Immofinanz setzt auf gleich zwei Finanzinstrumente, um sich frisches Kapital zu beschaffen.

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13.07.20
Finanzierungen

Finanzierungen: Immofinanz, Delivery Hero, Uniqa

Immofinanz platziert neue Aktien und eine Pflichtwandelanleihe, Delivery Hero sichert sich 1,5 Milliarden Euro und Uniqa emittiert neue Anleihen – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

Immofinanz besorgt sich frisches Kapital

Immofinanz hat sich gleich mit zwei Finanzinstrumenten frisches Geld am Kapitalmarkt besorgt: Zum einen hat der Immobilienkonzern im Rahmen eines beschleunigten Platzierungsverfahrens rund 15,4 Millionen neue Aktien zu einem Bezugspreis von 15,31 Euro bei institutionellen Anlegern platziert. Durch die Ausgabe von rund 11,2 Millionen neuen Aktien erhöhte sich das Grundkapital auf insgesamt 123,3 Millionen Euro. Zudem hat Immofinanz rund 4,2 Millionen eigene Aktien veräußert. Im Rahmen dieser Transaktion fließt den Österreichern ein Bruttoemissionserlös von rund 236 Millionen Euro zu.

Darüber hinaus hat Immofinanz eine nachrangige Pflichtwandelanleihe mit einem Volumen von 120 Millionen Euro begeben. Der Bond wird anfänglich in rund 6,99 Millionen Immofinanz-Aktien wandelbar sein und hat einen Zinskupon von 4 Prozent. Der anfängliche Wandlungspreis liegt bei 17,15 Euro, wie der Immobilienkonzern mitteilte. Die Nettoemissionserlöse aus den Transaktionen will Immofinanz zur Refinanzierung von Finanzverbindlichkeiten, zur Nutzung von Wachstumschancen und zu allgemeinen Unternehmenszwecken verwenden. Zudem wollen die Österreicher ihr bestehendes Investmentgrade-Rating (BBB- mit stabilem Ausblick) sichern.

Delivery Hero sammelt 1,5 Milliarden Euro ein

Der Essenslieferdienst Delivery Hero hat neue Wandelschuldverschreibungen im Gesamtwert von 1,5 Milliarden Euro platziert. Die Finanzierung besteht aus zwei Tranchen zu je 750 Millionen Euro. Tranche A hat eine Laufzeit bis Juli 2025 und wird mit 0,875 Prozent verzinst, Tranche B mit einer Laufzeit bis Januar 2028 verfügt über einen Zinskupon von 1,5 Prozent. Wie Delivery Hero mitteilte, sind die Papiere anfänglich in rund 10,2 Millionen neue oder bestehende Aktien des Unternehmens wandelbar. Der anfängliche Wandlungspreis der beiden Tranchen liegt bei 143,93 Euro beziehungsweise 148,98 Euro. 

Den Erlös von 1,5 Milliarden Euro will Delivery Hero für allgemeine Unternehmenszwecke sowie für weitere Investitionen verwenden. JP Morgan, Morgan Stanley, Jefferies und Unicredit waren als Joint Global Coordinators tätig und fungierten zusammen mit HSBC im Rahmen der Transaktion als Joint Bookrunners. Anfang des Jahres hatte sich Delivery Hero bereits 2,3 Milliarden Euro durch die Platzierung von zwei Wandelanleihen gesichert. 

Uniqa emittiert Anleihen über 800 Millionen Euro

Der österreichische Versicherungskonzern Uniqa Insurance Group hat eine Anleihe in Höhe von 600 Millionen Euro bei institutionellen Investoren platziert. Der Bond hat eine Laufzeit von zehn Jahren und wird mit 1,375 Prozent verzinst. Die Erlöse aus der Bondemission will das Versicherungsunternehmen zur Finanzierung des Erwerbs von Gesellschaften der Axa Gruppe in Polen, der Slowakei und Tschechien verwenden.

Zudem hat Uniqa eine Tier-2-Anleihe über 200 Millionen Euro mit einer Laufzeit von fünfzehn Jahren und einer anfänglichen Verzinsung von 3,25 Prozent emittiert. Die Erlöse aus dieser Transaktion will Uniqa für nachhaltige Investitionen nutzen – „im Einklang mit den Green Bond Principles“, wie es in einer Mitteilung heißt. HSBC, JP Morgan Securities und RBI haben die Transaktion begleitet. Das Bankenkonsortium wurde rechtlich von der Kanzlei Freshfields (Federführung: Stephan Pachinger) beraten.

Curevac sichert sich weitere Finanzspritze

Das Biotechunternehmen Curevac sammelt weitere Finanzmittel in Höhe von 75 Millionen Euro ein. Das frische Geld stammt von der Europäischen Investitionsbank (EIB), mit der Curevac eine entsprechende Vereinbarung über ein Darlehen unterzeichnet hat, teilte das Unternehmen vergangene Woche mit. Die Finanzierung stellt die EIB in drei Tranchen von je 25 Millionen Euro bereit, jeweils abhängig von vereinbarten „Etappenzielen“. 

