Finanzierungen: Berentzen, Lonza, Deutsche Börse

Berentzen

01.10.12
Finanzierungen

Finanzierungen: Berentzen, Lonza, Deutsche Börse

Die Berentzen-Gruppe begibt ihre erste Unternehmensanleihe. Lonza platziert ein Schuldscheindarlehen über 170 Millionen Euro. Die Deutsche Börse platziert eine Unternehmensanleihe über 600 Millionen Euro und unterbreitet gleichzeitig den Gläubigern der existierenden Anleihen ein Angebot zum Rückkauf. Diese und weitere Finanzierungen finden Sie im FINANCE-Überblick.

Berentzen begibt erste Anleihe in der Unternehmensgeschichte

Die Berentzen-Gruppe begibt ihre erste Unternehmensanleihe. Mit einer Laufzeit von fünf Jahren, einer festen Verzinsung von 6,5 Prozent pro Jahr sowie einer Mindestanlage von 1.000 Euro ist die Anleihe für private und institutionelle Anleger konzipiert, teilte der Spirituosenhersteller und regionale Anbieter von alkoholfreien Getränken mit. Das Emissionsvolumen soll bis zu 50 Millionen Euro betragen.

„Die Rahmenbedingungen für die Platzierung einer Anleihe sind ausgesprochen gut“, sagt CEO Stefan Blaschak einer Mitteilung zufolge. „Die Berentzen-Gruppe ist schuldenfrei und wirtschaftet nachhaltig profitabel.“ Mit dem Emissionserlös will das Unternehmen vorrangig das internationale Spirituosengeschäft ausbauen. Es ist geplant, die Mittel aus der Anleiheemission für die Finanzierung bereits bestehender oder neuer Tochtergesellschaften im Ausland, die mögliche Akquisition internationaler Unternehmen sowie die Entwicklung neuer Markenkonzepte zu verwenden, heißt es seitens Berentzen.

Ab voraussichtlich 18. Oktober 2012 ist eine Notierungsaufnahme der Schuldverschreibungen im Open Market der Deutsche Börsen im Segment Entry Standard für Anleihen vorgesehen. Die Close Brothers Seydler Bank agiert als Sole Global Coordinator und Bookrunner.

Lonza platziert Schuldschein über 170 Millionen Euro

Die Zahl ausländischer Emittenten, die einen Schuldschein platzieren, steigt. Das Schweizer Life-Science-Unternehmen Lonza hat ein Schuldscheindarlehen mit einem Gesamtvolumen im Gegenwert von 170 Millionen Euro platziert. Der Schuldschein wurde in zwei Währungen mit Laufzeiten von drei, fünf und sieben Jahren begeben, wobei der Dollar-Anteil mit 60 Prozent größer war als der Euro-Anteil von 40 Prozent. „Mit der Dollar-Tranche haben wir die Kosten für den Währungsswap gespart“, sagt Dr. Toralf Haag, CFO von Lonza. „Gleichzeitig haben wir unsere Investorenbasis verbreitert und durch die Aufteilung nach Laufzeiten unser Refinanzierungsrisiko gesenkt.“

Das traditionell deutsche Produkt Schuldscheindarlehen wird für das Ausland immer interessanter. Ausländische Anleger investieren zunehmend in das anleiheähnliche Kreditprodukt. Lediglich 25 Prozent gingen an deutsche Anleger; 75 Prozent entfielen auf ausländische Investoren, darunter 41 Prozent asiatische, 15 Prozent schweizerische, 11 Prozent australische und 7 Prozent luxemburgische. „Für uns ist die Aufnahmefähigkeit der internationalen Kapitalmärkte ein weiterer Beweis dafür, dass Unternehmenskredite weiter als ‚Safe Haven‘ angesehen werden“, sagt Claudia Hopstein, Leiterin Debt Financing beim Joint Arranger HSBC. „Investoren suchen nach Adressen mit guter Kreditqualität, vor allem aus dem deutschsprachigen Raum.“

