Der Gesundheitskonzern Fresenius hat vorrangige, unbesicherte Anleihen im Volumen von 750 Millionen Euro platziert.

Fresenius

13.01.14
Finanzierungen

Finanzierungen: Fresenius, Alpiq, Borsig

Der Gesundheitskonzern Fresenius platziert neue Anleihen, der Energiekonzern Alpiq verlängert seinen Konsortialkredit und die Borsig Gruppe schließt syndizierte Laufzeitdarlehen- und Garantiefazilitäten ab. Diese und weitere Finanzierungs-News lesen Sie im FINANCE-Überblick.

Fresenius platziert Anleihen

Der Gesundheitskonzern Fresenius hat vorrangige, unbesicherte Anleihen im Volumen von 750 Millionen Euro platziert. Der Bond gliedert sich in zwei Tranchen auf: Die fünfjährige Tranche über 300 Millionen Euro ist mit einem Kupon von 2,375 Prozent ausgestattet. Die siebenjährige Tranche mit einem Volumen von 450 Millionen Euro besitzt einen Kupon von 3,00 Prozent. Fresenius hat die Anleihen über ihre Tochtergesellschaft Fresenius Finance B.V. emittiert und im Rahmen einer Privatplatzierung bei institutionellen Anlegern begeben. Die Emission „ist ein weiterer Schritt zur Finanzierung des angekündigten Erwerbs von Krankenhäusern von Rhön-Klinikum“, teilte das Unternehmen weiter mit. 

Die Ratingagentur Moody’s weist dem Bond von Fresenius ein Ba1-Rating zu. Der Gesundheitskonzern selbst wird von Standard & Poor's mit BB+ (Ausblick positiv), von Moody's mit Ba1 (Ausblick negativ) und von Fitch mit BB+ (Ausblick in Prüfung) bewertet. 

Alpiq sichert sich neuen Konsortialkredit

Der Energiekonzern Alpiq hat einen Ende März dieses Jahres auslaufenden Konsortialkredit vorzeitig refinanziert und eine neue, verlängerte Kreditfazilität über 400 Millionen Schweizer Franken abgeschlossen. Der neue Kredit läuft bis Ende 2017 und hat Unternehmensangaben zufolge „attraktive Konditionen“. Konsortialführer ist erneut die Zürcher Kantonalbank. Zudem sind noch mehrere schweizerische Regional- und Kantonalbanken beteiligt.
 

Borsig Gruppe schließt syndizierte Kredite ab

Der Maschinen- und Anlagenbauer Borsig hat sich syndizierte Laufzeitdarlehen und Garantiefazilitäten in Höhe von insgesamt 220 Millionen Euro gesichert. Mit dem Laufzeitdarlehen löst das Unternehmen einen bereits existierenden Akquisitionskredit ab, den die malaysische Muttergesellschaft KNM Group Berhad mit dem Erwerb von Borsig im Jahr 2008 aufgenommen hatte. Mit den Garantiefazilitäten will der Maschinen- und Anlagenbauer das Working Capital finanzieren, bestehende bilaterale Garantielinien refinanzieren und den Rest für allgemeine betriebliche Zwecke verwenden. White & Case hat die UniCredit Bank als Arrangeur der Fazilitäten beraten.

Weltbild-Verlag insolvent

Der Weltbild-Verlag musste am vergangenen Freitag beim Amtsgericht Augsburg Insolvenzantrag stellen. Der Verlag war wegen der Umsatz- und Ergebnisverluste des ersten Halbjahres des Geschäftsjahres zu diesem Schritt gezwungen. „Das auch für die nächsten drei Jahre erwartete geringere Umsatzniveau verdoppelt den Finanzierungsbedarf bis zur Sanierung“, teilte Weltbild mit. Nun habe sich entgegen der Erwartung der Geschäftsführung heraus gestellt, dass die notwendige Finanzierung nicht zur Verfügung stehen werde. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter ist Arndt Geiwitz bestellt worden, der unter anderem auch bei dem insolventen Allgäuer Strumpfhersteller Kunert und der insolventen Drogeriekette Schlecker Insolvenzverwalter gewesen ist und derzeit bei dem Call-Center-Dienstleister Walter Services Sachwalter ist. Der Geschäftsbetrieb von Weltbild soll fortgeführt werden.


