BayWa AG

09.10.17
Finanzierungen

Finanzierungen: Baywa, Befesa, Mann+Hummel

Baywa sammelt mit einer Hybridanleihe 300 Millionen Euro ein, Befesa will an die Börse und Mann+Hummel platziert einen grünen Schuldschein – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

Baywa emittiert Hybridanleihe

Der Agrarkonzern Baywa hat eine ungeratete Hybridanleihe über 300 Millionen Euro bei nationalen und internationalen Investoren platziert. Der Bond wird mit 4,25 Prozent verzinst und besitzt eine unbegrenzte Laufzeit. Allerdings kann die Anleihe nach fünf Jahren von der Emittentin gekündigt werden. Nach eigenen Angaben war das Angebot mehr als zweifach überzeichnet. Mit dem Geld will Baywa bestehende Verbindlichkeiten refinanzieren, die Kapitalbasis stärken und das Finanzierungsportfolio diversifizieren. Die Unicredit Bank hat die Transaktion als Sole Global Coordinator und M.M. Warburg als Joint Bookrunner begleitet.

Befesa plant den Börsengang

Befesa, ein Portfoliounternehmen des PE-Investors Triton, plant den Börsengang. Das Unternehmen, das in Stahlwerken gesammelten Stahlstaub wiederverwertet, soll den IPO noch in diesem Jahr vollziehen. FINANCE-Informationen zufolge strebt der PE-Investor eine Bewertung des Befesa-Eigenkapitals von 1,3 bis 1,6 Milliarden Euro an. Der Investor könnte rund 40 bis 50 Prozent seiner Anteile abgeben, wie CEO Javier Molina andeutete. Würde Triton die Hälfte seiner Anteile zu einer Bewertung von 1,5 Milliarden Euro abgeben, dann würde der Investor 750 Millionen Euro einsammeln.

Mann+Hummel begibt grünen Schuldschein

Der Automobilzulieferer Mann+Hummel hat einen Green Schuldschein über 400 Millionen Euro platziert. Ursprünglich sollten es nur 250 Millionen Euro sein, doch der Schuldschein wurde nach deutlicher Überzeichnung aufgestockt. Die Tranchen laufen zwischen sechs und zehn Jahre und werden fix und variabel verzinst. Mit dem Erlös will CFO Emese Weissenbacher nachhaltige Projekte refinanzieren. Als Arrangeure waren BNP Paribas, ING und LBBW aktiv. Der Dienstleister Sustainalytics zertifizierte den Green Schuldschein.

Weitere Finanzierungen

Der 3D-Druckerhersteller SLM Solutions hat eine Wandelanleihe bei institutionellen Investoren unter Ausschluss der Bezugsrechte platziert. Das Emissionsvolumen betrug 58,5 Millionen Euro. Der Bond läuft bis Oktober 2022 und besitzt einen Zinskupon zwischen 5,5 Prozent und 6 Prozent. Die Wandelanleihe kann in rund 1,38 Millionen Aktien des Unternehmens gewandelt werden. Dies entspricht bis zu 7,7 Prozent des derzeitigen Aktienkapitals. Den Erlös will die SLM Solutions Group unter anderem für Forschungs- und Entwicklungsprojekte nutzen. Die Deutsche Bank agierte als Sole Bookrunner der Transaktion. Gleiss Lutz (Federführung: Stephan Aubel) hat SLM Solutions bei der Transaktion beraten.

Die Wertpapierhandelsbank Streubing hat ein Auge auf die Mittelstandsanleihe des insolventen Modehauses René Lezard geworfen. Im Zuge des Investorenverfahrens bietet das Brokerhaus den Bondholdern den Kauf ihrer Papiere zu einem Stückpreis von 6,25 Prozent an. Die Mittelstandsanleihe war ursprünglich 2012 begeben worden und wird mit 7,25 Prozent verzinst bei einer Laufzeit bis Ende November diesen Jahres. Zuvor war bereits bekannt geworden, dass die Anleihegläubiger im Rahmen des Sanierungsplans nach einem Debt-Equity-Swap 70 Prozent der Anteile von René Lezard erhalten sollen. Die verbleibenden 30 Prozent sollen an einen namentlich nicht genannten Einzelinvestor fallen.