Deutsche Börse platziert Unternehmensanleihe über 600 Millionen Euro

Die Deutsche Börse AG hat eine Unternehmensanleihe im Umfang von 600 Millionen Euro am Markt platziert. Die Anleihe hat eine Laufzeit von zehn Jahren und einen Zinskupon von 2,375 Prozent jährlich und wird sowohl im Regulierten Markt an der Frankfurter Wertpapierbörse als auch an der Luxemburger Börse gelistet werden. Mit dem Emissionserlös will die Deutsche Börse im Wesentlichen einen Teil der ausstehenden langfristigen Finanzverbindlichkeiten von insgesamt rund 1,6 Milliarden Euro refinanzieren. „Die Deutsche Börse hat somit das aktuelle Marktumfeld genutzt, um sich frühzeitig Mittel für die Ablösung bestehender Anleihen mit Fälligkeiten im Jahr 2013 zu beschaffen“, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens.

Gleichzeitig hat die Deutsche Börse den Gläubigern der existierenden Anleihen ein Angebot zum Rückkauf unterbreitet. Dieser diene der unmittelbaren Mittelverwendung der Emissionserlöse sowie der Optimierung des Finanzergebnisses.

Voestalpine emittiert Benchmark-Anleihe

Der österreichische Stahlkonzern Voestalpine hat eine Euro-Benchmark-Anleihe über 500 Millionen Euro mit einer Laufzeit von sechs Jahren emittiert. Den Emissionserlös will das Unternehmen für allgemeine Finanzierungszwecke verwenden. Das Orderbuch erreichte nach Unternehmensangaben ein Volumen von 1,7 Milliarden Euro. 270 verschiedene Investoren, insbesondere aus Deutschland, der Schweiz und UK beteiligten sich. Der Kupon der Anleihe beträgt 4 Prozent. Die Transaktion wird von Crédit Agricole, Commerzbank, Société Générale und UniCredit begleitet. Die Voestalpine AG hat aktuell kein externes Rating und strebt dieses derzeit auch nicht an.

BASF verzinst 750-Millionen-Euro-Bond mit 1,5 Prozent

Der Chemiekonzern BASF hat eine sechsjährige Anleihe über 750 Millionen Euro platziert. Der Kupon beträgt 1,5 Prozent. Der Spread liegt bei 45 Basispunkten gegenüber Midswaps, teilte eine der an der Transaktion beteiligten Banken mit. BNP Paribas, Crédit Agricole und ING waren Lead Manager der Emission. Moody’s bewertet den DAX-Konzern mit A1, S&P mit A+.

PCC begibt Neuemissionen zu 5 Prozent und 7,25 Prozent p.a.

Die Duisburger PCC SE emittiert zum 1. Oktober 2012 zwei Neuemissionen mit Festzinssätzen von 5 Prozent und 7,25 Prozent p.a. und Laufzeiten von 18 Monaten und rund vier Jahren. Die Inhaber-Teilschuldverschreibung mit einem Festzinssatz von 7,25 Prozent hat ein Volumen von bis zu 30 Millionen Euro. Die Inhaber-Teilschuldverschreibung mit einem Festzinssatz von 5 Prozent hat ein Volumen von bis zu 10 Millionen Euro.  

Die PCC SE begibt bereits seit mittlerweile 14 Jahren Unternehmensanleihen. Seit der Erstemission am 1. Oktober 1998 hat das Unternehmen eigenen Angaben zufolge bis dato 31 Unternehmensanleihen und einen Genussschein platziert, von denen 20 Anleihen bereits zurückgezahlt wurden. Die Neuemissionen zum 1. Oktober 2012 sind die Unternehmensanleihen Nummer 32 und 33. Das Volumen der aktuell zwölf im Umlauf befindlichen Papiere beträgt insgesamt 170 Millionen Euro.

