Mann+Hummel begibt einen Mega-Schuldschein

Mann+Hummel

26.10.15
Finanzierungen

Finanzierungen: Mann+Hummel, Tele Columbus, Steilmann

Mann+Hummel begibt einen Mega-Schuldschein, Tele Columbus plant eine Kapitalerhöhung und der Modekonzern Steilmann muss die Angebotsfrist für seinen IPO verlängern. Diese und weitere Neuigkeiten aus der Welt der Unternehmensfinanzierung erwarten Sie im wöchentlichen FINANCE-Ticker.

Mann+Hummel begibt ersten Schuldschein

Der Automobilzulieferer Mann+Hummel begibt den ersten Schuldschein seiner Firmengeschichte. Das Papier hat ein Volumen von 1,1 Milliarden Euro und ist damit der drittgrößte Schuldschein aller Zeiten. ING Commercial Banking und die Landesbank Baden-Württemberg haben als Joint-Bookrunner fungiert. Co-Lead-Arrangeur war die BNP Paribas.

Das Schuldscheindarlehen setzt sich aus 11 Tranchen mit Laufzeiten von drei bis zehn Jahren zusammen. Laut der ING war die Emission dreifach überzeichnet. Ingesamt waren160 Investoren beteiligt, von denen rund die Hälfte aus Deutschland kommt. Ursprünglich hatte die Finanzchefin Emese Weissenbacher ein Volumen von 400 Millionen Euro angepeilt, doch der Konzern kann das zusätzliche Kapital gut verwenden.

Tele Columbus erhöht Kapital

Der Kabelnetzbetreiber Tele Columbus hat eine Bezugsrechtskapitalerhöhung angekündigt, mit der ein Bruttoemissionserlös von rund 382,7 Millionen Euro eingespielt werden soll. Angeboten werden knapp 70,9 Millionen neue Aktien zu einem Bezugspreis von je 5,40 Euro. Das Bezugsverhältnis beträgt 4 zu 5.

Mit dem Geld will CFO Frank Posnanski eine Brückenfinanzierung und einen Teil der nachrangigen Finanzierung abzulösen, mit der der Kauf von Primacom bezahlt wurde. Außerdem will Tele Columbus den Erlös teils dazu nutzen, einen Teil des Kaufpreises für die Übernahme von Pepcom zu finanzieren.

Steilmann verlängert Angebotsfrist

Der Modekonzern Steilmann scheint Schwierigkeiten zu haben, genügend Abnehmer für seine Aktien zu finden. Daher hat der Konzern die Angebotsfrist um eine Woche – bis zum 29. Oktober – verlängert. Außerdem hat der Konzern die Anzahl der auszugebenden Aktien ohne Mehrzuteilungsoption (Greenshoe) von 17 auf 12,5 Millionen Euro reduziert. Darüber hinaus gibt das Unternehmen die Aktien zum einem Preis am untersten Ende der Spanne aus: Der Ausgabepreis liegt bei 3,50 Euro. Damit reduziert sich der Bruttoerlös aus dem geplanten Börsengang auf 50,3 Millionen Euro.

Corestate legt Preisspanne für IPO fest

Der Immobilien-Investmentmanager Corestate Capital Holding hat die Preisspanne für seinen Börsengang auf 23,50 bis 28,50 Euro je Aktie festgelegt. Das Gesamtangebotsvolumen beträgt bei vollständig ausgeübter Mehrzuteilungsoption voraussichtlich zwischen 209 und 253 Millionen Euro.

Angeboten werden bis zu rund 4,3 Millionen neue Aktien sowie bis zu etwa 3,5 Millionen Aktien aus dem Bestand bisheriger Gesellschafter, womit der Streubesitz ohne die Greenshoe-Option über 52,5 Prozent betragen könnte. Der Handel im Prime Standard der Frankfurter Börse soll am 4. November aufgenommen werden. Mit dem Bookbuilding sind Berenberg als Sole Global Coordinator und Bookrunner und das Bankhaus Lampe als Co-Bookrunner betraut.

Weitere Finanzierungen

Der Airline-Caterer Gategroup Holding hat bestehende Anleihen zurückgekauft und eine Kreditfazilität in Höhe von 250 Millionen Euro und einer Laufzeit von fünf Jahren aufgenommen. Als Arrangeur und ursprünglicher Kreditgeber agiert die ING. Beraten wurde die Gategroup bei der Transaktion durch die Kanzlei White & Case unter Federführung von Vanessa Schürmann.

Die Deutsche Oel & Gas Gruppe, die in Alaska Rohstoffe fördert, hat von der ING Bank, New York, eine Finanzierung in Höhe von 135 Millionen US-Dollar erhalten. Eine weitere Finanzierung durch die Bank of America steht nach Angaben des Unternehmens vor dem Abschluss. Das Öl- und Gasförderunternehmen hatte vor kurzem seine Eigenkapitalquote auf 97 Prozent erhöht. In diesem Zuge hat der amerikanische Energieinfrastrukturfonds Energy Capital Partners seine Beteiligung von 200 auf 240 Millionen Euro erhöht. Das Unternehmen strebt weiterhin für Ende 2015 bis Anfang 2016 ein Listing im Freiverkehr der Frankfurter Börse an.

