Finanzierungen: Wegen großer Nachfrage konnte Saf-Holland seinen aktuellen Schuldschein auf 200 Millionen Euro ausweiten.

SAF-Holland

30.11.15
Finanzierungen

Finanzierungen: Saf-Holland, Brenntag, Pfleiderer

Saf-Holland platziert einen Schuldschein, Brenntag begibt Optionsschuldverschreibungen und Pfleiderer plant den IPO – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

Saf-Holland sammelt 200 Millionen Euro ein

Der Nutzfahrzeugzulieferer Saf-Holland hat einen Schuldschein über 200 Millionen Euro begeben. Die Transaktion war ursprünglich auf 125 Millionen Euro ausgelegt, das Unternehmen aus Bessenbach bei Aschaffenburg konnte das Volumen aber aufgrund der großen Nachfrage aufstocken. Die Laufzeiten sind in fünf, sieben und zehn Jahre gestaffelt. Das Darlehen wird im Wesentlichen fest verzinst. Für Saf-Holland ist es die erste Schuldscheinemission.

Außerdem hat CFO Wilfried Trepels die Kreditlinien des Unternehmens auf 156 Millionen Euro ausgeweitet. Zusammen mit der Schuldscheintransaktion sollen die Mittel zur Umsetzung der Wachstumsstrategie des Unternehmens verwendet werden. Der Umsatz soll von 960 Millionen Euro auf 1.250 Millionen Euro ausgeweitet werden. Durch anorganisches Wachstum soll er auf insgesamt 1.500 Millionen Euro anwachsen. Die Transaktion wurde von der Commerzbank, HSBC, IKB und Unicredit begleitet.

Brenntag platziert Optionsschuldverschreibung

Der Chemiedistributeur Brenntag hat eine nicht-nachrangige, unbesicherte Optionsschuldverschreibung über 500 Millionen US-Dollar begeben. Das Papier ist 2022 fällig und kann in Schuldverschreibungen und Optionsscheine, die durch Aktien bedient werden, getrennt werden. Der Kupon liegt bei 1,875 Prozent. Der Erlös soll unter anderem zur Finanzierung bereits vereinbarter Zukäufe dienen. Joint Global Coordinators und Joint Bookrunner der Transaktion sind BNP Paribas und Deutsche Bank. Als weitere Joint Bookrunner sind BofA Merrill Lynch, Commerzbank, Crédit Agricole CIB, HSBC Trinkaus & Burkhardt sowie Unicredit Bank mandatiert. Bei der Emission wurde Brenntag durch die Wirtschaftskanzlei Hengeler Mueller beraten.

Atlantik treibt Exit bei Pfleiderer voran

Nach dem gescheiterten Börsengang von Pfleiderer in Polen will der Luxemburger Investor Atlantik erneut einen Exitversuch bei dem Holzverarbeiter wagen. Dazu soll es einen zweiten Anlauf für eine Kapitalerhöhung der polnischen Pfleiderer-Tochter an der Warschauer Börse geben – nun allerdings mit reduzierter Preisspanne. Einer Mitteilung zufolge will der PE-Investor Strategic Value Partners etwa ein Drittel der angebotenen Aktien zeichnen.

First Sensor platziert Schuldschein

Das Sensorikunternehmen First Sensor hat mit einem Schuldscheindarlehen in Höhe von 28 Millionen Euro eine 2013 begebene variabel verzinste Darlehenstranche abgelöst. Das damalige Darlehen hatte ein Volumen von 19 Millionen Euro mit einer Laufzeit von drei Jahren. Die weiteren 9 Millionen Euro will First Sensor zur Finanzierung des Unternehmenswachstums verwenden. Begleitet wurde die Transaktion von der HSH Nordbank.

Weitere Finanzierungen

Das Beteiligungsunternehmen Aurelius hat eine nicht nachrangige, unbesicherte Wandelanleihe mit einem Gesamtnennbetrag von 166,3 Millionen Euro begeben. Die Anleihe läuft bis 2020 und kann in bis zu 3,17 Millionen Aktien gewandelt werden. Der Wandlungspreis enthält eine Prämie von 30 Prozent auf den volumengewichteten Durchschnittskurs. Der Kupon liegt bei 1 Prozent. Mit dem Emissionserlös will Aurelius M&A-Deals finanzieren und eigene Aktien zurückkaufen. Joint Bookrunner der Platzierung sind Berenberg und UBS. Außerdem wurde Aurelius durch die Kanzlei Ashurst unter Federführung von Tobias Krug beraten.

Der Aroma- und Duftstoffhersteller Symrise hat ein Schuldscheindarlehen mit einem Volumen von 500 Millionen Euro begeben. Eigentlich hatte CFO Bernd Hirsch nur eine Emission über 250 Millionen Euro angestrebt, allerdings war das Interesse der Investoren deutlich größer. Mit der Emission waren die Commerzbank, LBBW und Unicredit Bank betraut. Mit den eingeworbenen Mitteln will Symrise die Übernahme von Pinova finanzieren.

Volkswagen Financial Services und Volkswagen Leasing haben Automobil-Leasingverträge mit einem Volumen von rund 820 Millionen Euro verbrieft. Außerdem hat der Autokonzern ein Verbriefungsprogramm für Leasingfahrzeugrestwerte in Höhe von 3 Milliarden Euro entwickelt. Im Rahmen dieses Programms wurden über Zweckgesellschaften in Luxemburg elf ABS-Anleihen über insgesamt 1,3 Milliarden Euro begeben, für die jeweils separate Zinsswaps abgeschlossen wurden. Beraten wurde Volkswagen bei der Transaktion durch Hogan Lovells unter Federführung von Sven Brandt.

BMW hat einen sechsjährigen Bond mit einem Volumen von 250 Britischen Pfund (rund 355 Millionen Euro) begeben. Der Preis wurde auf UK+108bps festgelegt. Die Anleihe ist mit einem Kupon von 2,375 Prozent ausgestattet. HSBC und RBS begleiteten die Transaktion.

Das Unternehmen WCM Beteiligungs- und Grundbesitz hat in einer Kapitalerhöhung knapp 11 Millionen Aktien zu einem Preis von je 2,20 Euro platziert. Der Bruttoerlös beträgt 24,15 Millionen Euro. Damit will WCM sein Immobilienportfolio ausbauen. Begleitet wurde die Transaktion von Berenberg.

Ratingmeldungen

Die Ratingagentur Moody’s hat den von der Volkswagen-Tochter Driver Master begebenen ABS-Verbriefungstransaktionen endgültige Ratings zugeteilt. Die ABS-Papiere der Klasse A mit einem Volumen von knapp 950 Millionen Euro wurden mit Aaa bewertet. Die Notes der Klasse B über rund 44 Millionen Euro haben die Bonitätsnote Aa3.

Fitch hat das Rating der Deutschen Post bestätigt. Die Bonitätsnote beträgt BBB+, der Ausblick ist stabil. Die Ratingagentur betont das ausbalancierte Geschäftsprofil sowie das stabile Verschuldungsprofil und die finanzielle Flexibilität des Unternehmens.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

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