SAP nutzt die Gunst der Stunde und refinanziert eine syndizierte Kreditlinie frühzeitig.

SAP

21.10.13
Finanzierungen

Finanzierungen: SAP, Allianz, Hapag-Lloyd

Der Softwarehersteller SAP refinanziert offenbar frühzeitig mit dem Abschluss einer syndizierten Kreditlinie über 2 Milliarden Euro. Allianz platziert eine nachrangige Anleihe mit unbegrenzter Laufzeit. Hapag-Llyod stockt seinen High-Yield-Bond auf. Diese und viele weitere Finanzierungsnachrichten lesen Sie im wöchentlichen FINANCE-Ticker.

SAP sichert sich 2-Milliarden-Euro Kreditlinie

Der größte deutsche Softwarekonzern SAP hat offenbar eine syndizierte Kreditlinie über 2 Milliarden Euro abgeschlossen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Bankkreise. SAP wollte sich dazu nicht äußern. Der neue Kredit soll eine bestehende Linie mit einem Volumen von 1,5 Milliarden Euro refinanzieren. Diese wäre im Dezember 2015 ausgelaufen.

Mit der vorzeitigen Refinanzierung sichert sich SAP günstigere Konditionen: Reuters-Angaben zufolge wird die neue Kreditlinie nur mit 20 bis 22,5 Basispunkten über dem Referenzzinssatz Euribor verzinst, die aktuelle Linie dagegen mit 45 Basispunkten. SAP profitiert davon, dass Banken aufgrund der aktuell geringeren Kreditnachfrage versuchen, über niedrigere Zinsen das Kreditgeschäft anzukurbeln. Das Bankenkonsortium besteht laut der Nachrichtenagentur aus der Bank of Tokyo-Mitsubishi UFJ, Citigroup, Deutsche Bank und Helaba.

Die Refinanzierung erfolgte laut Reuters einen Tag bevor SAP die Ernennung von Luka Mucic als Nachfolger des scheidenden CFOs Werner Brandt bekanntgab. Mucic wird das Finanzressort von SAP ab dem 1. Juli 2014 leiten.

Allianz sammelt mit Nachranganleihe 1,5 Milliarden Euro ein

Der Versicherungskonzern Allianz hat eine nachrangige Anleihe mit unbegrenzter Laufzeit platziert. 1,5 Milliarden Euro sammelte die Allianz ein, nach Angaben der beteiligten Banken war die Anleihe mehrfach überzeichnet: Bereits einen Tag vor Schließung lagen Aufträge über mehr als 8,5 Milliarden Euro vor. Laut der Nachrichtenagentur Reuters ist dies die erste unbegrenzte Anleihe eines Versicherungsunternehmen seit der Lehman Pleite.

Einen Tag zuvor hatte der Versicherer bekanntgegeben, ein ähnliches Papier aus dem Jahr 2004 im Januar 2014 zurückzahlen zu wollen. Dies ist der frühestmögliche Termin. Mit der neuen Anleihe will die Allianz offenbar die Rückzahlung finanzieren. Die alte Hybridanleihe im Volumen von 1,5 Milliarden Euro trägt einen Kupon von 5,5 Prozent.

Der Bond kann von der Allianz erstmals nach zehn Jahren ordentlich gekündigt werden. Bis 2023 ist die Nachranganleihe mit einem festen Kupon in Höhe von 4,75 Prozent pro Jahr ausgestattet, danach zahlt sie den Anleiheinhabern einen variablen Zinssatz. Die Zahlung der Zinsen unterliegt bestimmten Bedingungen und kann ausgesetzt werden, so die Allianz in einer Pressemitteilung.

Hapag-Lloyd stockt High-Yield-Bond auf

Das Schiffsunternehmen Hapag-Lloyd hat einen High-Yield-Bond mit einem Volumen von 150 Millionen Euro platziert. Die Hochzinsanleihe läuft fünf Jahren und wird mit 7,75 Prozent verzinst. Mit der Emission stockt Hapag-Lloyd die bereits im September begebene fünfjährige Anleihe mit einem Volumen von 250 Millionen Euro auf. Mit den Erlösen will das Transportunternehmen seine zwei bis 2015 laufenden Bonds über 480 Millionen Euro teilweise zurückzahlen. Sie werden mit 9 Prozent verzinst. Die Deutsche Bank agierte als Konsortialführer bei der Aufstockung. Gelistet wird die Anleihe an der Luxemburger Börse.

Weitere Finanzierungs-News

Das Chemieunternehmen Nabaltec ordnet seine Finanzierungsstruktur neu. Das Unternehmen kündigt seine 2010 begebene Anleihe über 50 Millionen Euro frühzeitig, um die „derzeit sehr attraktiven Refinanzierungsmöglichkeiten zu nutzen“ und die guten Konditionen langfristig abzusichern. Die Anleihe wäre bis 2015 gelaufen. Sie wird mit 6,5 Prozent verzinst. Im Gegenzug begibt Nabaltec Schuldscheindarlehen im Volumen von 50 Millionen Euro mit unterschiedlichen Tranchen in den Laufzeiten von 3, 5 und 7 Jahren.

