Finanzierungen: Peine, EVN, Hansa

Thinkstock / Getty Images

14.07.14
Finanzierungen

Finanzierungen: Peine, EVN, Hansa

Der Herrenmodenhersteller Peine zahlt seine Anleihezinsen mit einigen Tagen Verspätung. Der niederösterreichische Strom-, Gas- und Wärmeversorger EVN refinanziert eine syndizierte revolvierende Kreditlinie. Nur zwei Tage nach dem Platzen des rettenden Finanzierungspakets ist die Hansa Group zahlungsunfähig. Diese und weitere Neuigkeiten aus der Welt der Unternehmensfinanzierung erwarten Sie im wöchentlichen FINANCE-Ticker.

Peine zahlt Anleihezinsen mit Verspätung

Der Herrenmodenhersteller Peine zahlt nun doch seine Anleihezinsen. Wie das Unternehmen kürzlich mitteilte, würden die Mittel für die Zinszahlung der Mittelstandsanleihe unverzüglich der Zahlstelle zur Verfügung gestellt und anschließend an die Anleihegläubiger ausgezahlt.

Peine hätte die Anleihezinsen eigentlich schon am 5. Juli zahlen müssen. Die jetzige Verzögerung in der Auszahlung begründete die Geschäftsleitung nun „ausschließlich mit technischen Problemen bei Finanztransaktionen aus China, die phasenweise mehr als eine Woche benötigen“, wie es in einer Mitteilung heißt.

Der Herrenmodenhersteller hatte im vergangenen Frühsommer eine Mittelstandsanleihe in Höhe von 15 Millionen Euro platziert
. Das Papier läuft fünf Jahre und wird mit 8 Prozent verzinst.

Shandong Ruyi Technology Group hatte zudem im Januar dieses Jahres die Mehrheit an Peine übernommen, wodurch sich der Herrenmodenhersteller „wieder auf einem sehr guten Weg“ sieht, wie es heißt. Die Ruyi-Gruppe gehört Unternehmensangaben zufolge zu den weltweit führenden Textilkonzernen mit einem Umsatz von mehr als 5 Milliarden US-Dollar. Im Zuge dieser zukünftigen Zusammenarbeit hat der neue Mehrheitsgesellschafter im Juni dieses Jahres auch eine umfassende Patronatserklärung unterzeichnet. Wie F.A.Z.net kürzlich berichtete, soll die abgegebene Patronatserklärung allerdings nicht für die Anleihe von Peine gelten. Der Grund: Sie gilt nur für Verbindlichkeiten, die bis zum 31. Dezember 2015 fällig werden und damit nicht für die 2018 zu tilgende Anleihe. „Dies wurde inhaltlich von Lothar Peters, der als Berater dem Management der Peine GmbH bestätigt“, berichtet das Online-Portal.

EVN refinanziert syndizierten Kredit

Der niederösterreichische Strom-, Gas- und Wärmeversorger EVN hat mit einem aus 12 internationalen Banken bestehenden Konsortium seine syndizierte revolvierende Kreditlinie refinanziert. Die neue Kreditvereinbarung in Höhe von 400 Millionen Euro läuft fünf Jahre und enthält eine zweimalige Verlängerungsoption um jeweils ein Jahr. EVN zufolge dient die Kreditlinie primär als Liquiditätsreserve. Daneben hat der Strom-, Gas- und Wärmeversorger auch noch bilaterale Kreditzusagen im Gesamtvolumen von 175 Millionen Euro. 

Weitere Finanzierungen

Nur zwei Tage nach dem Platzen des rettenden Finanzierungspakets ist die Hansa Group zahlungsunfähig und hat Gläubigerschutz beantragt. Ins Blickfeld rückt jetzt die Rolle der iranischen Großaktionäre. Das Amtsgericht Duisburg hat zudem als zuständiges Insolvenzgericht die vorläufige Eigenverwaltung angeordnet und Rechtsanwalt Horst Piepenburg zum vorläufigen Sachwalter der Hansa Group sowie deren Tochtergesellschaften Luhns, Waschmittelwerk Genthin und Chemische Fabrik Wibarco bestellt.

MBB Clean Energy gerät immer mehr unter Druck. Der erste Anleger der Mittelstandsanleihe hat jetzt Klage gegen den säumigen Emittenten eingereicht. Bekäme er Recht, stünde MBB Clean Energy mit dem Rücken zur Wand. Doch auch andere Szenarien sind denkbar.

Die FCR Immobilien hat eine besicherte Anleihe in Höhe von 4 Millionen Euro an einen Einzelinvestor platziert. Das Wertpapier ist mit einem Nominalzins in Höhe von 8 Prozent p.a. zzgl. einem festen jährlichen Zinsbonus von 3 Prozent auf den Nennbetrag mit einer Laufzeit von fünf Jahren ausgestattet.

Die Geschäftsführung der Leuchten Manufactur seit 1862 hat am 3. Juli 2014 beim Amtsgericht Leipzig einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Die Insolvenz des Unternehmens habe aber keine Auswirkungen auf die Geschäfte von Corona Equity Partner und deren weiteren Tochtergesellschaften, teilte die Beteiligungsgesellschaft mit.

Die pbb Deutsche Pfandbriefbank hat im Rahmen eines Konsortialdarlehens eine Investitionsfinanzierung für Aurelis Asset in einem Gesamtvolumen von rund 420 Millionen Euro vorzeitig verlängert. Dabei agierte die pbb als Lead-Arranger und Agent und hat selbst ein Darlehensvolumen von rund 360 Mio. € bereitgestellt. Die Transaktion wurde im April 2014 geschlossen.

Paion hat rund 18 Millionen neue Aktien platziert. Dem Pharmaunternehmen fließt durch die Kapitalerhöhung ein Bruttoemissionserlös von 46,26 Millionen Euro zu.

S&P erhöht den Ausblick für das Rating des Touristikkonzerns TUI auf positiv und bestätigt gleichzeitig die Bonitätsnote bei B.

Die Ratingagentur Feri entzieht dem Fahrradbauer Mifa das Rating von zuletzt CC. Die Agentur begründete dies mit einer unzureichenden Informationspolitik des Unternehmens, auf deren Basis eine Bonitätsbewertung derzeit nicht möglich sei. Mifa kann derzeit eigenen Angaben zufolge aufgrund der Restrukturierungsmaßnahmen sowie der laufenden Aufklärung der Buchungsfehler nur begrenzt Informationen zur Verfügung stellen.

Scope Ratings bestätigt das Anleihe-Rating des Biomasseheizkraftwerksbetreibers Bioenergie Taufkirchen mit BBB-. Der Ausblick wurde von positiv auf stabil gesenkt.

Regiomino schließt mit Hilfe von exchangeBA eine Erstrundenfinanzierung im sechsstelligen Bereich ab.

sabine.paulus[at]finance-magazin.de

Einen Überblick über die Finanzierungen der vergangenen Wochen und Monate finden Sie auf unserer Themenseite Unternehmensfinanzierung.