Fraport hat sich frisches Kapital am Anleihemarkt besorgt.

Fraport AG

20.07.20
Finanzierungen

Finanzierungen: Fraport, Brockhaus, Zur Rose

Fraport platziert zwei neue Anleihen, Brockhaus feiert sein Börsendebüt und die Zur Rose Gruppe führt eine Kapitalerhöhung durch – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

Fraport zapft Bondmarkt an

Der Flughafenbetreiber Fraport hat zwei neue Euroanleihen mit einem Emissionsvolumen von insgesamt 800 Millionen Euro am Kapitalmarkt platziert. Wie die begleitende Kanzlei Hengeler Mueller (Federführung: Hendrik Haag) mitteilt, umfasst die Emission eine Anleihe über 300 Millionen Euro mit einer Laufzeit bis zum 9. Juli 2024 und einem Zinskupon von 1,625 Prozent sowie eine Anleihe über 500 Millionen Euro, die bis zum 9. Juli 2027 läuft und mit 2,125 Prozent verzinst wird. Beide Anleihen werden an der Börse in Luxemburg gelistet. Als Joint Bookrunners der Transaktion fungierten die Deutsche Bank, Helaba, HSBC und Unicredit.

Brockhaus gelingt IPO

Der Technologieinvestor Brockhaus Capital Management (BCM) hat den Sprung an die Frankfurter Börse geschafft. Die Aktien des Private-Equity-Hauses erschienen am vergangenen Dienstag mit 36,55 Euro erstmals auf den Kurszetteln im streng regulierten Prime Standard der Frankfurter Börse. BCM hatte zuvor rund 3,59 Millionen Aktien zu je 32 Euro im Rahmen einer Kapitalerhöhung bei Investoren platziert.

Den Emissionserlös aus dem IPO über 115 Millionen Euro will Brockhaus nach eigenen Angaben für weitere Zukäufe aus dem Mittelstand nutzen. Die Joint Global Coordinators Citi und Jefferies sowie der gemeinsame Joint Bookrunner Commerzbank wurden bei der Transaktion rechtlich von der Kanzlei Norton Rose Fulbright (Federführung: Benedikt Gillessen) beraten. 

Zur Rose Gruppe schließt Kapitalerhöhung ab

Die Zur Rose Gruppe hat sich durch eine Kapitalerhöhung einen Bruttoerlös in Höhe von 212,6 Millionen Schweizer Franken (rund 197,7 Millionen Euro) gesichert. Insgesamt wurden 740.823 neue Aktien zu einem Preis von je 287 Schweizer Franken (rund 267 Euro) bei institutionellen Investoren platziert. Das Aktienkapital der Schweizer Online-Apotheke erhöht sich dadurch auf rund 311,4 Millionen Schweizer Franken (rund 289,6 Millionen Euro). 

Die Erlöse will die Zur Rose Gruppe für verschiedene Investitionen sowie allgemeine Unternehmenszwecke verwenden. Jefferies und BofA Securities waren Joint Global Coordinators und Joint Bookrunners der Kapitalerhöhung. Die Konsortialbanken wurden rechtlich von der Kanzlei Skadden (Federführung: Stephan Hutter) beraten. Als Rechtsberater für die Zur Rose Gruppe fungierte Baker McKenzie. Financial Advisor war Acxit Capital Partners

Weitere Meldungen

Der österreichische Sensorhersteller AMS hat weitere Senior Notes im Gesamtwert von 200 Millionen Euro ausgegeben. Die Papiere mit Fälligkeit in 2025 haben einen Zinskupon von 6 Prozent und folgen auf die Transaktion von Anfang Juli, bei der AMS bereits Senior Notes über 650 Millionen Euro zu einem Kupon von 6 Prozent sowie über 400 Millionen Dollar zu einem Kupon von 7 Prozent platziert hatte. Den Erlös aus dem zusätzlichen Angebot will AMS für allgemeine Unternehmenszwecke verwenden.

Pricefx, ein Anbieter von Cloud-Pricing-Software, hat eine Series-C-Finanzierungsrunde in Höhe von 65 Millionen Dollar (rund 56,8 Millionen Euro) abgeschlossen. Angeführt wurde die Runde von einem Fonds von Apax Digital, das zu dem Investmentunternehmen Apax Partners gehört. Auch der bestehende Investor Digital+ Partners beteiligte sich erneut an der Transaktion. Mit den neuen Mitteln will Pricefx Produktinnovationen beschleunigen, sein Partnernetzwerk erweitern und gegebenenfalls strategische Übernahmen tätigen. Shearman & Sterling hat Pricefx rechtlich beraten. Seit seiner Gründung 2011 hat das Unternehmen nun Kapital in Höhe von insgesamt 130 Millionen Dollar (rund 113,7 Millionen Euro) eingesammelt.