Das Immobilienunternehmen Eyemaxx Real Estate hat die 2014 begonnene Anleiheplatzierung abgeschlossen. Das Anleihevolumen beträgt insgesamt rund 19 Millionen Euro. Die Anleihe verfügt über einen Kupon von 8 Prozent jährlich. Seit dem Ende des öffentlichen Angebots wurden in den letzten Monaten noch Bonds mit einem Volumen von 7 Millionen Euro nachplatziert. Im Rahmen eines freiwilligen Umtauschangebots für Anleger der 2013 begebenen Anleihe wurden außerdem Bonds über 4 Millionen Euro gezeichnet.

Der Versicherer Aegon investiert 150 Millionen Euro auf der Kreditplattform Auxmoney. Laut Auxmoney ist es die größte Investition auf einem Marktplatz für Privatkredite in der Eurozone. Für eine weitere Neuigkeit in der Fintech-Branche sorgte vergangen Woche das Rocket-Internet-Startup Zencap, das vom britischen Online-Lendingportal Funding Circle übernommen wurde. Die Unternehmen fokussieren sich auf die Vermittlung von Unternehmenskrediten.

Das Unternehmen BDT Media Automation, das Datenspeicherlösungen anbietet, hat beschlossen, seine im September 2012 begebene Anleihe mit einem Zins von 8,125 Prozent zurückzukaufen. Das Rückkaufvolumen ist nicht begrenzt. Welche Bank mit dem Rückkaufprogramm betraut ist, wurde nicht bekanntgegeben.

Die Erlebnis Akademie, ein Anbieter von Naturerlebniseinrichtungen, plant den Börsengang im m:access an der Münchener Börse. Ab 26. Oktober werden zu je 7,50 Euro bis zu 687.708 Aktien aus einer Kapitalerhöhung angeboten. Das Platzierungsvolumen soll knapp 5,2 Millionen Euro betragen.

Die KfW Ipex-Bank beteiligt sich im Rahmen einer Public-Private-Partnership an der Finanzierung einer neuen Schleuse in IJmuiden in den Niederlanden. An der PPP-Finanzierung mit einem Volumen von rund 500 Millionen Euro und einer Konzessionszeit von 30 Jahren sind außerdem die Europäische Investitionsbank (EIB) und fünf weitere Banken beteiligt. Das Bauprojekt wird geführt von einem Konsortium aus den niederländischen Bauunternehmen Royal BAM Group und Volker Wessels sowie den Finanzinvestoren DIF und PGGM.

Die Peach Property Group prüft derzeit die Möglichkeiten, ihre bestehende Unternehmensanleihe zu refinanzieren und Finanzmittel für den weiteren Ausbau ihres Bestandsportfolios einzuwerben. Aus diesem Grund hat das Unternehmen das Bankhaus Lampe beauftragt, eine Roadshow vorzubereiten. Ob eine Emission durchgeführt wird, macht die Peach Property Group vom Marktumfeld abhängig.

Die auf erneuerbare Energien spezialisierte österreichische W.E.B-Gruppe begibt drei Green-Power-Anleihen. Dazu zählen ein mit 2,75 Prozent verzinster endfälliger Bond mit Fälligkeit 2020, eine jährlich teiltilgende Anleihe mit einer Verzinsung von 4 Prozent und einer Laufzeit bis 2025 sowie eine nachrangige Windkraft-Hybrid-Anleihe ohne festgelegte Fälligkeit mit einem Zinssatz von 6,5 Prozent.

Ratingmeldungen

Die Ratingagentur Moody’s hat die Bonitätsnote des Energiekonzerns RWE von Baa1 auf Baa2 gesenkt. Das Rating für die nachrangigen Verbindlichkeiten des Konzerns wurden von Baa3 auf Ba1 herabgestuft. Das Kurzfristrating von RWE wurde bei Prime-2 bestätigt. Der Ratingausblick ist negativ, was die Agentur hauptsächlich mit niedrigeren Strompreisen begründet, die die Geschäftsaussichten des Unternehmens schwächen.

Moody’s hat die vorläufigen Ratings der neuen GFKL-Bonds bestätigt. Den Senior Secured Notes der Holdinggesellschaft Garfunkelux Holdco 3 mit einem Volumen von 565 Millionen Britischen Pfund hat die Agentur ein Rating von B2 erteilt. Die von Garfunkelux Holdco 2 begebenen Senior Notes über 230 Millionen Britische Pfund werden mit Caa1 bewertet. Der Ausblick der Ratings ist stabil. Gleichzeitig wurde das B1-Rating der Lowell Finance Holdings zurückgezogen.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

Einen Überblick über die Finanzierungen der vergangenen Wochen und Monate finden Sie auf unserer Themenseite Unternehmensfinanzierung.