahlungsziele verlängern. Forderungen können unabhängig von der Stückzahl – kleine und große Volumina – auch geringerer Höhe und kurzer Laufzeit angekauft werden. Der Ankauf von Forderungen wird automatisiert über eine elektronische Plattform, die Käufer, Lieferant und Bank nutzen, abgewickelt. Der Käufer muss die Transaktion initiieren und die anzukaufende Forderung anerkennen. 

UniCredit und Amundi kooperieren bei Mittelstandsfinanzierung

UniCredit und Amundi sind eine Partnerschaft zur Finanzierung deutscher Mittelstandsunternehmen eingegangen. Die erste Transaktion, ein siebenjähriges Schuldscheindarlehen mit einem Volumen von 25 Mio. Euro wurde bereits abgeschlossen. Im Rahmen dieser Allianz agiert die UniCredit Bank (HypoVereinsbank) als Partnerbank von Amundi und bietet ihren Kunden Investitionsmöglichkeiten in verschiedene, von ihr strukturierte, Transaktionen an. Bilaterale Kredite, Konsortial- oder Club-Deal-Finanzierungen, als Sole- oder Joint Lead Manager arrangierte Schuldscheindarlehen und Inhaberschuldverschreibungen in Form von Privatplatzierungen gehören dazu.

LBBW verkauft ihre tschechische Tochter

Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) trennt sich von ihrer 100-prozentigen tschechischen Tochtergesellschaft. Die LBBW Bank CZ geht an die russische Expobank. Die entsprechenden Verträge sind in dieser Woche unterschrieben worden. Die beteiligten Parteien haben Stillschweigen über den Kaufpreis und weitere Details der Übernahme vereinbart. Die Transaktion muss noch von den zuständigen Gremien der LBBW genehmigt werden. Das Closing der Transaktion wird in der ersten Jahreshälfte 2014 erwartet. 

„Mit diesem Verkauf hat die LBBW ihr Beteiligungsportfolio erneut verringert und damit eine weitere Verkaufszusage ihres EU-Restrukturierungsplans termingerecht erfüllt“, teilte die Landesbank mit. Das tschechische Institut hatte die Landesbank im September 2008 von der österreichischen Bawag übernommen. Die LBBW Bank CZ zählt rund 360 Beschäftigte und ist mit insgesamt 18 Filialen in Tschechien vertreten.

Weitere Finanzierungen

Yoc schließt mit Aktionären der Gesellschaft einen Darlehensvertrag ab. Dadurch erhält das Unternehmen über mehrere Tranchen verteilt insgesamt 1,4 Millionen Euro. „Neben den eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen, die primär auf eine signifikante Verbesserung der Ertragslage sowie der Optimierung der Produktentwicklung abzielen, stellt die jetzige Darlehensfinanzierung den ersten Baustein eines Konzeptes zur langfristigen Unternehmensfinanzierung dar“, teilte der Anbieter für Mobile Marketing, Mobile Advertising, Mobile Internet und Affiliate Marketing mit.

Das Amtsgericht Freiburg hat der SAG Solarstrom das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung genehmigt. Mitte Dezember hatte der Solarprojektierer Insolvenzantrag stellen müssen.

Moody’s stuft das Rating von Tui von B3 auf B2 hoch und setzt den Ratingausblick von positiv auf stabil. 

Die Volkswagen Leasing begibt eine Anleihe über 1,25 Milliarden Euro, die mit 2,625 Prozent fest verzinst und am 15. Januar 2024 fällig wird. Volkswagen Financial Services garantiert diese Anleihe. 

René Reif Consulting strukturiert für den Immobilieninvestor RDR Immobilien eine Anschlussfinanzierung für eine 16.800 m² große, bebaute Logistikliegenschaft in Mannheim.

Die Adler Modemärkte erlöst bei ihrer Aktienplatzierung brutto rund 8,9 Millionen Euro. Der Textilhändler hat etwa 888.000 Aktien zu je 10 Euro verkauft, was rund 4,8 Prozent des Grundkapitals entspricht. Die Aktien wurden im Rahmen eines beschleunigten Platzierungsverfahrens Investoren in Deutschland und dem europäischen Ausland angeboten, wodurch sich der Streubesitz erhöht hat.

Die Ratingagentur S&P erwartet einen Aufschwung am ABS-Verbriefungsmarkt:
Nach einem schwachen Jahr 2013 sind die Vorzeichen für die Entwicklung des europäischen ABS-Markts positiv. Vor allem Transaktionen in Deutschland und Großbritannien könnten für eine Belebung sorgen. Die südliche Eurozone bleibt dagegen kritisch.

Bei PosterXXL läuft es nicht gut: Wie der Münchener Fotodienstleister vor einigen Tagen mitteilte, hat er 2013 einen Verlust erwirtschaftet.
Die Umstrukturierung hat bereits begonnen. Für die Gläubiger der Mittelstandsanleihe ist das nach zwei Ratingherabstufungen eine weitere Hiobsbotschaft.

Die Beteiligungsgesellschaft Brockhaus Private Equity hat bei ihrem branchenübergreifenden Beteiligungsfonds „Brockhaus Private Equity III“ Ende Dezember 2013 ein erstes Closing abgehalten. Unternehmensangaben zufolge hat der neue Fonds bis dato verbindliche Zeichnungszusagen in Höhe von 80,8 Millionen Euro erhalten. Der erste Zeichnungsschluss erfolgte mit der Annahme von Kapitalzusagen über 47,9 Millionen Euro. Der neue Fonds wird sich auf Buy-Out- und Wachstumsinvestitionen über 10 Millionen bis 30 Millionen Euro pro Transaktion fokussieren.

Seventure Partners investiert mit den bisherigen Investoren Holtzbrinck Ventures und TGFS 3 Millionen Euro in Lecturio, eine Video-Lernplattform für berufliche Weiterbildung. 

Eyeglass24 schließt seine erste Finanzierungsrunde ab. Whitestone Communication Networks und weitere private Kapitalgeber investieren einen sechsstelligen Betrag in das Münchner Start-up. 


sabine.paulus[at]finance-magazin.de