Die Schweizer Prüf- und Inspektionsgesellschaft SGS hat den Bondmarkt angezapft.

SGS

20.04.20
Finanzierungen

Finanzierungen: SGS, Nanogate, Taxfix

SGS begibt zwei neue Bonds, Nanogate verlängert die Covenant-Aussetzung und das Start-up Taxfix sammelt in einer Finanzierungrunde 65 Millionen Dollar ein – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

SGS begibt zwei neue Anleihen

Die Schweizer Prüf- und Inspektionsgesellschaft SGS hat zwei neue Anleihen über insgesamt 500 Millionen Schweizer Franken (rund 475 Millionen Euro) begeben. Federführende Banken bei der Transaktion waren Credit Suisse, UBS und Zürcher Kantonalbank. Die erste Tranche über 175 Millionen Franken hat eine Laufzeit von 3,5 Jahren und wird mit 0,45 Prozent verzinst. Die zweite mit 0,95 Prozent verzinste Tranche über 325 Millionen Franken läuft 6,5 Jahre.

Nanogate verlängert Covenant-Pause

Der Oberflächenspezialist Nanogate, der Ende März Staatshilfen bei der KfW beantragen musste, hat mit seinen kreditgebenden Banken die Aussetzung des Verschuldungs-Covenant-Tests bis zum 31. August 2020 verlängert. Die aktuelle Kreditmarge des im Mai 2018 aufgelegten siebenjährigen Konsortialkreditvertrags bleibt in diesem Zeitraum Unternehmensangaben zufolge unverändert. Nanogate hatte zunächst die Covenant-Aussetzung bis zum 31. Dezember 2019 vereinbart.

Die nun vereinbarte weitere Verlängerung der Covenant-Pause sieht dem Oberflächenspezialisten zufolge bestimmte Maßnahmen als Auflagen vor, die die Liquidität des Unternehmens während der Coronavirus verbessern sollen. Die Konsortialbanken BNP Paribas, SaarLB, LBBW wollen die Kreditverträge mit Nanogate längerfristig anpassen und arbeiten mit dem Unternehmen diesbezüglich zusammen.

Taxfix schließt Finanzierungsrunde ab

Das Berliner Start-up Taxfix hat in einer Series-C-Finanzierungsrunde insgesamt 65 Millionen Dollar (rund 59 Millionen Euro) eingesammelt. Mit dem Investment will der Steuer-App-Anbieter unter anderem seine Produktinnovation weiterentwickeln, weitere Services anbieten sowie seine 200 Mitarbeiter um 100 erweitern. Zudem möchte das Berliner Unternehmen seine internationale Expansion in diesem Jahr vorantreiben.

Weitere Meldungen

Adidas sichert sich in der Coronakrise einen revolvierenden Konsortialkredit über 3 Milliarden Euro. Die Bundesregierung habe den Kredit der staatseigenen Förderbank KfW genehmigt, teilte das Unternehmen mit. Abgeschlossen sei die Transaktion noch nicht.

Die Modekette Hallhuber flüchtet wegen der Coronakrise unter den Schutzschirm. Die frühere Gerry-Weber-Tochter hat einen Antrag auf Einleitung eines Schutzschirmverfahrens in Eigenverwaltung beim Amtsgericht München gestellt.

Das Technologieunternehmen Northern Data hat eine Barkapitalerhöhung in Höhe von 30 Millionen Euro abgeschlossen. Insgesamt sind 685.000 neue Aktien zu einem Preis von 44 Euro je Aktie im Rahmen eines Accelerated Bookbuildings bei internationalen Investoren platziert worden. Mit dem Erlös möchte das Unternehmen unter anderem seine Bilanz stärken und das weitere Wachstum beschleunigen. Als Sole Bookrunner der Transaktion fungierte Hauck & Aufhäuser. Rechtlich wurde Northern Data von der Kanzlei Heuking Kühn Lüer Wojtek (Federführung: Thorsten Kuthe) beraten.

Das Pharmaunternehmen Biofrontera plant die Durchführung einer Kapitalerhöhung. Insgesamt soll das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu 8,97 Millionen Euro erhöht werden. