Finanzierungen: MT-Energie, Gea, Westwing.

MT-Energie

12.01.15
Finanzierungen

Finanzierungen: MT-Energie, GEA, Westwing

Für MT-Energie und MT-BioMethan hat das Insolvenzverfahren begonnen. GEA reduziert Finanzverbindlichkeiten um 400 Millionen Euro und der Onlinehändler Westwing erhält eine neue Finanzierung über 25 Millionen Euro. Diese und weitere Neuigkeiten aus der Welt der Unternehmensfinanzierung erwarten Sie im wöchentlichen FINANCE-Ticker.

Insolvenzverfahren von MT-Energie und MT-BioMethan eröffnet

Das Insolvenzverfahren über das Vermögen von MT-Energie und MT-BioMetahn ist eröffnet. Rechtsanwalt Gideon Böhm von der Kanzlei Münzel & Böhm wurde zum Insolvenzverwalter bestellt, er hatte bereits das vorläufige Verfahren verwaltet. Im Rahmen der Restrukturierung fokussiert sich das Unternehmen auf die Sanierung und Optimierung von Biogas-Anlagen. Auch auf dem Betrieb und der Wartung der Bestandsanlagen liegt ein Augenmerk. MT-BioMethan entwickelt als Kernaufgabe Biogas-Veredelungsanlagen. Nach Angaben des Unternehmens hat der Restrukturierungsprozess auch bei etwa 20 Investoren Interesse geweckt. Ernst & Young berät die Unternehmen bei der geplanten Übernahme im Rahmen eines Asset Deals.

Im Oktober war die Pleite von MT-Energie bekannt geworden, als Teile der Gläubigerbanken den Kurs des Unternehmens nicht weiter mittragen wollten. Damit war der Biogasanlagenbauer der 21. Emittent einer Mittelstandsanleihe, der zahlungsunfähig wurde.

GEA reduziert Finanzverbindlichkeiten um mehr als 400 Millionen Euro

In den vergangenen Wochen hat der Maschinenbauer GEA die Finanzverbindlichkeiten um mehr als 400 Millionen Euro vorzeitig reduziert. Noch im Laufe des Januars ist eine weitere Tilgung um 100 Millionen Euro beabsichtigt. Im Einzelnen hat GEA zwei Darlehen der KfW über insgesamt 72 Millionen Euro getilgt und Anleihen über 125 Millionen Euro zurückgekauft. Die verbleibenden Anleihen mit einem Volumen von 275 Millionen Euro werden im April 2016 fällig. Weiterhin hat der Systemanbieter ein Schuldscheindarlehen über 210 Millionen Euro zurückgezahlt.

Mit diesen Maßnahmen folgt das Unternehmen der angekündigten Bilanzpolitik. GEA hatte nach dem Verkauf der Heat Exchanger Sparte angekündigt, man wolle einen Teil des Erlöses von etwa 1 Milliarde Euro verwenden, um Finanzverbindlichkeiten rückzuführen. Bis Ende Januar wird das Unternehmen nach eigenen Angaben etwa die Hälfte des Verkaufserlöses für die Reduzierung der Verbindlichkeiten eingesetzt haben. Laut CFO Helmut Schmale spart die Rückzahlung etwa 10 Millionen Euro an Zinsen ein.

Westwing erhält 25 Millionen neue Mittel

Der Onlinehändler im Bereich Home & Living Westwing erhält in einer neuen Finanzierungsrunde 25 Millionen Euro von bestehenden Investoren. Damit steigen die eingesammelten Mittel des Unternehmens seit Firmengründung im Jahr 2011 auf insgesamt 179 Millionen Euro. Zu den Investoren gehören unter anderem Access Industries, Fidelity Worldwide Investment, Investment AB Kinnevik, Odey, Summit Partners und Tengelmann Ventures. Die neue Finanzierung soll die Wachstumspläne des Unternehmens stützen. Mit Investorengeldern in Höhe von 72 Millionen Euro hatte Westwing Anfang 2014 die Expansion nach Belgien, Kasachstan, Slowakei, Tschechien und Ungarn vorangetrieben und neue Logistikzentren finanziert.

Weitere Finanzierungen:

Daimler hat eine Anleihe über 250 Millionen Britische Pfund (rund 320 Millionen Euro) begeben. Das Papier läuft zwei Jahre und wird mit 1,25 Prozent verzinst. JP Morgan begleitete die Transaktion als Bookrunner.

