Der Milchproduzent Ekosem Agrar platziert eine Anleihe über 40,6 Millionen Euro.

Ekosem Agrar

05.08.19
Finanzierungen

Finanzierungen: Ekosem Agrar, EnBW, Scalable

Ekosem Agrar begibt seine dritte Anleihe, EnBW platziert einen grünen Hybrid und Scalable Capital schließt eine Finanzierungsrunde ab – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

Ekosem Agrar platziert dritte Anleihe

Der deutsch-russische Milchproduzent Ekosem Agrar hat seine dritte Unternehmensanleihe über 40,6 Millionen Euro emittiert. Ursprünglich war ein Volumen von bis zu 100 Millionen Euro geplant. Der Zinssatz des Bonds liegt bei 7,5 Prozent, die Laufzeit beträgt fünf Jahre. Bisherige Bondholder konnten ihre Papiere tauschen: Die Umtauschquote der 2021 fälligen Anleihe über 50 Millionen Euro betrug rund 27 Prozent und somit 13,4 Millionen Euro.

Mit dem frischen Geld will Ekosem Agrar weitere Agrarbetriebe und landwirtschaftliche Flächen erwerben. Die Transaktion wurde von Görg als Rechtsberater und der IR.on als Kommunikationsberater begleitet.

EnBW emittiert zwei grüne Hybridanleihen

Der Energieversorger EnBW hat als erster deutscher Emittent zwei grüne Hybridanleihen aufgelegt. Wie die Karlsruher mitteilten, beträgt das Volumen der grünen Transaktion insgesamt 1 Milliarde Euro. Die an der Börse Luxemburg platzierten Papiere haben eine Laufzeit von rund 60 Jahren. Die Anleihe mit einem anfänglichen Kupon von 1,125 Prozent kann erstmalig 2024 vorzeitig zurückgezahlt werden, die Anleihe mit einer Verzinsung von 1,625 Prozent erst 2027.

BNP Paribas und Deutsche Bank koordinierten die Transaktion. Als Joint Lead Manager fungierten Barclays, BayernLB, Citi, HSBC und Morgan Stanley. Rechtlich wurde EnBW von Clifford Chance und die Banken von Linklaters beraten. Das Nachhaltigkeitsrating für die beiden Papiere übernahm die Ratingagentur ISS-Oekom.

Scalable Capital sammelt 25 Millionen Euro ein

Das Münchner Finanz-Start-up Scalable Capital hat in einer Serie-C-Finanzierungsrunde weiteres Wachstumskapital in Höhe von 25 Millionen Euro erhalten. Geldgeber sind BlackRock, HV Holtzbrinck Ventures und Tengelmann Ventures, die jeweils bereits an Scalable Capital beteiligt sind. Damit steigt die Gesamtfinanzierung des digitalen Vermögensverwalters eigenen Angaben zufolge auf 66 Millionen Euro. Mit dem frischen Geld aus der Finanzierungsrunde will das Unternehmen vor allem die Entwicklungsabteilung weiter ausbauen.

Weitere Meldungen

Die insolvente Fluglinie Air Berlin könnte bald staatsschuldenfrei sein. Von dem 150 Millionen Euro schweren KfW-Kredit sind nur noch 10 Millionen Euro offen. Das teilte der Insolvenzverwalter mit. Für die übrigen Gläubiger sieht die Lage schlechter aus.

Der Freizeitartikelhersteller Kettler ist zum dritten Mal insolvent. Für die Kettler Freizeit GmbH und Kettler Plastics GmbH wurde ein Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Dabei war erst vor rund acht Monaten ein Finanzinvestor bei dem Traditionsunternehmen eingestiegen.

Das Berliner Logistik-Start-Up Sennder hat sich im Rahmen einer Serie-C-Finanzierungsrunde rund 70 Millionen Dollar (63,4 Millionen Euro) gesichert. Die Runde wurde von dem deutsch-schweizerischen VC-Investor Lakestar angeführt. Ebenfalls beteiligten sich die Siemens-Einheit Next47 und das italienische Family Office H14 als neue Investoren sowie die Bestandsinvestoren Accel, HV Holtzbrinck Ventures, Scania Growth Capital und Project A. Taylor Wessing (Federführung: Jens Wolf und Christian Gahr) hat Sennder bei der Transaktion rechtlich beraten. Erst im Frühjahr hatte das Unternehmen im Rahmen einer Serie-B-Finanzierungsrunde 30 Millionen Dollar (27,1 Millionen Euro) eingesammelt.

Der Autozulieferer Grammer hat über Firstwire, einen webbasierten Marktplatz für Fremdkapital, einen zweistelligen Millionenbetrag von einem internationalen, institutionellen Investor erhalten. Um wen es sich bei dem Investor handelt, gab das Unternehmen nicht bekannt. Die Finanzierungstranchen der Investition haben eine durchschnittliche Laufzeit von zehn Jahren.

Das Münchner Fintech-Start-Up Rise Wealth Technologies startet ein Security Token Offering (STO) mit einem angestrebten Emissionsvolumen von 120 Millionen Dollar (108,6 Millionen Euro). Die Transaktion bietet dabei ein Genussrecht mit Rückzahlanspruch und Beteiligung an Dividenden sowie an einem möglichen späteren Exit. Unternehmensangaben zufolge ist dies der bislang größte durchgeführte europäische STO.

Der Automobilzulieferer Borgers restrukturiert sich. Dazu hat die Unternehmensgruppe entsprechende Restrukturierungsvereinbarungen mit den beteiligten Konsortialbanken und bilateralen Finanzierern geschlossen. Die Konsortialbanken werden bei der Transaktion von der Kanzlei Latham & Watkins (Federführung: Jörn Kowalewski und Ulrich Klockenbrink) beraten. 

Ratingmeldungen

Moody’s hat den Ratingausblick des Autobauers Daimler von stabil auf negativ gesenkt. Das Rating bestätigt die Agentur bei A2. Als Begründung führt Moody’s die zunehmend schwächere operative Entwicklung des Konzerns an.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

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