Deutsche Bildung will Anleihen über bis zu 10 Millionen Euro begeben

Das Unternehmen Deutsche Bildung legt eine Anleihe über bis zu 10 Millionen Euro auf. Bis zum Ende der stückzinsfreien Zeichnungsfrist wurde nach Unternehmensangaben wie geplant ein Volumen von 5 Millionen Euro der Anleihe bei unterschiedlichen Investoren wie Stiftungen, Kirchen, Spezial- und Investmentfonds sowie Privatpersonen platziert. Damit könnten etwa 500 Studenten finanziert werden, heißt es in einer Mitteilung. Die zweite Tranche der Unternehmensanleihe sei für das dritte Quartal 2014 geplant. Die Anleihe wird von dem bestehenden Studienfonds Deutsche Bildung Studienfonds II begeben, hat eine Laufzeit von zehn Jahren und einen festen Coupon von 5 Prozent p.a. Die Börse Düsseldorf hat inzwischen den Handel aufgenommen. 

Weitere Finanzierungen

Der Aluminiumproduzent Trimet hat eine syndizierte revolvierende Kreditfazilität über 120 Millionen Euro abgeschlossen. 

Die Mercedes-Benz Bank hat eine ABS-Transaktion in Höhe von 1 Milliarde Euro durchgeführt. Die Emission der Compartment 4-Schuldverschreibungen, die durch Darlehensforderungen für Fahrzeuge gesichert werden, erfolgte schon Ende November 2013. Der ursprüngliche Darlehensgeber der Forderungen ist die Mercedes-Benz Bank. Baker & McKenzie hat die Mercedes-Benz Bank, die Société Générale, die Landesbank Baden-Württemberg, die Commerzbank, die DZ Bank und die HSBC Bank als Lead Counsel im Rahmen der vierten öffentlichen ABS-Transaktion der Mercedes-Benz Bank beraten. 

Volkswagen Leasing emittiert eine zehnjährige Euro-Benchmark-Anleihe mit einer Laufzeit von fünf Jahren.

Der Augsburger Roboterhersteller Kuka nutzt die Gunst der Stunde: CFO Peter Mohnen will die Hochzinsanleihe vor Ablauf der Frist ablösen.

AEG Power schlägt den ersten Pfahl seiner Restrukturierung ein: Der strukturell defizitäre Standort in Frankreich wird in die Insolvenz geschickt. AEG Power könne weder die Verluste noch den erforderlichen Cashflow für die Fortführung finanzieren, teilte der Konzern mit. Doch der Weg, um den Schuldenschnitt der Mittelstandsanleihe abzuwenden, ist noch weit.

Adler Real Estate hat eine Wandelanleihe vollständig platziert und dabei netto 11,25 Millionen Euro eingesammelt. Die Verzinsung beträgt 6 Prozent p. a. Die Zinsen sind quartalsweise zahlbar. Mit dem Emissionserlös will das Immobilienunternehmen sein Wachstum finanzieren.

Das Unternehmen Prokon ist in akuten Liquiditätsschwierigkeiten und von der Insolvenz bedroht. Dies teilte der Konzern in einem in der Nacht auf Samstag auf seiner Internetseite veröffentlichten Rundschreiben an alle Anleger mit: „Eine Planinsolvenz kann nur verhindert werden, wenn wir für mindestens 95 Prozent des Genussrechtskapitals die Zusage erhalten, dass Sie uns Ihr Kapital mindestens bis zum 31. Oktober 2014 nicht entziehen werden und einer Auszahlung, die auch in Raten erfolgen kann, zustimmen, oder wir ausreichend durch Neuzeichnungen unterstützt werden.“

Die KfW IPEX-Bank stellt zusammen mit der NordLB dem südkoreanischen Unternehmen Posco Energy einen Kredit in Höhe von 194 Millionen Euro für die Erweiterung eines Gas- und Dampfkraftwerks zur Verfügung.

sabine.paulus[at]finance-magazin.de