Finanzierungen: Daimler, EnBW, Helma Eigenheimbau

Daimler

17.03.14
Finanzierungen

Finanzierungen: Daimler, EnBW, Helma Eigenheimbau

Der Autobauer Daimler zapft als erstes ausländisches Unternehmen den Onshore-Renminbi-Bondmarkt an. Der Energieversorger EnBW begibt die zweite Hybridanleihe in der Unternehmensgeschichte. Der Massivhäuserspezialist Helma Eigenheimbau beschließt eine Kapitalerhöhung und will seine Mittelstandsanleihe aufstocken. Diese und weitere Finanzierungs-News lesen Sie im FINANCE-Überblick.

Daimler begibt als erster ausländischer Konzern Panda-Bond

Daimler sorgt für Furore am chinesischen Kapitalmarkt. Als erstes ausländisches Unternehmen hat der Stuttgarter Autobauer am vergangenen Freitag eine einjährige Onshore-Renminbi-Anleihe über 500 Millionen Renminbi (umgerechnet rund 60 Millionen Euro) begeben. Der Kupon liegt einer Pressemitteilung des Kernregulators für den Interbanken-Markt in China, der National Association of Financial Market Institutional Investors (NAFMII), zufolge bei 5,2 Prozent. Das entspricht laut Reuters einer Rendite „von vergleichbaren Emissionen chinesischer Unternehmen mit einem „AAA-“-Rating“.

Der sogenannte Panda-Markt ist erst seit vergangenem Dezember auch für internationale Unternehmen geöffnet. Bislang war es nur chinesischen Unternehmen vorbehalten, in Festlandchina einen Bond zu begeben. „Wir freuen uns, gemeinsam mit den chinesischen Behörden ein neues Finanzierungsinstrument geschaffen zu haben, das internationale Maßstäbe erfüllt“, sagte Daimler-CFO Bodo Uebber in einer Mitteilung. Gemeinsam mit der Bank of China und begleitet von den chinesischen Finanzaufsichtsbehörden habe Daimler damit eine wichtige Refinanzierungsquelle am chinesischen Kapitalmarkt erschlossen. „Mit der Emission sind wir Vorreiter und haben zugleich einen Beitrag geleistet, den chinesischen Kapitalmarkt für internationale Emittenten zu öffnen“, sagte Uebber.

EnBW begibt Hybridanleihe über 1 Milliarde Euro

Der Energieversorger EnBW hat eine Hybridanleihe in Höhe von 1 Milliarde Euro emittiert. Die ersten Zinsen muss der Konzern Anfang April 2015 zahlen. EnBW kann die Anleihe zudem erstmals im April 2021 und danach alle fünf Jahre vorzeitig zurückzahlen. Der Hybrid, der bis 2076 läuft, ist mit einem Kupon von zunächst 3,625 Prozent ausgestattet. EnBW könnte die Zinszahlungen zur Not zwar aussetzen, muss sie aber nachzahlen, falls der Energieversorger wieder dividendenfähig ist oder andere Hybridanleihen bedient.

EnBW wird derzeit von Moody’s mit A3, Ausblick negativ, und von S&P und Fitch mit A-, Ausblick stabil, bewertet. Wie üblich liegt das Rating des Hybrids niedriger: Moody’s bewertet den EnBW-Hybrid vorsorglich mit Baa2. Zudem klassifiziert die Ratingagentur die Hybridanleihe zur Hälfte als Eigenkapital, was die die Kreditwürdigkeit der Karlsruher stärkt. Barclays, Credit Suisse, Deutsche Bank, HSBC und Société Générale waren als Konsortialbanken tätig. Die Transaktion wurde von der Deutschen Bank und der HSBC in Zusammenarbeit mit EnBW strukturiert.

Die aktuelle Emission ist der zweite Hybrid für EnBW: Der Energieversorger hat bereits in den Jahren 2011 und 2012 eine Hybridanleihe über insgesamt 1 Milliarde Euro platziert – die erste Tranche im Oktober 2011 mit einem Volumen von 750 Millionen Euro, Mitte März 2012 folgte die zweite Tranche über 250 Millionen Euro. Auch andere Unternehmen wie der Energieversorger Thüga oder der Autobauer Volkswagen haben in den vergangenen Monaten Hybrids platziert.

Helma beschließt Kapitalerhöhung und Anleiheaufstockung

Der Massivhäuserspezialist Helma Eigenheimbau beschließt eine Kapitalerhöhung. Wie das Unternehmen mitteilte, will es das Grundkapital der Gesellschaft von derzeit 3,1 Millionen Euro auf bis zu 3,41 Millionen Euro erhöhen. Zudem plant Helma, die im September 2013 emittierte Mittelstandsanleihe über 25 Millionen Euro im Rahmen einer Privatplatzierung bei institutionellen Investoren um bis zu 10 Millionen Euro aufzustocken. Mit den frischen Mitteln aus der Kapitalerhöhung und der Anleiheaufstockung will Helma im Wesentlichen sein Projektgeschäft in den Ballungsräumen deutscher Großstädte ausweiten. Steubing begleitet die Transaktionen als Sole Global Coordinator und Bookrunner.

