Continental sammelt 750 Millionen Euro am Anleihemarkt ein

Continental

15.07.13
Finanzierungen

Finanzierungen: Continental, Gagfah, Kion

Der Automobilzulieferer Continental hat eine Anleihe über 750 Millionen Euro platziert. Der Immobilienkonzern Gagfah sammelt durch Kapitalmaßnahmen 176 Millionen Euro ein. Kion optimiert nach dem Börsengang die Finanzierungstruktur. Diese und weitere Finanzierungen finden Sie im FINANCE-Überblick.

Continental sammelt 750 Millionen Euro am Anleihemarkt ein

Der Automobilzulieferer Continental hat eine Anleihe über 750 Millionen Euro platziert. Die Anleihe läuft fünf Jahre und wird mit 3,0 Prozent fest verzinst. Mit dem Emissionserlös will der DAX-Konzern teilweise eine im September 2010 begebenen Anleihe vorzeitig refinanzieren, wodurch sich die Zinskosten reduzieren sollen.

Darüber hinaus hat Hogan Lovells die Landesbank Baden-Württemberg und Continental bei der Verbriefung von Handelsforderungen der Tochtergesellschaften der Continental in Polen und Tschechien mit einem Volumen von 175 Millionen Euro beraten.

Gagfah sammelt 176 Millionen Euro ein

Der Immobilienkonzern Gagfah hat durch den Verkauf eigener Aktien und eine Kapitalerhöhung netto rund 176 Millionen Euro eingesammelt. Mit rund zwei Drittel des Nettoerlöses will Gagfah seine Kapitalstruktur optimieren und damit unter anderem höher verzinsliche Anleihen zurückzahlen. Insgesamt platzierte das MDax-Unternehmen in einem beschleunigten Platzierungsprozesses 9,5 Millionen neue Aktien sowie 10,5 Millionen eigene Aktien bei institutionellen Investoren. Der Platzierungspreis lag bei 8,85 Euro pro Aktie.

Zudem trennte sich die Beteiligungsgesellschaft Fortress im Zuge der Kapitalmaßnahmen von einigen ihrer Anteile. Fortress stieß im Rahmen der Transaktion 20 Millionen Gagfah-Aktien ab. Durch diesen Schritt verringerte die Beteiligungsgesellschaft ihren Anteil an Gagfah auf etwa 48,8 von zuvor 60,8 Prozent.

Kion optimiert nach Börsengang die Finanzierung

Der Börsengang von Kion ist noch nicht lange her, schon nimmt der Gabelstablerhersteller seine Finanzierugnstruktur in Angriff. Das Unternehmen aus Wiesbaden löst mit 1,08 Milliarden Eur die bestehenden langfristigen Bankdarlehen aus der Akquisitionsfinanzierung vollständig ab. Die Rückzahlung erfolge aus Erlösen des Börsengangs und der Kapitalerhöhung durch Weichai Power im Zuge des Börsengangs sowie aus bestehenden Barreserven und Mitteln einer neuen, revolvierenden Kreditlinie, teilte Kion mit.

Zudem hat sich Kion eine neue, revolvierende Kreditlinie in Höhe von 995 Millionen Euro bis 2018 gesichert. Daraus will der Gabelstablerhersteller rund 175 Millionen Euro in Anspruch nehmen, um damit in dieser Woche variabel verzinsliche Unternehmensanleihen mit Fälligkeit im Jahr 2018 abzulösen.

„Nach der Ablösung dieser Anleihen, der Umwandlung eines Gesellschafterdarlehens im Zuge des Börsengangs sowie der Ablösung der Bankdarlehen aus der Akquisitionsfinanzierung umfasst die langfristige Fremdfinanzierung des Unternehmens noch besicherte Unternehmensanleihen mit einem Volumen über 325 Millionen Euro mit Fälligkeit im Jahr 2018 und über 650 Millionen Euro mit Fälligkeit im Jahr 2020“, teilte Kion weiter mit.

Der Gabelstablerhersteller kann sich auch im Nachgang an den Börsengang über eine deutlich versbesserte Bonitätsnote freuen. Moody's hat das Rating von Kion am 2. Juli 2013 um drei Stufen auf Ba3 hochgestuft. Am 5. Juli 2013 folgte Standard & Poor's und setzte das Rating auf BB- mit positivem Ausblick.

