Die Biotech-Unternehmen Biontech und Curevac, die beide an einem Impfstoff für das Coronavirus forschen, haben sich frisches Kapital besorgt.

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27.07.20
Finanzierungen

Finanzierungen: Biontech, Curevac

Biontech sammelt eine halbe Milliarde Dollar ein. Curevac sichert sich ebenfalls frisches Kapital und strebt an die Börse – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

Biontech sammelt über 500 Millionen Dollar ein

Das Biotechnologieunternehmen Biontech hat ein neues Zeichnungsangebot mit einem Volumen von 5,5 Millionen American Depositary Shares (ADS) mit fester Übernahmezusage bekanntgegeben („Underwritten Offering“). Der Emissionspreis liegt bei 93 Dollar (rund 80,32 Euro) je ADS, wodurch Biontech ein Bruttoemissionserlös in Höhe von 551,5 Millionen Dollar (rund 476,3 Millionen Euro) zufließen wird.

Mit dem Geld wollen die Mainzer die Entwicklung eines Impfstoffes für das Coronavirus und weitere Impfstoffprojekte im Bereich Krebs finanzieren. JP Morgan, BofA Securities und Berenberg fungieren als Lead Joint Book-Running Managers im Rahmen des Underwritten Offering sowie als Joint Dealer-Managers und Subscription Agents für das Rights Offering. Zudem begleiten UBS Investment Bank als Joint Book-Running Manager und Canaccord Genuity als Lead Manager das Underwritten Offering. Commerzbank, Wolfe Capital Markets and Advisory und Bryan, Garnier & Co. sind Co-Manager des Underwritten Offering.

IPO-Pläne bei Curevac

Curevac sammelt erneut frisches Kapital ein: Das Tübinger Biotech-Unternehmen hat eine private Finanzierungsrunde über einen Gesamtbetrag von 640 Millionen Dollar (560 Millionen Euro) abgeschlossen. Im Zuge der Runde hat sich die Deutsche Bundesregierung über die KfW mit 343 Millionen Dollar (rund 300 Millionen Euro) und Glaxosmithkline mit 171 Millionen Dollar (rund 150 Millionen Euro) beteiligt. Die beiden Beteiligungen hatte der Corona-Impfstoffentwickler Curevac bereits in den vergangenen Wochen bekannt gegeben. Zusätzlich haben sich nun der Staatsfond Katars, Qatar Investment Authority, und eine Gruppe bestehender sowie neuer Investoren mit rund 126 Millionen Dollar (rund 110 Millionen Euro) an der Runde beteiligt.

Darüber hinaus strebt das deutsche Biotech-Unternehmen einen IPO in den USA an. Der geplante Börsengang an der Nasdaq wird federführend von der Bank of America (BoFA Securities), Jefferies und Credit Suisse begleitet. Das Volumen und der konkrete Zeitpunkt sind noch nicht bekannt. Reuters zufolge soll der SAP-Mitgründer und Curevac-Haupteigentümer Dietmar Hopp zugestimmt haben, im Zuge des Börsengang Anteile über 100 Millionen Euro zu kaufen.

Weitere Meldungen

Der Zuckerproduzent Südzucker hat sein Commercial-Paper-Programm über 600 Millionen Euro erneuert. Wie die begleitende Kanzlei Schilling, Zutt & Anschütz (Federführung: Dietrich F. R. Stiller und Markus Pfüller) mitteilt, ist der Arrangeur des Programms die DZ Bank. Zehn weitere Banken agieren als Dealer. Die Emissions- und Zahlstelle ist die Deutsche Bank. Weitere Details zur Transaktion sind nicht bekannt.

Das Münchner Finanz-Start-Up Scalable Capital hat in einer Series-D-Finanzierungsrunde frisches Kapital in Höhe von 50 Millionen Euro eingesammelt. An der Runde beteiligt waren dem digitalen Vermögensverwalter zufolge ein neuer und alle bestehenden Investoren. Demnach haben Black Rock, HV Holtzbrinck Ventures und Tengelmann Ventures erneut investiert. Mit dem Geld will Scalable das Wachstum in der Vermögensverwaltung und im Brokerage sowie im B2B-Geschäft weiter beschleunigen. Insgesamt steigt das Finanzierungsvolumen des Unternehmens damit seit der Gründung 2014 auf 116 Millionen Euro.

Die zukünftige Adler Real Estate Gruppe, der Zusammenschluss von Adler Real Estate und Ado Properties, hat die Finanzierung von zwei Wohnimmobilienportfolien mit einem Gesamtvolumen von 426 Millionen Euro abgeschlossen. Bereitgestellt wird diese von der LBBW, die bei der Transaktion rechtlich von der Kanzlei DLA Piper (Federführung: Frank Schwem und Torsten Pokropp) beraten wurde.

Ratingmeldungen

S&P hat das Rating von Schaeffler von BBB- auf BB+ herabgestuft. Damit verliert der Autozulieferer sein Investmentgrade-Rating und rutscht in den Junk-Bereich ab. Als Grund für das Downgrade führt S&P schwächere Kreditkennzahlen in der Coronakrise an, da das Produktionsvolumen im Automobilsektor deutlich zurückgegangen ist. Die Agentur hatte das Schaeffler-Rating bereits im August vergangenen Jahres mit einem negativen Ausblick versehen. Auch Moody’s hatte das Rating im Juni auf Ba1 gesenkt, womit dieses nicht mehr im Investmentgrade-Bereich liegt. Bei Fitch steht Schaeffler auf einem Rating von BBB- mit negativem Ausblick.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

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