Die Deutsche Rohstoff AG stockt die neue Mittelstandsanleihe um rund 10 Millionen Euro auf.

Deutsche Rohstoff AG

03.01.17
Finanzierungen

Finanzierungen: Deutsche Rohstoff AG, Flughafen Hahn, Deutsche Telekom

Die Deutsche Rohstoff AG kann ihre Anleihe aufstocken, der Flughafen Hahn erhält eine erste Darlehensrate und die Deutsche Telekom gewährt ihrer US-Tochter einen Milliardenkredit – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

Deutsche Investorenkonferenz 2017

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Deutsche Rohstoff AG mit Nachplatzierung bei Bond

Statt der geplanten 75 Millionen Euro hatte die Deutsche Rohstoff AG bei ihrer Bondplatzierung im Sommer nur 40,6 Millionen Euro eingesammelt. Nun ist es dem Unternehmen gelungen, das Volumen noch einmal deutlich aufzustocken. Durch Nachplatzierungen warben die Mannheimer weitere 10,1 Millionen Euro ein. Das ausstehende Volumen der mit 5,625 Prozent verzinsten Anleihe steigt dadurch auf insgesamt 50,7 Millionen Euro.

Flughafen Hahn bleibt vorerst liquide

Der kriselnde Flughafen Hahn im Hunsrück hat die erste Rate eines insgesamt 34 Millionen Euro umfassenden Darlehens vom Land Rheinland-Pfalz erhalten. Zunächst seien 1,3 Millionen Euro ausgezahlt worden, teilte Innenstaatssekretär Randolf Stich mit. Im Gegenzug habe der Flughafen schon die ersten Zinsen überwiesen. Der Flughafen bleibe damit vorerst zahlungsfähig. Für die Auszahlung weiterer Kreditraten müssten Wirtschaftsprüfer mit Blick auf den laufenden Verkaufsprozess für den Flughafen eine erneute positive Fortführungsprognose stellen.

Deutsche Telekom gewährt US-Tochter Milliardenkredit

Die Telekom stellt ihrer amerikanischen Tochter T-Mobile US einen dreijährigen Kredit über 2,5 Milliarden Dollar (knapp 2,4 Milliarden Euro) zur Verfügung. Der revolvierende Kredit läuft über drei Jahre und ist in zwei Tranchen unterteilt. 1,5 Milliarden Dollar der Summe sind besichert. Durch das Darlehen der Konzernmutter bekommt T-Mobile US eine günstigere und flexiblere Liquiditätsreserve. Die bisher vorgehaltenen Mittel will das US-Unternehmen zur Rückzahlung von hochverzinslichen Finanzverbindlichkeiten nutzen. Außerdem erhält die Tochter zudem einen besicherten Kredit (Term-Loan B) über 660 Millionen Dollar.

Die Deutsche Telekom musste für den 2,5 Milliarden Dollar schweren Kredit kein zusätzliches Fremdkapital aufnehmen, da die Mittel lediglich als Reserve gedacht seien, teilte der Konzern mit. Insgesamt beläuft sich die Liquiditätsreserve der Deutschen Telekom selbst derzeit auf 12,9 Milliarden Euro.

Weitere Finanzierungen

Die ALD Autoleasing D hat in einer öffentlichen ABS-Transaktion Anleihen über 730 Millionen Euro begeben. Die Bonds sind mit Auto-Leasingforderungen und Autorestwerten besichert. Als Emittentin fungierte die neue Gesellschaft Red & Black Auto Lease 2. Die Transaktion wurde von der Société Générale durchgeführt, die dabei von Baker McKenzie unter Federführung von Martin Kaiser beraten wurde.

