Finanzierungen: Asklepios einen bestehenden Konsortialkredit verlängert und auf 365 Millionen Euro aufgestockt.

Michael Holz Studio

29.08.16
Finanzierungen

Finanzierungen: Asklepios, Sanha, 1. FC Köln

Asklepios stockt seinen Konsortialkredit auf, Sanha startet ein Anleiherückkaufprogramm und der 1. FC Köln begibt eine Fananleihe – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

Asklepios stockt Konsortialkredit auf 365 Millionen Euro auf

CFO Hafid Rifi hat im ersten Halbjahr die Finanzierungsstruktur beim Klinikbetreiber Asklepios umgebaut. Dazu hat Rifi den bestehenden Konsortialkredit der Gruppe verlängert und auf 365 Millionen Euro aufgestockt. Um wie viel das Volumen erhöht wurde, teilte das Unternehmen nicht mit. Außerdem hat Asklepios einen syndizierten Kredit der Tochter Mediclin über 60 Millionen Euro refinanziert und ein bilaterales Darlehen über 100 Millionen Euro zurückgezahlt. Durch die neue Struktur erhofft sich der seit Anfang des Jahres amtierende Finanzchef Rifi niedrigere Kapitalkosten.

Sanha kauft einen Teil der Mittelstandsanleihe zurück

Der Rohrleitungsspezialist Sanha betreibt Investor-Relations-Pflege und kündigt mit den Halbjahreszahlen an, eigene Anleihen im Volumen von bis zu 1,5 Millionen Euro zurückkaufen zu wollen. Das Rückkaufprogramm über die Börse soll im September beginnen und läuft bis zum Jahresende. Die 37,5 Millionen Euro schwere Mittelstandsanleihe notiert derzeit bei rund 60 Prozent. CFO Thomas Ziegelbauer stemmte sich zuletzt vehement gegen die Zweifel einiger Bondholder.

Der 1. FC Köln begibt Fananleihe über 15,5 Millionen Euro

Der nächste deutsche Fußballverein geht an dem Bondmarkt. Der 1. FC Köln willl bei seinen Fans eine Anleihe über 15,5 Millionen Euro platzieren. Mit der Fananleihe lösen die Kölner einen Großteil ihrer 22 Millionen Euro Schulden ab.

Weitere Finanzierungen

Die Verlagsgruppe Bastei Lübbe hat einen bestehenden Konsortialkredit von 33 Millionen Euro auf 53 Millionen Euro aufgestockt. Mit den frischen Geldern will der Verlag unter anderem neu eingekaufte Autorentitel vorfinanzieren. Nach dem Bilanzskandal sieht Bastei-Lübbe-Chef Thomas Schierack die Aufstockung als Vertrauensbeweis der finanzierenden Banken in den Wachstumsplan. 

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, scheint die Geldschwemme der Europäischen Zentralbank (EZB) die Unternehmen langsam zu erreichen. Im Juli sollen Banken 1,9 Prozent mehr Kredite an Unternehmen im Euroraum ausgereicht haben, als im Vorjahr.

Die Hamburger Reederei Hapag-Lloyd will unbedingt mit der arabischen United Arab Shipping Company (UASC) fusionieren. Dazu wirbt der Hapag-Lloyd-Chef Rolf Habben Jansen für eine 400 Millionen US-Dollar (rund 355 Millionen Euro) schwere Kapitalerhöhung.

Die Wirtschaftskanzlei Noerr hat die Isaria Wohnbau bei einer 53 Millionen Euro schweren Kapitalerhöhung beraten. Die Transaktion steht im Zusammenhang mit der Übernahme durch den US-amerikanischen Private-Equity-Investor Lone Star.

Der Schweizer Telekommunikationsanbieter Swisscom hat eine Anleihe der öffentlichen Hand über 300 Millionen Schweizer Franken (rund 275 Millionen Euro) begeben. Das Papier ist mit einem Kupon von 0,125 Prozent ausgestattet und läuft bis 2032. Federführend bei der Emission war die Credit Suisse.

