Finanzierungen: Die Rocket-Internet-Beteiligung Global Fashion Group sammelt in einer Finanzierungsrunde 330 Millionen Euro ein.

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01.08.16
Finanzierungen

Finanzierungen: Global Fashion Group, Uniper, Sixt

Die Global Fashion Group schließt die angekündigte Finanzierungsrunde mit Beteiligung von Rocket Internet ab, Uniper beendet die Syndizierung seiner externen Finanzierung und Sixt platziert einen Schuldschein – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

Global Fashion Group schließt Finanzierungsrunde ab

Die Online-Modeplattform Global Fashion Group (GFG), die sich auf Schwellenländer fokussiert, hat wie im April angekündigt in einer Finanzierungsrunde 330 Millionen Euro eingeworben. Die ursprüngliche Finanzierungshöhe von 300 Millionen Euro wurde noch einmal aufgestockt. Der Ankeraktionär Rocket Internet hat insgesamt 68 Millionen Euro investiert, was die Umwandlung einer Investition aus einer früheren Finanzierung einschließt. Rocket Internet wurde bei der Finanzierung durch die Wirtschaftskanzlei Noerr unter Leitung von Christian Pleister beraten. Weiterhin hat sich unter anderem Kinnevik als größter Aktionär von GFG erneut beteiligt.

GFG wird nach der Transaktion mit rund 1 Milliarde Euro bewertet. Bei der Ankündigung der Finanzierungsrunde hatte Rocket Internet den Wert der GFG-Beteiligung deutlich nach unten korrigiert. Der Internetkonzern war wegen hoher Wertansätze seiner Portfoliounternehmen in die Kritik geraten. CFO Peter Kimpel hält das für unbegründet, wie er im Interview bei FINANCE erklärte.

Uniper schließt Konsortialfinanzierung ab

Uniper, die Kraftwerkstochter des Energiekonzerns E.on, erweitert das Bankenkonsortium für die externen Finanzierung. Damit ist die Syndizierung des Konsortialkredits abgeschlossen. 15 Banken sind jetzt beteiligt. Dazu gehören Deutsche Bank, J.P. Morgan, Unicredit Bank, Barclays Bank, BayernLB, BNP Paribas, Citi, Commerzbank, Goldman Sachs, ING, Helaba, Lloyds Bank, Morgan Stanley, SEB und Société Générale. Der bereitgestellte Kredit umfasst zwei Tranchen: eine zwei Milliarden Euro schwere Tranche mit einer Laufzeit von drei Jahren sowie eine revolvierende Kreditlinie in Höhe von 2,5 Milliarden Euro und gleicher Laufzeit. Beide können zweimal um je ein Jahr verlängert werden. Die Summe verteilt sich zu gleichen Teilen auf die teilnehmenden Banken.

Der Finanzierungsbedarf von Uniper ist zudem geringer als gedacht: Das Unternehmen konnte das Kreditvolumen um 500 Millionen Euro auf rund 4,5 Milliarden Euro senken. Grund dafür ist, dass bestimmte Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit der Abspaltung von E.on erst später fällig werden. Der Energiekonzern E.on hat für den IPO seiner Kraftwerkstochter Uniper die Investmentbanken J.P. Morgan und Morgan Stanley beauftragt, wie die „Börsen-Zeitung“ berichtete. Im September sollen 53 Prozent der Uniper-Anteile an die Börse gehen.

Sixt platziert Schuldschein über 375 Millionen Euro

Der Autovermieter Sixt refinanziert seine im Oktober fällige Anleihe mit einem Schuldschein. Damit hat Sixt 375 Millionen Euro eingeworben. Die vier begebenen Tranchen laufen fünf und sieben Jahre mit jeweils fixer und variabler Verzinsung. Details zu den Konditionen sind jedoch nicht bekannt. Sixt konnte das angestrebte Volumen wegen des großen Investoreninteresses nach eigenen Angaben mehr als verdoppeln.

Sixt Leasing stockt ABS-Programm auf

Das Sixt-Spin-off Sixt Leasing hat sein im Juni aufgelegtes ABS-Programm wie geplant auf 500 Millionen Euro aufgestockt. Das Verbriefungsprogramm war Ende Juni mit der Commerzbank bei einem Finanzierungsvolumen von 250 Millionen Euro gestartet. Mit der Landesbank Baden-Württemberg hat Sixt Leasing jetzt eine zweite Bank in das Programm integriert. CFO Björn Waldow erreicht damit das angestrebte Zielvolumen: „Damit befinden wir uns bei der Umstellung der Konzernfinanzierung auf externe Quellen voll im Plan“. Der Finanzchef will nach der Abspaltung von Sixt im vergangenen Jahr eine eigenständige externe Finanzierung aufbauen.