Ekosem Agrar stockt Finanzkreisen zufolge seine zweite Unternehmensanleihe auf. Das deutsch-russische Agrarunternehmen hatte diese Ende 2012 mit einem Volumen von 60 Millionen Euro emittiert. Die Anleihe läuft bis 2018, der Kupon beträgt 8,5 Prozent. Ekosem Agrar-CFO Wolfgang Bläsi muss 2017 und 2018 insgesamt 110 Millionen Euro refinanzieren. „Die Entscheidung über Tilgung bzw. Anschlussfinanzierung wird im Laufe des Jahres 2014 getroffen werden“, sagte er gegenüber FINANCE.

Die Helma Eigenbau zahlt ihre bis 2015 laufende Mittelstandsanleihe vorzeitig zum Nennwert zurück. Das Unternehmen hatte die 10-Millionen-Euro-Anleihe 2010 begeben. Für die Rückzahlung am 1. Dezember soll „überschüssige Liquidität aus dem operativen Geschäft“ genutzt werden, wie Helma mitteilte. Mit der Emission einer 25-Millionen-Euro-Anleihe in diesem September hat die Entscheidung laut Unternehmensangaben nichts zu tun. Sie hat einen Kupon von 5,875 Prozent, während die 2010-Anleihe mit 6,5 Prozent verzinst wird.

TAG Immobilien plant die vorzeitige Rückzahlung einer Wandelanleihe von 2010. Von dem Papier, das bis 2015 läuft und mit 6,375 Prozent verzinst wird, seien nur noch weniger als 20 Prozent des Gesamtnennbetrages ausstehend, teilt das Unternehmen mit. Die Anleihe solle zum 2. Dezember gekündigt werden, so TAG Immobilien, sodass Wandelrechte aus der Anleihe letztmalig vom 12. November 2013 bis zum 2. Dezember 2013 ausgeübt werden können.

Sanders hat eine fünfjährigen Mittelstandsanleihe über 18 Millionen Euro platziert. Der Bettdeckenhersteller wollte ursprünglich bis zu 22 Millionen Euro einsammeln.

Centrosolar hat die Einleitung eines Schutzschirmverfahrens beantragt. Damit ändert der Vorstand seine Sanierungstrategie. Seit Mai hatte das Solarunternehmen versucht, im Rahmen des laufenden operativen Betriebs zu sanieren.

Die Anleihegläubiger von Praktiker müssen sich auf einen Totalverlust einstellen. Wie jetzt bekannt wurde, reichen die Mittel allenfalls noch, um Verfahrenskosten der Insolvenz zu decken. Damit ist auch eine zumindest teilweise Rückzahlung der 2011 begebenen Praktiker-Anleihe mit einem Volumen von 250 Millionen Euro nicht mehr möglich.

Die Fitnessstudio-Kette Jopp AG erwägt nach eigenen Angaben die Emission einer Mittelstandsanleihe. Um die geplante Expansion zu finanzieren, prüfe man verschiedene Finanzierungsalternativen, heißt es in einer Mitteilung. Details wurden nicht genannt.

Der Autozulieferer Alfmeier hat die Zeichnungsfrist für seine Mittelstandsanleihe frühzeitig geschlossen. Innerhalb weniger Stunden sammelte Alfmeier die gewünschten 30 Millionen Euro ein.

Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung haben die Anteilseigner der Adler Real Estate weiteren Kapitalmaßnahmen zugestimmt.Damit ist der Weg für das Immobilienunternehmen frei, um Options- und Wandelschuldverschreibungen im Gesamtnennbetrag von 100 Mio. Euro auszugeben. So soll das Unternehmen weiteren Spielraum beim Ausbau seines Wohnimmobilienportfolios erhalten.

Der Tübinger Impfstoffhersteller Immatics Biotechnologies hat eine Kapitalerhöhung in Höhe von 34 Millionen Euro abgeschlossen.

Die österreichische ÖBB-Infrastruktur AG platzierte eine Anleihe mit 20 Jahren Laufzeit über eine Milliarde Euro. Der Zinssatz, der von der Republik Österreich garantiert wird, beträgt drei Prozent.

Ferratum hat die Zeichnungsfrist für seine Anleihe vorzeitig beendet. Mit dem Papier, das mit 8 Prozent pro Jahr verzinst wird, sammelte der Finanzdienstleister 25 Millionen Euro ein.

Creditreform hat das Rating des Recyclingunternehmens FFK Environment von B auf CC gesenkt.

Die Raiffeisen Bank International bereitet den Börsengang in Warschau vor. Wie RBI-CFO Martin Grüll bei einer Messe in Wien sagte, sei der IPO in Polen für 2016 geplant.

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