Finanzierungen: KTG Agrar, Deutsche Forfait, MS Deutschland

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06.01.15
Finanzierungen

Finanzierungen: KTG Agrar, Deutsche Forfait, MS Deutschland

KTG sichert sich die Finanzierung für die Tilgung einer Mittelstandsanleihe. Die Deutsche Forfait lädt ihre Gläubiger zu einer Abstimmung über die bevorstehende Restrukturierung ein und für die MS Deutschland beginnt das Insolvenzverfahren. Diese und weitere Neuigkeiten aus der Welt der Unternehmensfinanzierung erwarten Sie im wöchentlichen FINANCE-Ticker.

KTG Agrar schließt Refinanzierung seiner Mittelstandsanleihe ab

Das Landwirtschaftsunternehmen KTG Agrar sichert die Refinanzierung der 2010 begebenen Mittelstandsanleihe über 50 Millionen Euro. Der mit 6,75 Prozent verzinste Bond wird im September 2015 fällig. Um die Tilgung zu finanzieren, hat das Unternehmen eine 2011 begebene Mittelstandsanleihe mit einer Laufzeit bis 2017 um 10 Millionen Euro im Rahmen einer Privatplatzierung aufgestockt.

Außerdem hat das Unternehmen eine neue Mittelstandsanleihe mit fünfjähriger Laufzeit und einem Volumen von 35 Millionen Euro platziert. 10 Millionen davon stammen aus einem Umtauschangebot der 2010 begebenen Anleihe. Die Platzierung war für das Landwirtschaftsunternehmen enttäuschend verlaufen. Die restlichen 5 Millionen Euro sollen aus dem operativen Cashflow getilgt werden.

Deutsche Forfait nennt Details zu Restrukturierung

Der Exportfinanzierer Deutsche Forfait hat Details zur Restrukturierung der Anleihe bekanntgegeben und lädt die Gläubiger der Unternehmensanleihe zu einer „Abstimmung ohne Versammlung“ vom 20. bis 22. Januar ein. Bereits Ende November hatte das Unternehmen vorgeschlagen, den Nominalzinssatz der Anleihe von 7,875 Prozent auf 2 Prozent zu senken und den Gläubigern dafür eine Gegenleistung zu gewähren. Die Gesellschaft will den Anleihegläubigern Optionsrechte zum Erwerb von Aktien einräumen. Diese Rechte sollen unabtrennbar von der 2013 begebenen Anleihe mit Laufzeit bis 2020 sein. Die Gläubiger sollen mindestens 100 und maximal 113 Aktien je Anleihe mit einem Nennbetrag von 1.000 Euro zu einem Bezugspreis von 1,25 Euro erwerben können. Die genaue Anzahl der Optionsrechte steht noch nicht fest. Gläubiger sollen sie frühestens ab dem 27. Mai 2016 bis zum Laufzeitende der Anleihe im Mai 2020 nutzen können. Weiterhin schlägt die Deutsche Forfait vor, dass Gläubiger bis zum Abschluss grundlegender Restrukturierungsmaßnahmen bis zum Ende des Jahres 2015 auf Kündigungsrechte der Anleihe verzichten.

Insolvenzverfahren der MS Deutschland eröffnet

Am 1. Januar wurde das Insolvenzverfahren über das Vermögen der MS Deutschland und der Reederei Peter Deilmann eröffnet. Rechtsanwalt Reinhold Schmid-Sperber wurde zum Insolvenzverwalter benannt. Die Verbindlichkeiten beziffert das Unternehmen auf etwa 60 Millionen Euro für die MS Deutschland und auf rund 2 Millionen Euro für die Reederei Peter Deilmann. Am 20. Februar wird eine Gläubigerversammlung für beide Gesellschaften stattfinden.

Insolvenzverwalter Schmid-Sperber stellte am Montag klar, dass es entgegen verschiedenen Medienberichten keinen Vertrag mit der US-Reederei Chrystal Cruise über einen Kauf der MS Deutschland gäbe. Es existiere eine Vereinbarung mit einem Investor über einen Kauf des Schiffes. Nähere Angaben zu dem Investor werde es aber erst geben, wenn der Verkauf rechtswirksam ist. Bis Ende November konnte zunächst kein Investor gefunden werden, der ausreichende Finanzierungsnachweise vorlegen konnte. Die geplante Weltreise des Schiffes wurde daraufhin abgesagt.

Weitere Finanzierungen

Der Versicherer Enterprise Holdings verlängert das Rückkaufprogramm der im September 2012 begebenen Anleihe bis 31. März 2015. Der mit 7 Prozent verzinste Bond läuft noch bis 2017. Enterprise Holding war der erste ausländische Emittent, der eine Mittelstandsanleihe über den Entry Standard der Deutschen Börse begeben hat. Das Volumen des Rückkaufs bleibt auf 2 Millionen Euro begrenzt. Das Programm hatte am 2. Juli 2014 begonnen und sollte am 31. Dezember 2014 auslaufen. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden Anleihen mit einem Volumen von 15.000 Euro erworben.

Der chinesische Hersteller von Handtaschen und Lederwaren Powerland nimmt ein Darlehen über 200 Millionen Renminbi (etwa 26,8 Millionen Euro) bei einem chinesischen Finanzinstitut auf. Das Darlehen wird mit 9 Prozent verzinst und läuft ein Jahr. Mit den Mitteln sollen Bankverbindlichkeiten zurückgeführt und unter anderem das Working Capital finanziert werden.

Die Immobiliengesellschaft WCM hat eine Barkapitalerhöhung vollständig platziert und sammelt damit etwa 18,8 Millionen Euro ein. Die Gesellschaft hat etwa 14,4 Millionen neue Aktien begeben und gleichzeitig eine Sachkapitalerhöhung durchgeführt. Mit dem Erlös sowie einem Bankdarlehen über 45,5 Millionen Euro will WCM neue Immobilienkäufe finanzieren. Die Kanzlei Ashurst hat die Immobiliengesellschaft bei den Transaktionen beraten.

Ratingmeldungen

Moody’s stuft das Rating des Anlagenbauers Voith von Baa2 auf Baa3 herab. Das Rating stand seit Anfang Dezember unter Beobachtung für eine Herabstufung. Der Ausblick ist negativ. Grund für die Verschlechterung seien die schwächeren Ergebnisse des vergangenen Geschäftsjahrs und die kürzliche Übernahme von 25 Prozent der Anteile an Kuka, teilte Moody’s mit.

Die Ratingagentur Moody’s verändert den Ausblick beim Unternehmensrating von Rheinmetall auf negativ und bestätigt gleichzeitig das Rating bei Ba1. Der Grund für die Herabstufung liegt laut Moody’s unter anderem in der schlechten Ertragsdynamik der Rüstungssparte des Unternehmens, die den Schuldenabbau verlangsamen werde.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

Einen Überblick über die Finanzierungen der vergangenen Wochen und Monate finden Sie auf unserer Themenseite Unternehmensfinanzierung.