Mit Volkswagen hat ein weiterer Emittent der Automobilbranche im Januar den Bondmarkt genutzt. Volkswagen hat drei Anleihen mit einem Volumen von je 1 Milliarde Euro begeben. Die Anleihe mit der kürzesten Laufzeit wird im Juli 2018 fällig und hat einen variablen Kupon bei Libor +30. Die beiden anderen Anleihen sind festverzinst. Der Bond mit Fälligkeit im Jahr 2023 wird mit 0,875 Prozent verzinst, die Anleihe mit Laufzeit bis 2030 hat einen Kupon von 1,625. Als Bookrunner fungierten Royal Bank of Canada, Barclays, Deutsche Bank und Société Générale.

Der Windparkprojektierer PNE Wind hat eine 2010 begebene Wandelanleihe zum 31. Dezember 2014 abgeschlossen. Das Papier war mit 6,5 Prozent verzinst und hatte ein Emissionsvolumen von 26 Millionen Euro. Der Großteil der Wandelanleihe wurde bereits zu einem Preis von je 2,20 Euro in Aktien gewandelt. Das Unternehmen musste daher lediglich noch 1,8 Millionen Euro tilgen.

Das Schweizerische Unternehmen Cytos Biotechnology gibt Details über das weitere Vorgehen bei der Restrukturierung bekannt. Die Bio-Tech-Gesellschaft schlägt eine Zwangswandlung der ausstehenden Wandelanleihe vor, um eine Weiterführung des Geschäftsbetriebs zu ermöglichen. Cytos gibt an, dass andernfalls ein Totalverlust für die Gläubiger wahrscheinlich sei und das Unternehmen die Anleihe bei Fälligkeit im Februar nicht zurückzahlen könne. Am 26. Januar kommt es daher zu einer Gläubigerversammlung. Des Weiteren hat Cytos eine Lizenzvereinbarung zur Entwicklung neuer Produkte erhalten. Diese Vereinbarung wird allerdings erst wirksam, wenn die nachrangigen Wandelanleihen in Eigenkapital umgewandelt und weitere Bedingungen erfüllt sind.

Das Biotechunternehmen Qiagen hat beschlossen eine 2024 fällig werdende Wandelanleihe zurückzukaufen. Das Angebot erfolgt über die Tochtergesellschaft Qiagen Finance. Durch den Rückkauf will das Unternehmen die Bilanz verbessern und eine mögliche Verwässerung durch die Ausgabe von etwa 10,3 Millionen Aktien vermeiden. Von dem ursprünglichen Volumen von 150 Millionen Dollar (126 Millionen Euro) des mit 1,5 Prozent verzinsten Papiers stehen noch rund 130 Millionen Dollar (103 Millionen Euro)  aus. Der Betrag für den Rückkauf sämtlicher Anleihen wird bei etwa 235 Millionen Dollar (198 Millionen Euro) liegen und soll aus den Liquiditätsreserven der Qiagen-Gruppe erfolgen.

Der Kartonagenhersteller Mayr-Melnhof hat sich mit sieben internationalen Versicherungen auf eine neue langfristige Finanzierung geeinigt. Das Unternehmen erhält im Rahmen einer unbesicherten Schuldverschreibung 110 Millionen Euro mit Laufzeiten von 10 und zwölf Jahren. Die Transaktion wurde von @Visory partners beraten.

NTT Com Security, ein Unternehmen für Informationssicherheit und Risikomanagement, hat beschlossen das Grundkapital der Gesellschaft unter Ausnutzung des genehmigten Kapitals um bis zu etwa 5 Millionen Euro zu erhöhen. Die Kapitalerhöhung erfolgt gegen Bareinlagen und das Grundkapital der Gesellschaft steigt damit auf bis zu rund 18 Millionen Euro. NTT Com Security will die Mittel für die Wiederherstellung eines angemessenen Eigenkapitals verwenden. Das konsolidierte Eigenkapital sei durch den Ausbau der internationalen Marktpräsenz und weiterer Investitionen in das Unternehmen vollständig aufgezehrt. Weiterhin soll das Umsatzvolumen sowie mögliche Akquisitionen finanziert werden.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

Einen Überblick über die Finanzierungen der vergangenen Wochen und Monate finden Sie auf unserer Themenseite Unternehmensfinanzierung.