Alno schließt Darlehen über 20 Millionen Euro ab

Der Küchenbauer Alno erhält ein neues Darlehen in Höhe von 20 Millionen Euro. Die frischen Mittel stellt das Beteiligungsunternehmen Tahoe Investors bereit. Dahinter verbirgt sich offenbar ein strategischer Investor, der sich nach Angaben von Alno langfristig beteiligen will. Es gibt Hinweise, dass es sich dabei um den Mischkonzern Prevent handeln könnte. Alno und Tahoe haben bereits einen weiteren Kreditvertrag über 15 Millionen Euro abgeschlossen. Allerdings sollen die Mittel wegen aufschiebender Bedingungen erst im Dezember an Alno fließen.

Travel24.com will Anleihen zurückkaufen

Das Touristikunternehmen Travel24.com hat ein Rückkaufprogramm für seine ausstehende Anleihe beschlossen. Der Umfang des Rückkaufprogramms ist nicht begrenzt. Das Unternehmen will das niedrige Kursniveau ausnutzen, um durch den Rückkauf die Verschuldung und die Zinslast zu reduzieren. Nachdem der Mutterkonzern Unister Insolvenz angemeldet hat, ist der Kurs der Anleihe stark gesunken und notiert unter 20 Prozent. Travel24 schrieb in den Anleihebedingungen, dass es einen wesentlichen Teil der Umsätze über Unister erzielt.

Weitere Finanzierungen

Das Immobilienunternehmen Eyemaxx Real Estate hat seine fünfjährige Anleihe planmäßig zurückgezahlt. Der Bond mit einem Volumen von knapp 11 Millionen Euro verfügte über einen Kupon von 7,5 Prozent.

Das Modeunternehmen Laurèl nimmt seine 2017 fällige fünfjährige Anleihe aus dem Handel im Entry Standard der Frankfurter Wertpapierbörse. Stattdessen sollen die Schuldverschreibungen ab dem 8. September im Quotation Board des Freiverkehrs der Börse gehandelt werden. Die Änderung soll die Handelbarkeit der Anleihe jedoch nicht einschränken.

Singulus Technologies hat seine 60 Millionen Euro schwere Anleihe in Rahmen eines Debt-Equity-Swaps restrukturiert. Die Gläubiger konnten ihre Schuldverschreibungen in Erwerbsrechte für neue Aktien und neue Schuldverschreibungen umtauschen. Sie machten zu jeweils mehr als 82 Prozent Gebrauch. Die bezogenen neuen Aktien und neuen Schuldverschreibungen wurden im Rahmen einer Privatplatzierung platziert. Die Oddo Seydler Bank, die Singulus bei der Transaktion begleitet hat, wurde durch die Wirtschaftskanzlei Noerr unter Federführung von Laurenz Wieneke und Julian Schulze De la Cruz beraten.

Die Bundesregierung will High-Tech-Startups laut dpa mit einem 10 Milliarden Euro schweren Fonds über zehn Jahre bei der Expansion unterstützen. Bei der Förderung handele es sich um Kredite der KfW, die vom Bund abgesichert werden. Das Finanzvolumen könne sich zusammen mit Eigenkapital auf bis zu 20 Milliarden Euro verdoppeln, da die KfW für jeden Euro Wagniskapital einen Euro vergünstigten Kredit bereitstelle. Allerdings stehe das endgültige Konzept noch nicht.

Die Deutsche Beteiligungs AG (DBAG) hat ihren Fonds DBAG Fund VII mit einem Volumen von 1 Milliarde Euro geschlossen. Der 2012 geschlossene letzte Fonds der DBAG war etwa 700 Millionen Euro schwer. Der aktuelle Fonds besteht aus einem Hauptfonds mit einem Volumen von 800 Millionen Euro sowie einem Teil in Höhe von 200 Millionen Euro, der für größere Transaktionen gedacht ist. Es ist der erste auf den deutschen Markt fokussierte Fonds, der die Milliardengrenze knackt.

Das Immobilienunternehmen Gateway Real Estate hat eine Anleihe mit einem Volumen von 100 Millionen Euro begeben. Der Bond ist mit einem Kupon von 4,25 Prozent ausgestattet und wurde von institutionellen Investoren gezeichnet. Die Mittel will Gateway Real Estate in Immobilienzukäufe investieren.