Der Wohnimmobilienbauträger Euroboden hat weitere Details zu dem geplanten Umtauschangebot an seine Gläubiger der Anleihen 2013/2018 bekannt gegeben. Die neue Anleihe soll 25 Millionen Euro umfassen und mit 6 Prozent verzinst werden. Die Gläubiger können die Anleihe 2013/2018 in einem Verhältnis von 1:1 inklusive Stückzinsen gegen die neue Anleihe eintauschen. Darüber hinaus wird Euroboden den Gläubigern eine Sonderzahlung von 20 Euro je getauschter Schuldverschreibung zahlen. Später werden noch ein öffentliches Angebot und eine Privatplatzierung folgen. Die Mwb Fairtrade Wertpapierhandelsbank begleitet die Transaktion.

Die Insofinance Industrial Real Estate Holding hat eine Anleihe über 7,5 Millionen Euro platziert. Sie wird mit 7 Prozent verzinst und besitzt eine Laufzeit von 7 Jahren. Den Erlös will das Unternehmen in ausgewählte Objekte investieren.

Der Schweizer Immobilieninvestor Peach Property Group hat seine geplante Wandelhybridanleihe zum Ende der Vorwegzeichnungsfrist der Aktionäre vollständig platziert. Der Bond hat ein Volumen von 59 Millionen Schweizer Franken.

Dem Möbelhändler Steinhoff sind durch den Börsengang seiner südafrikanischen Tochtergesellschaft, Steinhoff Africa Retail, 1 Milliarde Euro zugeflossen, wie die Nachrichtenagentur Dow Jones berichtet. Demnach habe Steinhoff im Zuge des Börsengangs im vergangenen Monat 23,19 Prozent der Anteile abgegeben. Insgesamt seien 750 Millionen neue Aktien ausgegeben worden, heißt es weiter.

Der Tübinger Impfstoffhersteller Immatics hat in einer Series-E-Finanzierungsrunde 58 Millionen Dollar eingesammelt. Zu den Geldgebern gehörten unter anderem Dievini Hopp Biotech Holding, Wellington Partners, AT Impf und Amgen. Mit dem Geld will Immatics unter anderem das klinische Programm seiner Leittherapien finanzieren.

Dem Berliner Start-up Shyftplan sind in einer Serie-A-Finanzierungsrunde 3 Millionen Euro zugeflossen. Zu den Investoren zählten Unternehmertum Venture Capital, Senovo, Coparion und Kizoo. Shyftplan beabsichtigt mit dem Geld unter anderem das Marketing und die Internationalisierung zu finanzieren. Hengeler Mueller hat das Unternehmen bei der Transaktion beraten.

Der Gesundheitsdienstleister M1 Kliniken hat seine Kapitalerhöhung abgeschlossen. 1,5 Millionen Aktien hat das Unternehmen zu einem Preis von 11 Euro je Aktie bei institutionellen Investoren platziert. Das Bezugsrecht der Aktionäre war ausgeschlossen. Nach eigenen Angaben war das Angebot mehrfach überzeichnet. Den Bruttoemissionserlös von 16,5 Millionen Euro will M1 Kliniken zur Finanzierung weiterer Wachstumsinvestitionen nutzen. Metzler begleitete die Transaktion.

Fortis Real Estate Investment hat eine Kapitalerhöhung über 5 Millionen Euro abgeschlossen. 11.111 neue Aktien wurden von dem Unternehmen ausgegeben und von einem nicht namentlich genannten berufsständigen Versorgungswerk gezeichnet. Fortis Real Estate Investment will das Geld zur weiteren Expansion nutzen.

Ratingmeldungen

Scope bestätigt das Emittentenrating des Wohnimmobilienbauträgers Euroboden bei B, der Ausblick ist positiv. Grund für die Bestätigung ist, dass die Geschäftszahlen des ersten Halbjahres im Plan liegen.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

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