Weng Fine Art führt Privatplatzierung durch

Das  Kunsthandelsunternehmen Weng Fine Art hat im Rahmen eines Private Placements 50.000 Stammaktien aus einer Kapitalerhöhung platziert. Das Emissionsvolumen belief sich bei einem Platzierungspreis von 62 Euro auf 3,1 Millionen Euro. Die Marktkapitalisierung beträgt 36,3 Millionen Euro. Network Corporate Finance hat das börsennotierte Unternehmen aus Krefeld bei der Vorbereitung und Durchführung dieser 10-prozentigen Kapitalerhöhung beraten. Die Aktien der Weng Fine Art AG sind seit dem 2. Januar 2012 im Entry Standard der Frankfurter Börse notiert.

EnviTec Biogas platziert Schuldschein

Die EnviTec Biogas AG hat zur Wachstumsfinanzierung ein Schuldscheindarlehen mit einem Volumen von 30 Millionen Euro erfolgreich bei deutschen institutionellen Investoren platziert. Das Emissionsvolumen ist in Tranchen mit fixen und variablen Zinssätzen und Laufzeiten von drei, fünf und sieben Jahren eingeteilt. Auf der Basis des aktuellen Zinsniveaus liegen die Zinssätze bei unter 4 Prozent pro Jahr bei einem Schwerpunkt auf der mittleren Laufzeit, heißt es.

„Mit dem Schuldscheindarlehen haben wir uns in einem anspruchsvollen Finanzierungsumfeld mittelfristiges Kapital zu attraktiven Konditionen gesichert und diversifizieren unsere Finanzierungsstruktur", sagt Jörg Fischer, Finanzvorstand der EnviTec Biogas AG. Das auf den Bau und den Betrieb von Biogasanlagen spezialisierte Unternehmen will den Emissionserlös eigenen Angaben zufolge für die allgemeine Unternehmensfinanzierung und für den Ausbau des Eigenbetriebs verwenden. Die Bremer Landesbank hat die Transaktion als Sole Mandated Lead Arranger begleitet.

Weitere Finanzierungsmeldungen

Das Emissionsvolumen der Anleihe der Cross Industries AG wurde mit 75 Millionen Euro festgelegt. Der Kupon beträgt 4,625 Prozent. Die Zinsen sind jährlich zum 5. Oktober zahlbar. Die erste Zinszahlung erfolgt am 5. Oktober 2013. Die Transaktion wird von Erste Group Bank und Raiffeisen Bank International als Joint-Lead Manager, Oberbank als Senior Co-Lead Manager sowie Allgemeine Sparkasse Oberösterreich und Raiffeisenlandesbank Oberösterreich als Co-Lead Manager durchgeführt.

Das Familienunternehmen Egger hat eine Unternehmensanleihe über 150 Millionen Euro platziert. Der Zinssatz beläuft sich auf 4,50 Prozent, die Laufzeit beträgt sieben Jahre. Joint-Lead Manager dieser Transaktion sind die BAWAG P.S.K. sowie die UniCredit Bank Austria.

Die Volkswagen Leasing GmbH hat eine öffentliche ABS-Leasingtransaktion unter der "VCL"-Plattform durchgeführt. Begeben wurden Anleihen im Gesamtnennwert von 1,1 Milliarden Euro, die durch VW Leasing Autoleasingforderungen besichert sind. Emittentin ist die VCL Multi-Compartment S.A. mit Sitz in Luxemburg, die durch deren Compartment VCL 16 handelte. Mit der Platzierung der Anleihen war ein Bankenkonsortium unter Führung der Crédit Agricole und HSBC betraut.

Überraschend rege Nachfrage nach Unternehmenskredite

Im zweiten Quartal hat das Kreditneugeschäft mit Unternehmen und Selbständigen in Deutschland um 3,2 Prozent zugelegt. Das ist das Ergebnis des aktuellen KfW-Kreditmarktausblicks. Die positive Entwicklung beruhe vor allem auf der überraschend regen Nachfrage nach Krediten, heißt es seitens der Förderbank. Trotz nachlassender Dynamik des Wirtschaftswachstums nahmen demnach seit Jahresbeginn die Unternehmensinvestitionen und damit die Nachfrage nach Finanzierungen zu. Für das dritte Quartal sei eine weitere moderate Expansion des Kreditneugeschäfts zu erwarten. Ab dem vierten Quartal könne es, einhergehend mit einer weiteren konjunkturellen Eintrübung, jedoch auch am Kreditmarkt zu einer Abkühlung kommen.“Die deutschen Unternehmen profitieren vom guten Kreditzugang und sichern sich das historisch niedrige Zinsniveau am hiesigen Kreditmarkt“, sagte Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe. Die günstigen Angebotsbedingungen dürften aufgrund der expansiven Geldpolitik der EZB und der Konzentration deutscher Bankenauf ihren Heimatmarkt anhalten. „Der deutsche Kreditmarkt bleibt gegenüber den Spannungen auf europäischer Ebene bisher weitgehend immun, die europäische Zinspolitik wirkt hierzulande. Selbst traditionell benachteiligte Branchen wie Bau und Handel sowie sehr kleine Unternehmen können auf Kreditfinanzierung zurückgreifen.“

Ratingmeldungen

Moody’s hat das Rating des Automobilzulieferers Continental angehoben. Die Bonitätsnote lautet nun Ba2 nach zuvor Ba3, wie die Ratingagentur mitteilte. Auch die Aussichten sind nun besser als zuvor. Der Ausblick für die Kreditwürdigkeit sei positiv. Zuvor wurde er als stabil angesehen. Betroffen von der Entscheidung sind Verbindlichkeiten im Volumen von rund 4 Milliarden Euro. Die Finanzparameter von Conti hätten sich im Laufe des Jahres verbessert, begründeten die Analysten ihre Entscheidung. Die Bonität hänge aber auch von der möglichen Form und Geschwindigkeit einer potentiellen Kombination der Continental AG und ihres Großaktionärs Schaeffler ab. Schaeffler hatte sich durch die Beteiligung an Conti hoch verschuldet.

Zuvor hatte Moody’s auch das Rating von Schaeffler angehoben. Der Automobil- und Industriezulieferer hatte vor wenigen Tagen 10 Prozent seiner Conti-Aktien verkauft. Gleichzeitig hatte Schaeffler bekräftigt, dass die Beteiligung von nun 49,9 Prozent an dem seit Montag wieder im DAX notierten Unternehmen langfristig und strategisch angelegt ist.

Die Deutsche Post kann in absehbarer Zeit auf den Ausweis einer besseren Bonität hoffen. Die Ratingagentur Moody's hob den Ausblick für das Rating des Logistikonzerns auf positiv von stabil an. Damit könnte die Einstufung Baa1 innerhalb von einem oder eineinhalb Jahren angehoben werden. Die Post habe sich in den vergangenen Jahren trotz des schwierigen Umfelds gut entwickelt, stellte Moody's fest. Sowohl der Umsatz als auch die Gewinne hätten sich verbessert. Dieser Trend wird sich nach Einschätzung der Ratingagentur fortsetzen und die Bonität des Bonner Unternehmens stützen.

Moody's setzt die Ratings der HSH Nordbank (Baa2/P-2) unter Beobachtung für ein mögliches Downgrade.

Aufgrund aktueller Entwicklungen der Solarindustrie sowie des Unternehmens setzt Creditreform Rating die Bonitätsnote der SiC Processing GmbH von B- (watch) auf CCC (watch) fest. Das teilte das Unternehmen mit. Trotz der schwierigen Marktbedingungen verfolge SiC Processing seine Entwicklung im asiatischen Raum jedoch weiter.

sabine.paulus[at]finance-magazin.de