Finanzierungen: Fresenius Medical Care, Grand City Properties, Capital Stage

Fresenius Medical Care

01.12.14
Finanzierungen

Finanzierungen: Fresenius Medical Care, Grand City Properties, Capital Stage

Der Dialysespezialist Fresenius Medical Care erweitert eine Kreditvereinbarung um 850 Millionen US-Dollar. Die Immobiliengesellschaft Grand City Properties erhält ein Investmentgrade und der Windparkbetreiber Capital Stage erhält Genussrechtskapital über 150 Millionen Euro. Diese und weitere Neuigkeiten aus der Welt der Unternehmensfinanzierung erwarten Sie im wöchentlichen FINANCE-Ticker.

Fresenius Medical Care stockt Kreditvereinbarung auf

Der Dialysespezialist Fresenius Medical Care hat eine syndizierte Kreditvereinbarung um 850 Millionen US-Dollar (etwa 682 Millionen Euro) auf insgesamt 4,4 Milliarden US-Dollar (rund 3,5 Milliarden Euro) erweitert. Teil der Kreditvereinbarung sind Darlehen in Euro und US-Dollar sowie revolvierende Kreditlinien. Außerdem konnte der Konzern seine Konditionen verbessern und die Laufzeit um zwei Jahre bis Oktober 2019 verlängern. Fresenius Medical Care ist damit Teil der großen Amend&Extend-Welle in diesem Jahr. Mit dem aufgestockten Kreditrahmen will der Dialysespezialist bestehende Verbindlichkeiten refinanzieren und das Nettoumlaufvermögen ebenso wie allgemeine Geschäftszwecke finanzieren.

Weiterhin hat Fresenius Medical Care sein Forderungsverkaufsprogramm über 800 Millionen US-Dollar (etwa 641 Millionen Euro) bis November 2017 verlängert. Auch hier konnte der Dialysespezialist nach eigenen Angaben die Konditionen verbessern.

Grand City Properties erhält Investmentgrade

Grand City Properties erhält ein Investmentgraderating. S&P stuft die Bonitätsnote der Immobiliengesellschaft von BB+ auf BBB- hoch. Die Bewertung gilt für die Bonität des Unternehmens ebenso wie für die von Grand City Properties begebenen Anleihen und Wandler. Erst Mitte November hatte die Immobiliengesellschaft eine Anleihe über 500 Millionen Euro begeben.

S&P begründet die Ratinghochstufung mit einem verbesserten Geschäftsprofil durch einen stärkeren Fokus auf einen stabilisierten Bestand rentabler Immobilien. Außerdem habe Grand City Properties das Portfolio auf etwa 2,2 Milliarden Euro ausgebaut und eine bessere geographische Streuung erreicht. 

Capital Stage erhält Genussrechtskapital

Der Solar-und Windparkbetreiber Capital Stage erhält im Rahmen einer strategischen Partnerschaft mit den Gothaer Versicherungen Genussrechtskapital über 150 Millionen Euro. Die CSG IPP, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft von Capital Stage, wird die Mittel für die Finanzierung von Solarpark-Akquisitionen verwenden. Das Genussrechtskapital läuft 20 Jahre. CMS hat Capital Stage bei der Vereinbarung beraten.

Weitere Finanzierungen

Der Holzpellethersteller German Pellets hat eine vor etwa zwei Wochen angekündigte Anleihe voll platziert. Institutionelle Investoren haben die die Emission über 100 Millionen Euro im Rahmen einer Privatplatzierung gezeichnet. Eine Erhöhungsoption über 30 Millionen Euro konnte der Holzpellethersteller nicht platzieren. Das Papier läuft fünf Jahre und wird mit 7,25 Prozent verzinst. Die Quirin Bank und Steubing haben die Transaktion begleitet.

Die Stadt Ludwigshafen begibt eine Anleihe über 150 Millionen Euro. Mit dem Erlös will die Stadt Kredite mit sehr kurzen Laufzeiten zurückzahlen, um eine Umschuldung in längere Laufzeiten zu erreichen. Die Emission erhöht daher die Verschuldung nicht. Nach Angaben der Helaba beträgt der Schuldenstand der Stadt derzeit 1,1 Milliarden Euro.

