Finanzierungen: Allgeier, Rewe, Unity Media

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08.12.14
Finanzierungen

Finanzierungen: Allgeier, Rewe, Unity Media

Der IT-Konzern Allgeier hat ein Schuldscheindarlehen über 80 Millionen Euro, Rewe eines mit einem Volumen von 300 Millionen Euro begeben. Der Kabelnetzbetreiber Unity Media emittiert Anleihen über insgesamt 1,4 Milliarden Euro. Diese und weitere Neuigkeiten aus der Welt der Unternehmensfinanzierung erwarten Sie im wöchentlichen FINANCE-Ticker.

Allgeier begibt ein Schuldscheindarlehen über 80 Millionen Euro

Das IT-Unternehmen Allgeier hat ein Schuldscheindarlehen mit einem Volumen von 80 Millionen Euro begeben. Aufgrund der großen Nachfrage hat Allgeier das ursprünglich geplante Volumen noch einmal aufgestockt. Der Schuldschein wurde in Tranchen mit Laufzeiten von fünf (66,5 Millionen Euro) und sieben Jahren (13,5 Millionen Euro) sowie fester und variabler Verzinsung angeboten.

Der Spread liegt bei 140 Basispunkten für die fünfjährige und 170 Basispunkte für die siebenjährige Tranche. Die Spreads liegen damit am unteren Ende der Vermarktungsspanne. Die Papiere wurden von 18 Investoren vor allem aus dem Bereich der Privatbanken, Landesbanken und Sparkassen aus Deutschland und Österreich gezeichnet. Viele der Investoren hatten bereits in den vorherigen Schuldschein von Allgeier investiert.

Mit dem Erlös der Emission will Allgeier eine dreijährige Tranche des 2012 begebenen vorherigen Schuldscheins in Höhe von 29,5 Millionen Euro zum Fälligkeitszeitpunkt vollständig tilgen. Außerdem sollen die zwei weiteren fünf- und siebenjährigen Tranchen über insgesamt 20 Millionen Euro vorzeitig abgelöst werden. Allgeier plant, den verbleibenden Erlös von etwa 30 Millionen aus der neuen Emission für das weitere Unternehmenswachstum und gezielte Akquisitionen zu verwenden.

Unity Media emittiert Anleihen über etwa 1,4 Milliarden Euro

Unity Media hat eine Anleihe über 1 Milliarde Euro platziert. Der Bond läuft bis Januar 2025 und wird mit 4 Prozent verzinst. BNP Paribas, Goldman Sachs, JP Morgan, Barclays, Société Générale, UBS und Crédit Agricole haben die Transaktion als Bookrunner begleitet.

Außerdem hat der Kabelnetzbetreiber eine weitere Anleihe über 550 Millionen US-Dollar (rund 440 Millionen Euro) begeben. Die Laufzeit ist die gleiche wie beim Eurobond, die Anleihe hat mit 5 Prozent allerdings einen etwas höheren Kupon. Bookrunner waren dieselben Banken wie bei der Euroemission.

Rewe platziert Schuldschein über 300 Millionen Euro

Der Handels- und Touristikkonzern Rewe hat sein erstes Schuldscheindarlehen platziert. Der Schuldschein wurde mit einem Volumen von 300 Millionen Euro emittiert. Der Schein läuft drei Jahre und wird variabel verzinst. Ursprünglich hatte Rewe nur ein Emissionsvolumen von 200 Millionen Euro geplant, das aufgrund der hohen Nachfrage aufgestockt wurde. Die Kreditmarge liegt am unteren Ende der Vermarktungsspanne.

Gezeichnet wurde das Papier nach Unternehmensangaben von institutionellen Investoren aus Sparkassen-, Genossenschaftsbanken und nationalen und internationalen Geschäftsbanken. Commerzbank, DZ Bank und LBBW haben Rewe bei der Transaktion begleitet. Erst im September hatte Rewe mit dem ersten German Private Placement eines deutschen Unternehmens auf sich aufmerksam gemacht.

Weitere Finanzierungsmeldungen

BMW hat eine Anleihe über 100 Millionen Neuseeland-Dollar (rund 62,7 Millionen Euro) begeben. Das Papier mit dreijähriger Laufzeit wird mit 4,375 Prozent verzinst. Toronto Dominion und Deutsche Bank waren Bookrunner bei der Transaktion.