Der Börsengang von Innogy, der Netz- und Vertriebstochter des Energiekonzerns RWE, soll im Oktober stattfinden. Das berichtete die „Börsen-Zeitung“ unter Berufung auf Finanzkreise. Demnach sollen 10 Prozent der Innogy-Anteile platziert werden. Die Deutsche Bank und Goldman Sachs sollen den IPO dem Bericht zufolge begleiten. Als Bookrunner seien Merrill Lynch, UBS, Credit Suisse und BNP Paribas beauftragt.

Die Wittur Holding, ein Zulieferer von Komponenten für den Aufzugbau, hat ein bestehendes Darlehen mit einem Volumen von 375 Millionen Euro um weitere 35 Millionen Euro erhöht. Eigentümer des Unternehmens ist die PE-Gesellschaft Bain Capital. Mit den Mitteln sollen Inanspruchnahmen aus der revolvierenden Kreditlinie zurückgezahlt werden, die für die Finanzierung der Übernahme von Sematic aufgenommen wurden. Der revolvierende Kredit soll dann wieder für das normale Geschäft und die Working-Capital-Finanzierung genutzt werden.

Das Fintech MyBucks hat nach seinem Börsengang keine Kursstabilisierungsmaßnahmen durchgeführt. Hauck & Aufhäuser Privatbankiers hat die Mehrzuteilungsoption über 150.000 Aktien vollständig ausgeübt. Der Erlös der Greenshoe-Option beläuft sich auf 2,025 Millionen Euro.

Das Berliner Beteiligungsunternehmen Cinemedia, das auf die Postproduktion von Film und Fernsehen spezialisiert ist, hat Insolvenz angemeldet. Sachwalter ist Herr Schulte-Kaubrügger. Das Unternehmen will sich in Eigenverwaltung sanieren. Die Tochterunternehmen Berliner Synchron, Edition M und Akademie der Medien sind von der Insolvenz nicht betroffen. Für Berliner Synchron hat sich mit S&L Medien bereits ein Käufer gefunden.

Das Biotechnologieunternehmen Bio-Gate plant eine Kapitalerhöhung ohne Bezugsrecht. Das Unternehmen will bis zu 494.832 neue Aktien bei Ankeraktionären privat platzieren. Der Ausgabepreis liegt bei 1,40 Euro je Aktie. Die Dero Bank begleitet die Transaktion.

Ratingmeldungen

Die Ratingagentur Moody’s hat das Rating des Automobilzulieferers Knorr Bremse um eine Ratingstufe auf A2 hochgesetzt. Der Ausblick des Ratings ist stabil. Moody's erwartet, dass das Unternehmen sein Wachstum fortsetzen und dabei die konservativen Kreditparameter beibehalten kann.

Standard & Poor's senkt das Rating des Kohlefaserunternehmens SGL Carbon von B auf CCC+. Der Ausblick ist stabil. Die aktuelle Kapitalstruktur sei nicht haltbar, begründet die Agentur den Schritt. Allerdings würde auch die Strategie des Unternehmens berücksichtigt, durch den Verkauf einer Geschäftssparte, die Bilanz wieder zu stärken.

Scope Ratings hat die Bonitätsnote von Karlie von Selective Default auf B- erhöht. Die Ratingagentur hat die Bewertung nach der Restrukturierung des 10 Millionen Euro schweren Bonds des Heimtierzubehörherstellers überprüft. Karlie hat den Kupon der Anleihe von 6,75 auf 5 Prozent reduziert, woraufhin Scope das Rating auf SD gesetzt.

Die Ratingagentur Scope beurteilt das Immobilienunternehmen Adler Real Estate mit BB-. Damit bleibt das Rating unverändert. Scope begründet die Einschätzung mit dem angemessenen Risikoprofil des Unternehmens sowie des diversifizierten Portfolios. Allerdings wirken sich die recht hohe Verschuldung und geringe freie Cashflows negativ auf die Bonität aus, da sie die Abhängigkeit von externer Finanzierung erhöhen.

Die Ratingagentur Creditreform hat das Rating des Versicherungsanbieter Enterprise Holdings vorübergehend ausgesetzt. Grund dafür ist die derzeitige Abwicklung des operativen Versicherungsunternehmens. Daher gebe es Creditreform zufolge zur Zeit nicht genügend Informationen, um das Rating aufrechtzuerhalten. Der nächste Termin zur Überprüfung des Ratings ist im August.

Euler Hermes hat das Rating des Automobilzulieferers Grammer bei BBB bestätigt. Damit bescheinigt die Ratingagentur dem Unternehmen eine „überdurchschnittliche finanzielle Stabilität“.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

Einen Überblick über die Finanzierungen der vergangenen Wochen und Monate finden Sie auf unserer Themenseite Unternehmensfinanzierung.