Finanzierungen: Bertelsmann, Karlsberg, Karlie

Bertelsmann

25.04.16
Finanzierungen

Finanzierungen: Bertelsmann, Karlsberg, Karlie

Bertelsmann hat eine Anleihe über eine halbe Milliarde Euro begeben, Karlsberg hat seine Mittelstandsanleihe schnell platziert und Karlie will seinen Mini-Bond verlängern – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

Bertelsmann platziert Anleihe über 500 Millionen Euro

Der Medienkonzern Bertelsmann hat eine zehnjährige Anleihe mit einem Volumen von 500 Millionen Euro begeben. Der Benchmark-Bond ist mit einem Kupon von 1,125 Prozent ausgestattet. Damit weist die Anleihe nach Angaben der HSBC einen der niedrigsten Kupons auf, die ein Bond mit BBB-Rating in dieser Laufzeit bislang erzielt hat.

Das Orderbuch belief sich auf 1,75 Milliarden Euro. Neu-CFO Bernd Hirsch konnte bei seiner ersten Anleiheemission für den Konzern deshalb auch die ursprünglichen Preiskonditionen noch einmal nach unten korrigieren. Bookrunner der Transaktion waren HSBC, Bank of America Merrill Lynch und Citigroup.

Karlsberg-Anleihe zügig platziert

Die Brauerei Karlsberg hatte mit ihrer jüngsten Anleiheemission Erfolg. Der Mini-Bond mit einem Volumen von 40 Millionen Euro konnte schneller platziert werden als erwartet. Zudem liegt der Kupon mit 5,25 Prozent am unteren Ende der angepeilten Zinsspanne. Die Anleihe mit einer Laufzeit von fünf Jahren kann ab 2019 vorzeitig gekündigt werden. Mit dem erzielten Erlös will CFO Ralph Breuling die alte Karlsberg-Anleihe vollständig refinanzieren.

Karlie will Anleihe verlängern

Der Tierbedarfshersteller Karlie plant, die in gut zwei Jahren fällige Mittelstandsanleihe um drei Jahre - bis 2021, mit der Option auf ein weiteres Jahr - zu verlängern. Zudem wollen CFO Dominik Müser und Restrukturierungsexperte Andreas Spiegel den Kupon des Bonds von 6,75 auf 5 Prozent senken. Die Rückzahlung will Karlie aus dem Free Cashflow schaffen. Grund für diese Restrukturierungsmaßnahe ist unter anderem, dass Gespräche mit Finanzierungspartnern keinen Erfolg hatten. Das Unternehmen hat auch im vergangenen Geschäftsjahr Verluste eingefahren. Scope Ratings hat die Bonitätsnote des Tierbedarfsherstellers Karlie, die derzeit bei B steht, unter Beobachtung gestellt.

Zurich zahlt Anleihe über 700 Millionen US-Dollar vorzeitig zurück

Der Versicherungskonzern Zurich will eine nachrangige Anleihe mit einem Volumen von 700 Millionen US-Dollar (rund 617 Millionen Euro) früher als ursprünglich vorgesehen zurückzahlen. Die Rückzahlung der 2005 begebenen Anleihe soll nun am 15. Juni erfolgen. Der Konzern hatte sich eine entsprechende Option vorbehalten.

Weitere Finanzierungen

Die Deutsche Pfandbriefbank (pbb) hat eine ungedeckte Benchmark-Anleihe über insgesamt 500 Millionen Euro platziert. Der Kupon beläuft sich auf 1,125 Prozent, das Papier läuft über vier Jahre. Joint Lead Manager der Transaktion waren die BayernLB, Commerzbank, Deka Bank, DZ Bank, JP Morgan und Nomura. Die pbb hatte bereits kurz vor der aktuellen Emission einen Öffentlichen Pfandbrief mit 19-jähriger Laufzeit begeben, der ebenfalls 500 Millionen Euro einbrachte.

Ado Properties hat mit einer Kapitalerhöhung rund 100 Millionen Euro eingespielt. Der Platzierungspreis lag bei 28,50 Euro je Aktie. Die Ado Group hält auch nach der Transaktion weiterhin 37 Prozent an  Ado Properties. Mit den neuen Mitteln soll der Zukauf von Immobilienportfolien in Berlin finanziert werden. Sole Global Coordinator der Transaktion war Kempen & Co. Als Finanzberater war Arbireo Capital mandatiert.

Der Spirituosenhersteller Semper idem Underberg hat eine fünfjährige Unternehmensanleihe mit einem Volumen von 70 Millionen Euro planmäßig zurückgezahlt. Die 2011 mit einem anfänglichen Volumen von 50 Millionen Euro emittierte Inhaberschuldverschreibung war 2012 um 20 Millionen Euro aufgestockt worden. Underberg hatte im vergangenen Jahr zwei weitere Mittelstandsanleihen platziert.

Die Deutsche Bahn bereitet sich offenbar auf einen Börsengang der internationalen Tochterunternehmen Schenker und Arriva vor, wie die Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf Aufsichtsratskreise berichtete. Ein IPO von Arriva könnte im zweiten Quartal 2017 anlaufen, der für Schenker im Jahr darauf.  Die Bahn hoffe auf Einnahmen von rund 4,5 Milliarden Euro.