Deutsche Rohstoff platziert Anleihe nur zur Hälfte

Die Deutsche Rohstoff konnte ihre Anleihe nicht vollständig platzieren. Lediglich 52,5 Millionen Euro hat das Unternehmen von den ursprünglich anvisierten 100 Millionen Euro einsammeln. „Das Marktumfeld ist im Laufe des Junis deutlich schwieriger geworden“, sagte Thomas Gutschlag, Finanzvorstand der Deutsche Rohstoff. „Die frischen Mittel aus der Anleihe versetzen uns in die Lage, alle derzeit bis zu 80 geplanten und genehmigten Horizontalbohrungen bei Tekton mit zunächst einem Bohrgerät durchzuführen.“

Weitere Finanzierungen

Die Cybits Holding hat eine Wandelanleihe platziert. Mit dem Erlös in Höhe von 985.000 Euro will das Unternehmen neuen Produkte der hundertprozentigen Tochter Cybits im eFinance-Bereich und die anstehende Expansion ins benachbarte Ausland finanzieren.

Hengeler Mueller berät die TenneT Holding bei der gemeinsamen Finanzierung der Westküstenleitung mit den Bürgern in Dithmarschen und Nordfriesland. TenneT begibt hierzu die „Bürgeranleihe-Westküstenleitung“ in Form einer Hybridanleihe mit unbestimmter Laufzeit.

Der regionale Energieversorger BioEnergie Taufkirchen begibt eine Anleihe im Volumen von 15 Millionen Euro. Das Papier wird mit 6,5 Prozent verzinst und läuft sieben Jahre. Scope bewertet das Unternehmen mit BBB-, Ausblick positiv.

Grand City Properties stockt die im Juni begebene siebenjährige Unternehmensanleihe mit Endfälligkeit am 3. Juni 2020 und einem Kupon von 6,25 Prozent um bis zu 100 Millionen Euro auf. Damit würde sich das Volumen bei vollständiger Platzierung verdoppeln.

Das deutsch-amerikanische Krebsdiagnostik-Unternehmen Epigenomics startet American-Depositary-Receipt-(ADR)-Programm.

Dialog Semiconductor hat einen Konsortialkredit in Höhe von 125 Millionen US-Dollar abgeschlossen. Der Vertrag wurde im Zusammenhang mit der Übernahme des US-Unternehmens iWatt durch Dialog Semiconductor abgeschlossen.

Die Software AG hat einen Schuldschein über insgesamt 300 Millionen Euro platziert. Dabei konnte das Darmstädter Softwareunternehmen 250 Millionen Euro und 65 Millionen US-Dollar einsammeln. Die Tranchen laufen zwei, drei und vier Jahren und sind sowohl mit fester als auch mit variabler Verzinsung versehen. Der durchschnittliche Zinssatz des festverzinslichen Volumens beträgt dem Unternehmen zufolge 1,8 Prozent. Aufgrund der großen Nachfrage hat die Software AG das ursprünglich geplante Volumen von 150 Millionen Euro verdoppelt.

Baker & McKenzie hat die SEB bei ihrem ersten immobilienbesicherten Schuldscheindarlehen in Deutschland als Arranger, Agent, Darlehensgeber und Sicherheitentreuhänder beraten. Das Schuldscheindarlehen wurde in Höhe von 26 Millionen Euro wurde von einem geschlossenen Fonds, der von der Rockspring Property Investment Managers geleitet wird, platziert.

Wallenborn Adria Wind will eine Anleihe über bis zu 80 Millionen Euro platzieren. Der Kupon beträgt 7 Prozent.

Der Maschinen- und Anlagebauer Rena hat in der erster Phase seiner Anleiheemission nur 13 Millionen Euro platziert. Das Unternehmen hatte ursprünglich geplant, mit dem Bond bis zu 40 Millionen Euro einzusammeln zuzüglich weiterer 10 Millionen Euro. Das Papier wird mit 8,25 Prozent verzinst und läuft bis 2018.

Ratingmeldungen

Moody's stuft das Rating des Carbonhersteller SGL Carbon von Ba2 auf Ba3 herunter, Ausblick negativ.

Moody’s stuft die HSH Nordbank von Baa2 auf Baa3 herunter, Ausblick stabil.

Moody’s setzt den Ratingausblick Daimler von positiv auf stabil und bestätigt die Ratings bei A3 bzw. P-2.

sabine.paulus[at]finance-magazin.de