Curevac erhält erneut frisches Kapital: Der britische Pharmakonzern Glaxosmithkline beteiligt sich mit 10 Prozent an dem Tübinger Biotech-Unternehmen, das im Gegenzug rund 150 Millionen Euro erhält. Zudem erhält Curevac eine Vorauszahlung in Höhe von 120 Millionen Euro, so die Nachrichtenagentur Dpa. Die beiden Unternehmen wollen gemeinsam an mRNA-Technologien und Antikörpern gegen Infektionskrankheiten forschen. Die bestehenden klinischen Entwicklungsprogramme zu Coronavirus-Impfstoffen seien aber nicht Teil der Kooperation. Insgesamt könnte Curevac im Rahmen der Kooperation bis zu 700 Millionen Euro einsammeln.

Das Software-Unternehmen Nemetschek erweitert seinen finanziellen Spielraum mit zusätzlichen Kreditlinien in Höhe von 200 Millionen Euro. Wie die Münchener mitteilten, haben die zusätzlichen Linien eine Laufzeit von zwei Jahren. Commerzbank, Unicredit und die Deutsche Bank stellen den Kredit. Weitere Details zu der Finanzierung sind nicht bekannt. Nach eigenen Angaben beliefen sich die liquiden Mittel des Konzerns zum Ende des zweiten Quartals 2020 auf über 150 Millionen Euro. Die frischen finanziellen Mittel will Nemetschek nun dazu nutzen, die Finanzabteilung und dort insbesondere das Treasury zu stärken. „Wir haben ein insgesamt günstiges Umfeld genutzt, und die Linien zeigen überdies das hervorragende Standing, das unser Konzern am Kapitalmarkt genießt“, so Axel Kaufmann, Vorstandssprecher und CFO des Unternehmens.

Die Digital Adoption Plattform Userlane hat eine Series-B-Finanzierung in Höhe von 10 Millionen Euro abgeschlossen. Lead Investor war die amerikanische Investmentgesellschaft Five Elms Capital, die rechtlich von Goodwin (Federführung: Gregor Klenk) beraten wurde. Ebenfalls an der Finanzierungsrunde beteiligt waren die Altinvestoren Capnamic Ventures, High-Tech Gründerfonds (HTGF) und Main Incubator, der Frühphaseninvestor der Commerzbank.

Profagus, ein Produzent von Grill-Holzkohle, hat sich refinanziert. Dazu stellt Hauck & Aufhäuser Global Investment Management (Hagim) 30 Millionen Euro zur Refinanzierung der bestehenden Kreditfazilitäten zur Verfügung. Die Kapitalstruktur von Profagus konnte dadurch zum einen in Form einer längerfristigen Schuldfinanzierung angepasst werden. Zum anderen hat sich das Portfoliounternehmen des Private-Equity-Investors Borromin Capital Management durch die Transaktion weitere Wachstumsmöglichkeiten durch das neue Kapital gesichert. Situs Deutschland fungierte als Agent und wurde gemeinsam mit Hagim von der Kanzlei Ashurst (Federführung: Anne Grewlich) rechtlich beraten. DC Advisory war als Finanzberater tätig.

Der Softwareanbieter und IT-Berater SNP Schneider-Neureither & Partner hat sich mit einer Kapitalerhöhung frisches Geld besorgt. Insgesamt ist das Grundkapital des Unternehmens durch die Ausgabe von bis zu 610.000 neuen Aktien zu einem Preis von je 46 Euro auf rund 7,2 Millionen Euro erhöht worden. SNP fließt somit ein Bruttoemissionserlös in Höhe von 28 Millionen Euro zu. Den Nettoerlös will das Heidelberger Unternehmen zur Finanzierung der Wachstumsstrategie sowie zur Verbesserung der Eigenkapitalausstattung verwenden. Die Mainfirst Bank, die rechtlich von der Kanzlei McDermott Will & Emery (Federführung: Simon M. Weiß) beraten wurde, begleitete die Transaktion als Sole Bookrunner.

Die B2B-Plattform für Gebrauchtfahrzeuge 2trade hat in einer Seed-Finanzierungsrunde 2,5 Millionen Euro eingesammelt. Angeführt wurde die Runde von dem israelischen Venture-Capital-Investor Maniv Mobility. Rechtlich wurde das Start-Up 2trade von der Kanzlei Taylor Wessing (Federführung: Gregor Schmid und Philip Cavaillès) beraten.

Ratingmeldungen

Scope hat das Rating der Lufthansa bei BBB- bestätigt und gleichzeitig den Ausblick auf negativ geändert. Außerdem überprüft Scope das Rating der Airline für ein weiteres Downgrade. Die Ratingagentur erwartet ein negatives Ebitda sowie einen negativen operativen Cashflow der Lufthansa in 2020 aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie.

martin.barwitzki[at]finance-magazin.de

Einen Überblick über die Finanzierungen der vergangenen Wochen und Monate finden Sie auf unserer Themenseite Finanzierungsticker.