Die Transaktion wird aus der Finanzierungsfazilität für Infektionskrankheiten im Rahmen von „Horizont 2020“, dem Forschungs- und Innovationsprogramm der EU, finanziert. Curevac soll mit der Finanzierung bei der Entwicklung und Produktion von Impfstoffen, auch gegen Covid-19, unterstützt werden. Die EIB wird bei der Transaktion rechtlich von der Kanzlei Noerr (Federführung: Michael Schuhmacher und Andreas Naujoks) beraten. Erst vor wenigen Wochen beteiligte sich die Bundesregierung mit 23 Prozent an Curevac und pumpte insgesamt 300 Millionen Euro in den Impfstoffentwickler. 

Brockhaus schließt vor IPO Kapitalerhöhung ab

Der Technologieinvestor Brockhaus Capital Management (BCM) hat im Vorfeld seines geplanten Börsengangs 115 Millionen Euro im Rahmen einer Privatplatzierung eingesammelt. Insgesamt sind rund 3,5 Millionen neue Aktien bei institutionellen Investoren platziert worden. Der endgültige Ausgabepreis wurde auf 32 Euro je Aktie festgelegt, was nach Ausübung der Greenshoe-Option einer Marktkapitalisierung von 332 Millionen Euro entspricht. Dem Private-Equity-Haus zufolge war die Kapitalerhöhung „signifikant überzeichnet“.

Beteiligt haben sich Anker-Investoren aus Deutschland, den USA und Großbritannien, die künftig etwa 35 Prozent des Gesamtunternehmens halten. Die BCM-Aktien könnten schon morgen erstmals an der Frankfurter Börse gehandelt werden. Damit kann BCM seinen IPO wie geplant noch vor der Sommerpause abschließen. Citi und Jefferies begleiten die Transaktion als Joint Global Coordinators. Gemeinsam mit der Commerzbank fungierten die Investmentbanken auch als Joint Bookrunners.

Weitere Meldungen

Die Förderbank des Landes Nordrhein-Westfalen NRW.Bank hat erstmals einen Social Bond begeben. Das Volumen der mit 0,10 Prozent verzinsten Anleihe, die bis zum 9. Juli 2035 läuft, beträgt 1 Milliarde Euro. Mit dem Emissionserlösen sollen Sozialprojekte in Nordrhein-Westfalen refinanziert werden. Das begleitende Bankenkonsortium bestehend aus HSBC, Crédit Agricole, Dekabank und Natwest Bank wurde rechtlich von Norton Rose Fulbright (Federführung: Christoph Enderstein) beraten.

Die DFV Deutsche Familienversicherung hat eine Kapitalerhöhung durchgeführt. Insgesamt sind rund 1,3 Millionen neue Aktien im Rahmen einer Privatplatzierung zu einem Preis von 24,40 Euro je Aktie platziert worden. Das Grundkapital des Unternehmens beträgt nun rund 29,2 Millionen Euro. Den Erlös in Höhe von 32,35 Millionen Euro will die DFV Deutsche Familienversicherung für das weitere Wachstum und zur Ausweitung des Produktportfolios verwenden. Die Kapitalerhöhung wurde von der Main First Bank als Sole Global Coordinator und Sole Bookrunner begleitet. Die Kanzlei Noerr (Federführung: Julian Schulze De la Cruz) hat das Unternehmen rechtlich beraten.

Der Hamburger Vermögensverwalter Lloyd Fonds plant die Begebung von Wandelschuldverschreibungen in Höhe von bis zu 5 Millionen Euro. Die Papiere werden bis 2024 laufen, die Höhe des Zinskupons und des Wandlungspreises sollen noch festgelegt werden. Als Sole Lead Manager der Transaktion fungiert Hauck & Aufhäuser Privatbankiers. Die Erlöse will Lloyd Fonds zur weiteren Wachstumsfinanzierung des Fintechs Laic verwenden.

Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtete, hat das Fintech Penta Holding 4 Millionen Euro von Investoren eingesammelt. Damit beendet das Unternehmen eine im März vorangegangene Series-B-Finanzierungsrunde über 18,5 Millionen Euro. Als neue Investoren konnten die Berliner unter anderem ABN Amro Ventures, RTP Global und der Beteiligungsfonds der Volksbanken gewinnen.

Das Aachener Specialty-Pharma-Unternehmen Paion hat die im September vergangenen Jahres an die US-amerikanische Investmentfirma Yorkville Advisors Global ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen in Höhe von 5 Millionen Euro in insgesamt rund 2,36 Millionen Paion-Aktien gewandelt. Demnach konnten alle Papiere vollständig gewandelt werden. Eine weitere Finanzierungsvereinbarung mit Yorkville ist nicht geplant, wie Paion mitteilt.

olivia.harder[at]finance-magazin.de

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