Der vorläufige Insolvenzverwalter von Golden Gate, Rechtsanwalt Axel W. Bierbach, geht nach seinem bisherigen Kenntnisstand davon aus, dass die Anleihegläubiger des Immobilienentwicklers mit der Rückzahlung von etwa 53 bis 78 Prozent ihrer Forderungen (rückzahlbarer Nennwert und aufgelaufene Zinsen) rechnen können. Der vorläufige Insolvenzverwalter weist ausdrücklich darauf hin, dass der tatsächliche Wert erheblich von dieser ersten Prognose abweichen kann. Mit Golden Gate ist ein weiterer Emittent einer Mittelstandsanleihe in die Pleite gerutscht.

Telekom Austria hat eine Kapitalerhöhung mit einem Volumen von 1 Milliarde Euro vollzogen. Investoren des Streubesitzes haben 25,5 Millionen neue Aktien zu einem Preis von 4,57 je Aktie gezeichnet. Die Beteiligung der Aktionäre lag bei rund 99,7 Prozent. Telekom Austria will mit der neuen Kapitalstruktur das S&P-Rating von mindestens BBB halten. Die Kanzlei White & Case hat Telekom Austria bei der Transaktion beraten.

Der Telekommunikationsanbieter Drillisch hat mit der Platzierung eigener Aktien 142,7 Millionen Euro eingesammelt. Institutionelle Investoren zeichneten rund 5,2 Millionen neue Aktien im Rahmen einer Privatplatzierung mit beschleunigtem Bookbuilding. Das Bezugsrecht der Aktionäre wurde ausgeschlossen. Bei der Transaktion agierte Berenberg als Sole Global Coordinator, beraten durch Hogan Lovells.

Senator Entertainment sammelt mit einer Barkapitalerhöhung 16,3 Millionen Euro ein. Weiterhin steht eine Sachkapitalerhöhung im Rahmen eines Debt-Equity-Swaps kurz vor dem Abschluss. Nach Angaben des Unternehmens wurden 96 Prozent der ausstehenden Optionsschuldverschreibungen umgetauscht, was die Finanzverbindlichkeiten voraussichtlich um 9,6 Millionen Euro reduzieren wird.

Der Treasury-Software-Anbieter Reval hat in einer Privatplatzierung eine strukturierte Finanzierung über 20 Millionen US-Dollar (etwa 16 Millionen Euro) abgeschlossen. Goldman Sachs hat die Transaktion begleitet. Den Erlös will Reval für allgemeine Unternehmenszwecke verwenden.

Africa eCommerce sammelt von bestehenden Anteilseignern 120 Millionen Euro ein. 108,3 Millionen Euro kommen von Africa Internet Holding. Durch indirekte Beteiligungen ist auch Rocket Internet einer der Investoren.

Ratingmeldungen

Moody’s stuft das Rating des Stahlhändlers Schmolz + Bickenbach von B3 auf B2 hoch. Auch das Ausfallrisiko hat die Agentur von B3-PD auf B2-PD heraufgesetzt, ebenso wie die Bewertung der 2019 fällig werdenden Anleihen jetzt bei B2 liegt. Der Ausblick der Ratings ist stabil. Grund für das Upgrade ist eine verbesserte Profitabilität und Cashflowgenerierung. Ende Oktober hatte schon die Ratingagentur Standard & Poor’s das Rating von Schmolz + Bickenbach auf von B auf B+ mit stabilem Ausblick angehoben.

Creditreform setzt das Rating von René Lezard Mode von BB- auf B+ herab. Grund dafür sind die unter den Erwartungen liegenden Ergebnisse von April bis Ende September in diesem Jahr. René Lezard Mode ist ein weiterer Emittent einer Mittelstandsanleihe im Modesegment, der unter Druck steht. Der Modehändler hat vor kurzem auch seine Geschäftsführung erweitert und Alexander Amend zum CFO berufen.

Moody’s stuft das Unternehmensrating von Takko von B3 auf Caa1 herab. Das Kreditausfallrating der Modekette wurde von B2-PD auf B3-PD herabgestuft ebenso wie das Rating der Anleihe über 525 Millionen Euro, die 2019 fällig wird. Der Bond wird mit Caa1 geratet, vorher lag das Rating bei B3. Der Ausblick der Ratings hat die Agentur von negativ auf stabil geändert. Moody‘s nennt als Grund für die Herabstufung, dass die im September 2014 angekündigten Initiativen einige Risiken in der Ausführung bergen und erst zu einem späteren Zeitpunkt einen positiven Effekt auf das Unternehmen haben werden.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

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