Der Lebensmittelkonzern Nestlé hat eine Anleihe mit einem Volumen von 100 Millionen US-Dollar (etwa 81,3 Millionen Euro) platziert. Das Papier mit einem Kupon von 2 Prozent läuft bis September 2019. Als Bookrunner  haben die Royal Bank of Canada, Toronto Dominion und UBS die Transaktion begleitet.

Die Zeichnungsfrist der Anleihe von SAG Motion läuft voraussichtlich bis zum 10. Dezember. Der Hersteller von Kraftstofftanks plant ein Emissionsvolumen von bis zu 30 Millionen Euro. Das Papier läuft fünf Jahre und bringt 7,5 Prozent Zinsen. Mit dem Erlös will SAG Motion die internationale Expansion finanzieren und die Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten ausbauen. Außerdem sollen planmäßig Bankverbindlichkeiten rückgeführt werden. Die Equinet Bank war Sole Lead Manager und Bookrunner bei der Transaktion.  SG & CO Capital Markets begleitet die Emission als Financial Advisor.

Die Gewerbeimmobiliengesellschaft VIB Vermögen hat eine weitere Pflichtwandelanleihe mit einem Volumen von 33,2 Millionen Euro begeben. Für bestehende Aktionäre gab es kein Bezugsrecht. Die zweijährige Anleihe wurde im Rahmen einer Privatplatzierung von institutionellen Investoren gezeichnet. Das Papier wird mit 4 Prozent verzinst. Der Wandlungspreis liegt bei 15 Euro je Aktie und es gibt zwei Wandlungsfenster, eins in 2015 und eins in 2016. Die Baader Bank und die Kreissparkasse Biberach haben die Transaktion als Joint Lead Manager und Joint Bookrunner begleitet.

Die Beteiligungsgesellschaft im Healthcare-Bereich Aevis Holding stockt ihre im Juni 2014 begebene Anleihe um 20 Millionen Schweizer Franken (rund 16,6 Millionen Euro) auf. Das Volumen des fünfjährigen Papiers mit einem Kupon von 2,75 Prozent steigt damit auf 145 Millionen Schweizer Franken (etwa 120,5 Millionen Euro). Den Erlös will Aevis Holding für allgemeine Unternehmenszwecke sowie mögliche Akquisitionen und Refinanzierungen verwenden. UBS war Lead Manager bei der Transaktion.

Auch die Immobiliengesellschaft 6B47 Real Estate Investors hat ihre Unternehmensanleihe von 5 auf 10 Millionen Euro aufgestockt. Institutionelle Investoren haben das Papier im Rahmen einer Privatplatzierung gezeichnet. Die erste Tranche wurde im Juni 2014 emittiert. Das Papier hat eine Laufzeit bis Juni 2015 und wird mit 9,5 Prozent verzinst. Die VEM Aktienbank war Sole Global Coordinator und Bookrunner, die SG & CO Capital Markets agierte als Financial Advisor bei der Transaktion.

Das Eröl- und Ergasunternehmen Activa Resources hat zwei Anleihen über insgesamt 2,15 Millionen Euro zurückgezahlt, die am 4. Dezember endfällig waren. Im Einzelnen wurde eine 2010 begebene Anleihe mit einem Kupon von 8 Prozent über 390.000 Euro zurückgezahlt. Der zweite Teil der Rückzahlung galt der 2011 begebenen Wandelanleihe, die ebenfalls mit 8 Prozent verzinst ist. Es standen noch 1,76 Millionen Euro aus. Etwa 40 Prozent der ursprünglichen Emission wurden in Aktien umgetauscht. Activa Resources hat die Rückzahlungen durch die Aufstockung der 2013 begebenen Anleihe sowie durch bestehende Kreditlinien finanziert. Die 2013-Anleihe ist der einzige noch ausstehende Bond mit einem Volumen von 3,48 Millionen Euro.

Der in Asien aktive Online-Händler Lazada erhält in einer Finanzierungsrunde 200 Millionen Euro von neuen und alten Anteilseignern. Auch Rocket Internet beteiligt sich als bestehender Aktionär mit 15,3 Millionen Euro.

Auch der schweizerische Impfstoffhersteller Anergis hat frisches Eigenkapital eingesammelt: In einer Serie-B-Finanzierungsrunde nahm das Unternehmen 14,5 Millionen Schweizer Franken (etwa 12,1 Millionen Euro) ein. Alle Investoren der Serie A haben an der neuen Finanzierungsrunde teilgenommen. Anergis konnte außerdem neue private Investoren aus Europa und den USA gewinnen.

