Die Bilfinger Zentrale in Mannheim: Das Unternehmen platzierte seine Debütanleihe über 500 Millionen Euro am Kapitalmarkt.

Bilfinger/Eventbild-Service /Ulli Deck

17.12.12
Finanzierungen

Finanzierungen: Bilfinger, Gunvor, Weener Plastik

Bilfinger platziert zum ersten Mal einen Bond mit einem Volumen von 500 Millionen Euro. Die Gunvor Group erhält eine Kreditlinie über 530 Millionen US-Dollar und Weener Plastik refinanziert. Lesen Sie diese und weitere Meldungen zur Unternehmensfinanzierung im FINANCE Wochenüberblick.

Bilfinger debütiert am Kapitalmarkt mit 500 Millionen Bond

Der Ingenieurkonzern Bilfinger hat erstmals in seiner Unternehmensgeschichte eine Anleihe platziert. Sie hat ein Volumen von 500 Millionen Euro und läuft über sieben Jahre bis 2019. Das Debüt am Kapitalmarkt des von S&P mit BBB+ bewerteten Unternehmens trägt einen Kupon von 2,375 Prozent bei einem Emissionspreis von 99,892 Prozent. Sie wird im regulierten Markt der Börse Luxemburg notiert. „Nach dem kürzlich erfolgten positiven Unternehmensrating ist dies ein wesentlicher weiterer Baustein zur Umsetzung unserer Wachstumsstrategie“, kommentierte Finanzvorstand Joachim Müller das Anleihedebüt.

Besonders gefreut haben dürfte es den CFO, dass das Orderbuch der Transaktion mit 5 Milliarden Euro zehnfach überzeichnet war. Investoren aus dem deutschen Sprachraum sowie institutionelle Investoren aus Großbritannien, Skandinavien und den Beneluxländern hatten die Anleihe nachgefragt. Ein Bankenkonsortium aus Commerzbank, Deutsche Bank und UniCredit Bank begleiteten die Transaktion.

Gunvor erhält 530 Millionen US-Dollar schweren Poolkredit

Zusammen mit Crédit Agricole und Natixis hat die Gunvor Group, die mit ihren Haupthandelsaktivitäten in der Schweiz vertreten ist, eine Kreditlinie über 530 Millionen US-Dollar aufgelegt. Die Poolkreditlinie will Gunvor für Rohölgeschäfte in Amerika verwenden. Sie wurde vollständig durch die sechs Hauptbanken gezeichnet. Gunvor ist nach eigenen Angaben einer der weltweit größten unabhängigen Rohstoffhändler mit Handelsstellen in Genf, Singapur, Nassau und Dubai.

Weener Plastik ersetzt Kreditlinien durch Konsortialkredit

Dem Kunststoffverpackungshersteller Weener Plastik ist die Refinanzierung gelungen. Dabei wurden bilaterale Kreditlinien durch eine Konsortialfinanzierung ersetzt. 40 Millionen Euro daraus sollen neben der Unternehmensfinanzierung das Wachstum des Unternehmens fördern. Als Bookrunner agierten die Commerzbank und die Deutsche Bank. „Die neue Konsortialfinanzierung gibt der Gruppe nicht nur Stabilität, sondern kommt aufgrund der bereits vorgesehenen Erhöhungsoptionen auch der zukünftigen Expansion des Unternehmens zugute“, sagt Dr. Sascha H. Schmidt, Local Partner bei White & Case in Frankfurt. Weener Plastik stellt Verpackungen für Körperpflege- und Kosmetikprodukte, Lebensmittel, für den Haushalt sowie für Chemie und Pharmazie her. Im Februar 2012 übernahm der Finanzinvestor Lindsay Goldberg LLC die Anteile der Eigentümerfamilie.

Weitere Meldungen zur Unternehmensfinanzierung:

Die auf kleine und mittlere Unternehmen (KMU) spezialisierte Finanzierungsgesellschaft Bibby Financial Services hat ihren ersten Standort in Singapur eröffnet. Damit will Bibby ihren Kunden auch dort ein breites Portfolio für die Handelsfinanzierung anbieten können und stärkt eigenen Angaben zufolge seine Präsenz im Asien-Pazifik-Raum. Dort hat Bibby bereits Niederlassungen in Indien, Australien, Neuseeland und Hongkong. Hierzulande kennen Firmen Bibby seit dem Markteintritt 2008 über die Finanzierungsinstrumente Factoring und Exportfactoring.

Die Projektentwickler Köhler & von Bargen Immobilien und die Picom Vermögensverwaltungsgesellschaft finanzieren einen Grundstückskauf über Sale-and-Lease-back. Sie erwarben vom Elektronikhersteller Sharp ein Grundstück mit einer Fläche von 33.000 Quadratmetern  in Hamburg-Hammerbrook. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen vereinbart.

Die Gewerbesiedlungs-Gesellschaft (GSG) hat einen Kredit über 269,6 Millionen Euro mit einem Bankenkonsortium bestehend aus fünf deutschen Banken vereinbart. Der neue Kredit dient der Refinanzierung des bei der RBS ausstehenden Darlehens von 281,9 Millionen Euro. Die verbleibenden 12,3 Millionen Euro werden laut Unternehmensmitteilung von der ORCO Germany, der Muttergesellschaft der GSG, abgedeckt.

Die Agentur Moody’s setzt das Rating von ThyssenKrupp (Baa3) auf Review für eine mögliche Herabstufung. Auch für Standard&Poor’s ist die Trennung vom Verlustbringer Steel Americas entscheidend für ThyssenKrupps Kreditwürdigkeit im kommenden Jahr. Das Rating von BB+ sei laut Analysten der Ratingagentur eng verknüpft mit einem erfolgreichen Verkauf der Stahlwerke in den USA und Brasilien.

anne-kathrin.meves[at]finance-magazin.de