Die Industriegruppe Gesco hat auf ihrer Hauptversammlung die Dividende von 1,75 Euro je Aktie auf 2 Euro erhöht. Gleichzeitig beschlossen die Aktionäre einen Aktiensplit im Verhältnis eins zu drei. Dazu muss das Unternehmen das Grundkapital zunächst von rund 8,6 auf rund 10 Millionen Euro erhöhen.

Der kriselnde Versicherungsverkäufer Enterprise Holdings sendet ein Lebenssignal und erklärt die nächsten Zinszahlungen der Mittelstandsanleihen für gesichert. Die Bondholder schickten die Kurse der beiden Anleihen bisweilen auf unter 20 Prozent, als bekannt wurde, dass die Creditreform das Rating ausgesetzt hat. Der Grund dafür war die Schließung der größten Beteiligung der Holding in Gibraltar durch die dortige Finanzaufsicht. Seitdem arbeitet Enterprise Holdings an einem Konzept, um das Versicherungsgeschäft fortführen zu können.

Bondholder des Schrotthändlers Scholz bekommen einen kleinen Teil der ausgefallenen Mittelstandsanleihe zurück. Wie das Unternehmen mitteilte, seien alle Bedingungen für die Auszahlung von rund 16 Millionen Euro erfüllt. Auf die restlichen 166,5 Millionen Euro müssen die Bondholder weitestgehend verzichten. Weitere 5,8 Millionen Euro werden fällig, sollte Scholz eine bestimmte Ebitda-Schwelle erreicht.

Der Frankfurter Robo Advisor Ginmon sichert sich in einer Finanzierungsrunde einen siebenstelligen Betrag. Die Führung der nach Unternehmensangaben mehrfach überzeichneten Finanzierungsrunde übernahm der Londoner Venture Capital Fonds Passion Capital.

Die beiden Fintechs Mybucks aus Luxemburg und die Fintech-Group aus Deutschland tun sich zusammen. Zunächst erhalten die Luxemburger einen Kredit über 8 Millionen Euro. Bereitgestellt wird die Linie von der Biw Bank, einer Tochter der Fintech-Group.

Ratingmeldungen

Die Ratingagentur Euler Hermes Rating hat sich dem Netzwerk True Sale International (TSI) angeschlossen. Euler Hermes verspricht sich davon einen besseren Draht zu den Marktteilnehmern und hofft sich dadurch stärker bei Verbriefungen und Strukturierten Finanzierungen engagieren zu können. TSI entstand im Jahr 2004 und ist eine Initiative von 13 deutschen Banken, um den hiesigen Verbriefungsmarkt zu fördern.

Die US-Ratingagentur Fitch hat den Lebensmittelriesen Nestlé von AA+ um eine Stufe auf AA herabgestuft. Die Bonitätsprüfer begründen diesen Schritt damit, dass Nestlés Verschuldung langsamer sinke, als erwartet. Außerdem hätten die Schweizer in einigen Ländern mit einer schwächeren Konjunktur zu kämpfen.

Das Ratinghaus Moody’s hat die Bewertung des Bremssystemherstellers Knorr-Bremse von A3 auf A2 angehoben. Der Ausblick wechselt dadurch von positiv auf stabil. Knorr-Bremse sei in seinen Nutzfahrzeug- und Zugsparten sehr stark und habe eine solide Kapitalstruktur, schreibt Moody’s.

Die Berliner Ratingagentur Scope will von der Europäischen Zentralbank (EZB) als Bonitätswächter anerkannt werden. Damit wäre Scope die erste deutsche Ratingagentur mit diesem Status. Die EZB greift bei ihren geldpolitischen Entscheidungen auf die Bonitätseinstufungen ihrer Wächter zurück.

philipp.habdank[at]finance-magazin.de

Einen Überblick über die Finanzierungen der vergangenen Wochen und Monate finden Sie auf unserer Themenseite Unternehmensfinanzierung.