Der europäische Immobilienfinanzierer Invesco Real Estate erhält einen Immobilienkredit über bis zu 1 Milliarde Euro. Die Mittel werden von der Aareal Bank und Allianz Real Estate zur Verfügung gestellt, die bei der Transaktion von DLA Piper beraten wurden. Die Kreditlinie teilt sich in Erstkredite über 610 Millionen Euro, die zur Finanzierung eines Portfolios in Großbritannien, Spanien, Frankreich, Deutschland, Italien, den Niederlanden und Polen verwendet werden soll. Diese Kredite werden von der Allianz mit 366 Millionen Euro kofinanziert. Der Kredit an Invesco Real Estate enthält zudem eine Aufstockungsoption um 390 Millionen Euro, die allerdings noch nicht festgeschrieben ist.

E.on
braucht offenbar frisches Kapital, um die 10 Milliarden Euro schwere Zahlung an den staatlichen Atomfonds zu finanzieren. Rund 2 Milliarden Euro wolle der Energieversorger dafür über den Kapitalmarkt einsammeln, erklärte CEO Johannes Teyssen gegenüber der „Rheinischen Post“. Mit welchem Instrument das Unternehmen an den Markt gehen will, ist dagegen allerdings noch offen.

Medienberichten zufolge soll sich die Eröffnung des neuen Berliner Flughafens BER erneut verzögern. Grund dafür sollen laut den Berichten auch Probleme bei der Bereitstellung eines wichtigen Kredits sein, der nach Informationen der „Bild“-Zeitung ein Volumen von 1,1 Milliarden Euro haben soll. Grund für die Verzögerung bei der Auszahlung sollen wohl fehlende Genehmigungen sein.

Vier Investoren der österreichischen Autobank haben Forderungen über Nachrangdarlehen in Höhe von 800.000 Euro in das Unternehmen eingebracht. Die Nachrangverbindlichkeiten werden durch diesen gesellschaftsrechtlichen Akt in Aktienkapital gewandelt. Als Gegenleistung für die Einbringung erhalten die Investoren 800.000 neu ausgegebene Inhaberaktien zum Ausgabepreis von jeweils 1 Euro.

Die Aktien der Strategieberatung Ganaria sind in den Handel im Freiverkehr der Börse Düsseldorf aufgenommen worden. Der erste Kurs wurde mit 1,05 Euro festgestellt. Als Lead Manager der Transaktion fungierte die Acon Actienbank.

Die Aktien der Procredit Holding sind seit dem 22. Dezember 2016 an der Frankfurter Börse notiert. Die Bankengruppe, die auf kleine und mittlere Unternehmen mit einen Schwerpunkt in Südost- und Osteuropa fokussiert ist, wurde bei dem Schritt von der Kanzlei Freshfields begleitet. Rund 54 Millionen Aktien werden gehandelt, der erste Kurs lag bei 12,29 Euro.

Ratingmeldungen

Scope hat das Corporate-Rating von Alno von CCC auf CC herabgestuft. Die 45 Millionen Euro schwere Anliehe stufte Scope von B- auf CC herab. Der Ausblick ist negativ. Scope begründete die Herabstufung damit, dass das Unternehmen nach wie vor einen negativen operativen Cashflow erziele. Es sei in Finanzierungsfragen nach wie vor stark von Brückenfinanzierungen mit alten und neuen Shareholdern sowie einem Standstill-Abkommen mit dem vormaligen Schlüsselinvestor Whirlpool abhängig. Mit Blick auf anstehende Fälligkeiten in den Jahren 2017 und 2018 sieht Scope Refinanzierungsrisiken.

Die Mauser Holding, die Einheit an der Spitze des Verpackungsmittelherstellers Mauser, hat von Moody’s ein Unternehmensrating von B3 erhalten. Gleichzeitig hat die Agentur das bisherige gleichlautende Rating der Mauser Corporate GmbH zurückgezogen. Der Ausblick ist stabil.

Das Rating der Immobiliengesellschaft Deutsche Wohnen bleibt bei A3. Die Ratingagentur Moody’s hat dem Unternehmen zudem ein kurzfristiges Rating von P-2 erteilt. Der Ausblick des langfristigen Ratings ist stabil.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

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