Bayer verkauft ATX-101-Rechte an Kythera

Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer verkauft seine Vertriebsrechte an dem Entwicklungsprodukt ATX-101 für Märkte außerhalb der USA und Kanada an Kythera. Im Jahr 2010 hatte Bayer diese Rechte von Kythera erworben. ATX-101 ist ein Mittel zur Reduzierung von submentalem Fett (Doppelkinn), das sich im letzten Entwicklungsstadium befindet. Im Zuge der Transaktion erhält Bayer Stammanteile an Kythera im Wert von 33 Millionen US-Dollar sowie einen Schuldschein über 51 Millionen US-Dollar, zahlbar von Kythera bis zum Jahr 2024. Bayer stehen eigenen Angaben zufolge außerdem langfristig Meilenstein-Zahlungen auf Umsätze außerhalb der USA und Kanadas zu.

Westgrund schließt neue Kreditverträge ab

Die Immobiliengesellschaft Westgrund hat mit der NordLB Kreditverträge von über 40 Millionen Euro abgeschlossen, um bestehende Darlehen mit kurzen Restlaufzeiten umzufinanzieren. Das Berliner Unternehmen nutze das historisch niedrige Zinsniveau um sich die günstigen Zinsen langfristig zu sichern, heißt es. „Mit der Umwandlung laufender Finanzierungen gehen wir einen wichtigen Schritt in Richtung Risikominimierung“, erklärt Sascha Giest, CFO von Westgrund. „Natürlich ist die Versuchung groß, durch kurze Darlehenslaufzeiten Zinsen zu sparen und damit das aktuelle Nettoergebnis zu bessern.“ Doch könne sich das schon bei geringen Zinsverschiebungen nach oben rächen. Westgrunds Wohnungsbestände seien langfristige Investments und gehörten entsprechend langfristig finanziert. Die durchschnittliche Restlaufzeit der Darlehen im Westgrund-Konzern steigt nach Unternehmensangaben durch die Refinanzierung um zwei Jahre auf knapp unter acht Jahre. Der konzernweite Durchschnittszinssatz liegt bei 3,2 Prozent.

Weitere Finanzierungen

Der angeschlagene Maschinenbauer Rena sieht sich bei den Finanzierungsgesprächen auf Kurs. Im Gespräch mit FINANCE gibt Rena exklusiv Antworten: Ein Sonderkündigungsrecht haben die Gläubiger der beiden Mittelstandsanleihen demnach wohl nicht.

Der Hemdenhersteller Seidensticker kann ein in diesem Monat auslaufendes Schuldscheindarlehen im Volumen von 5 Millionen Euro ohne neue Kreditaufnahme zurückzahlen. Die vergangenen Investitionen im Retail haben sich offenbar gelohnt – doch das schwache erste Quartal wirkt noch nach.

Sparkassen
und BayernLB gemeinsam haben im vergangenen Jahr Darlehen der staatlichen Förderinstitute KfW, LfA Förderbank Bayern und Landwirtschaftliche Rentenbank mit einem Gesamtvolumen von mehr als 2,9 Milliarden Euro vergeben. Die S-Finanzgruppe in Bayern bearbeitete eigenen Angaben zufolge im vergangenen Jahr mehr als 25.000 Förderanträge. Insbesondere Förderprogramme, die auf den sparsamen und effizienten Umgang mit Energie abzielen, waren demnach gefragt.

Die Frankfurter Wertpapierbörse genehmigt den Antrag von n.runs auf Widerruf der Zulassung der Aktien zum regulierten Markt. Der Widerruf wird mit Ablauf des 10. September wirksam.

Mit einem Kredit von 40 Millionen Euro finanziert die KfW Ipex-Bank die Erweiterung des Zentrallagers Wels der Spar Österreichische Warenhandels-AG. Mit dem Kredit soll der Erwerb vollautomatischer Kommissionierungs-Technologie, die vom mittelständischen deutschen Unternehmen Witron geliefert wird, größtenteils finanziert werden.

Das Biotechunternehmen Qiagen kauft bestehende Wandelschuldverschreibungen, die 2026 fällig werden, zurück und kündigt die geplante Begebung neuer Wandelschuldverschreibungen in Kombination mit einer auf diese bezogenen Absicherungstransaktion und der Ausgabe von Optionsscheinen an.

Die Catering und Hospitality Gruppe DO & CO hat erstmals eine Anleihe begeben und dabei 150 Millionen Euro eingesammelt. Das Papier läuft sieben Jahre und wurde insbesondere in Österreich und in Deutschland platziert. Die internationale Anwaltskanzlei DLA Piper Weiss-Tessbach hat das Unternehmen bei der Emission beraten.

Ratingmeldungen

Moody's hat das Rating der Royal Bank of Scotland von A3 auf Baa1 gesenkt. Die Agentur begründete diesen Schritt mit der schwächer als erwarteten Kapitalposition Ende 2013. Zudem sei zwar der angekündigte Restrukturierungsplan positiv, berge aber auch Risiken.

Fitch senkt das langfristige Ausfallrating von Metro von BBB auf BBB-. Der Ratingausblick ist stabil.

Scope zieht das Management Rating (AA-) von Hannover Leasing zurück, da die Ratingagentur gegenwärtig ein neues Asset Management Quality Rating erstellt.

Creditreform Rating setzt aufgrund der anhaltenden Krise um die ukrainische Halbinsel Krim das Rating von Ekosem-Agrar, deutsche Holdinggesellschaft der auf Milchproduktion in Russland ausgerichteten Unternehmensgruppe Ekoniva, von BB (Ausblick stabil) auf BB (Ausblick watch) gesetzt.

sabine.paulus[at]finance-magazin.de