Manz bereitet eine Kapitalerhöhung mit Bezugsrecht vor. Das Grundkapital soll durch die Ausgabe von 2,3 Millionen Aktien um 43 Prozent erhöht werden. Das Bezugsverhältnis beträgt 7:3, der Bezugspreis wurde auf 34,74 Euro je Aktie festgelegt. Die nicht bezogenen Aktien erwirbt die Shanghai Electric Germany Holding. Mit dem Erlös sollen unter anderem Kredite zurückgezahlt und Restrukturierungskosten gedeckt werden.

Das Münchener Startup Konux, das Sensorlösungen für die Industrie entwickelt, hat in einer Serie-A-Finanzierungsrunde 7,5 Millioen US-Dollar (rund 6,6 Millionen Euro) erhalten. Beteiligt haben sich Andreas von Bechtolsheim und Michael Baum sowie der Fonds New Enterprise Associates und der MIG-Fonds, der einen Anteil von 3 Millionen US-Dollar bereitgestellt hat. MIG wurde bei der Transaktion durch Lutz Abel unter Federführung von Bernhard Noreisch beraten. Weitere Investoren wurden durch Cooley beraten. Für die Gründer war Wilson Sonsini Goodrich & Rosati tätig.

Der Solarparkbetreiber Capital Stage hat eine Barkapitalerhöhung abgeschlossen. Es wurden rund 7,2 Millionen Aktien zu je 6,75 Euro platziert. Der Bruttoemissionserlös beläuft sich auf 48,9 Millionen Euro. Das frische Kapital soll unter anderem für Akquisitionen eingesetzt werden. Begleitet wurde die Transaktion durch das Bankhaus Lampe,das dabei durch Hogan Lovells unter Federführung von Michael Schlitt beraten wurde.

Green City Energy hat seine aktuelle Anleihe bereits vier Wochen vor Ende der Platzierungsfrist vollständig platziert. Das Volumen beläuft sich auf 10 Millionen Euro. Die Anleihe besteht aus zwei Tranchen mit einer Laufzeit bis 2021 beziehungsweise 2026.

Kuros Biosciences hat im Rahmen einer Lizenzvereinbarung eine Meilensteinzahlung in Höhe von 1 Millionen US-Dollar von dem US-amerikanischen Lizenznehmer Checkmate Pharmaceuticals erhalten. Insgesamt können derartige Zahlungen an Kuros Biosciences von insgesamt bis zu 90 Millionen Euro sowie zweistellige Lizenzgebühren auf erzielte Nettoerlöse fällig werden.

Das Immobilienunternehmen Eyemaxx Real Estate plant eine Kapitalerhöhung um bis zu 0,8 Millionen Euro. Das Bezugsverhältnis beträgt 9:2, der Bezugspreis steht noch nicht fest. Mit dem Erlös sollen Immobilienprojekte in Deutschland und Österreich zugekauft werden, deren Volumen insgesamt im unteren dreistelligen Millionenbereich liegt.

Die auf Energiespeichersysteme spezialisierte Holding Lion E-Mobility hat von einem strategischen Investor eine Kapitalerhöhung in Höhe von 0,5 Millionen Euro erhalten. Der Platzierungspreis lag bei 5 Euro je Aktie. Mit den frischen Mitteln soll ein Testlabor ausgebaut werden.

Im Zuge des Insolvenzverfahrens des Immobilienunternehmens Deikon wird der Verwertungserlös der dritten Unternehmensanleihe ausgezahlt. Die Gläubiger erhalten je 270,38 Euro je Teilschuldverschreibung.

Ratingmeldungen

Die Ratingagentur Moody’s hat das Rating des Immobilienunternehmens CA Immo bei Baa2 bestätigt. Der Ratingausblick wurde jedoch im gleichen Zuge von stabil auf negativ geändert. Grund ist der mögliche Zusammenschluss mit Immofinanz. Moody’s zufolge könnte das fusionierte Unternehmen eine höhere Verschuldung haben und schwächeren osteuropäischen Märkten ausgesetzt sein.

Die Ratingagentur Moody’s hat die Bonitätsnote von Senvion TopCo, der Holdinggesellschaft der Senvion-Gruppe, bei B1 bestätigt. Das B2-Rating der vorrangig besicherten Anleihe der Senvion Holding mit einem Volumen von 400 Millionen Euro wurde ebenfalls bestätigt. Der Ratingausblick wurde von stabil auf positiv geändert. Als Begründung nennt Moody’s die starke Betriebsleistung in den vergangenen zwei Quartalen, die die Erwartungen übertroffen hat.

Das Unternehmensrating der Rickmers Holding, das gegenwärtig bei B- steht, wurde von der Ratingagentur Creditreform mit dem Zusatz „watch“ versehen. Creditreform setzt die Bonitätsbeurteilung auf Beobachtung, da gegenwärtig Refinanzierungsverhandlungen des Tochterunternehmens Rickmers Maritime laufen.

Die Ratingagentur Creditreform hat die Bonitätsnote des Unternehmens Senivita Sozial, eines Betreibers von Hilfs- und Betreuungseinrichtungen, von BB auf B+ geändert. Die Änderung basiert auf den vorläufigen Geschäftszahlen für das Jahr 2015. Der Umsatz ist im Vergleich zum Vorjahr von 28 auf 22,7 Millionen Euro gesunken, das Betriebsergebnis ist weiterhin negativ mit -0,7 Millionen Euro.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

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