Die Immobiliengesellschaft Bonainvest Holding hat in einer dritten Kapitalerhöhung in diesem Jahr 16,5 Millionen Schweizer Franken (13,7 Millionen Euro) erzielt. Das Eigenkapital steigt damit auf über 189 Millionen Schweizer Franken (157 Millionen Euro). Insgesamt hat Bonainvest damit nach eigenen Angaben in diesem Jahr Eigenkapital in Höhe von insgesamt 36 Millionen Schweizer Franken (29,9 Millionen Euro) generiert. Mit der Erhöhung des Eigenkapitals will Bonainvest Bauvorhaben voranbringen und bestehende Projekte zur Baureife führen.

Die Halloren Schokoladenfabrik hat ihr Eigenkapital ebenfalls aufgepolstert und mit einer Kapitalerhöhung 3,312 Millionen Euro vor Kosten und Provision eingesammelt. Ein privater Investor hat die 460.000 neuen Aktien zu einem Preis von 7,20 Euro pro Aktie gezeichnet. Für bestehende Aktionäre gab es kein Bezugsrecht. Vor kurzem erst hatte die Schokoladenfabrik einen Schuldschein über 23,5 Millionen Euro emittiert.

Der Finanzdienstleister FinTech hat die Emission von bis zu 1.399.528 neuen Aktien beschlossen. Das entspricht etwa 10 Prozent des Grundkapitals. Das Bezugsrecht der bestehenden Aktionäre ist ausgeschlossen. Die neuen Aktien sollen zu einem Preis angeboten werden, der den Aktienkurs der letzten 10 Handelstage nicht wesentlich unterschreitet. Der Kurs lag zwischen etwa 9,50 und 10,00 Euro. Mit dem Erlös will FinTech den Erwerb der Mehrheit an Xcom und weiteres Unternehmenswachstum finanzieren.

Ratingmeldungen

Moody’s stellt das langfristige Unternehmensrating von E.on wegen eines starken Strategiewechsels unter Beobachtung für eine mögliche Herabstufung. Der Energiekonzern will das bisheriges Kerngeschäft mit Strom- und Gasproduktion sowie Stromhandel im Rahmen eines Spin-Offs an die Börse bringen. E.on selbst will sich auf erneuerbare Energien und Netze konzentrieren. Das Rating liegt derzeit bei A3 mit negativem Ausblick. Moody’s sieht die Gefahr, dass die Neuausrichtung das Kreditprofil des Konzerns schwächen könnte.  Auch die Ratingagentur Fitch stellt das langfristige Rating von E.on unter Beobachtung für eine Herabstufung. Derzeit liegt es bei A-. Fitch geht davon aus, dass sich durch die Umstrukturierung des Konzerns das Leverage erhöhen wird. Ebenso wie Moody’s sieht Fitch auch ein Risiko in den bevorstehenden Verhandlungen mit unterschiedlichen Stakeholdern. Das kurzfristige Rating bestätigt Fitch bei F2.

Die Ratingagentur Moody’s bewertet die geplanten Hybridanleihen des Pharmakonzerns Merck vorläufig mit Baa3. Mit dem Erlös der Emission will Merck einen Teil der bevorstehenden Übernahme von Sigma-Aldrich finanzieren. Das A3 Rating des bestehenden unbesicherten Bonds von Merck bleibt unter Beobachtung für eine Herabstufung.

Ebenfalls unter Beobachtung für eine Herabstufung hat Moody’s das Baa2 Rating von Voith gestellt. Die Ratingagentur rechnet damit, eine Entscheidung treffen zu können, sobald Voith die Ergebnisse des Geschäftsjahrs 2013/2014 vorgestellt hat. Grund für die Überprüfung des Ratings ist Voiths Kauf von 25 Prozent der Anteile an Kuka. Die Ratingagentur schätzt den Kaufpreis auf etwa 500 Millionen Euro.

Ein Rating-Downgrade muss das Landwirtschaftsunternehmen KTG Agrar hinnehmen. Creditreform senkte die Bonität des Emittenten meherere Mittelstandsanleihen von BBB- auf BB+. Damit fällt KTG Agrar für Creditreform aus dem Investmentgrade-Bereich heraus.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

Einen Überblick über die Finanzierungen der vergangenen Wochen und Monate finden Sie auf unserer Themenseite Unternehmensfinanzierung.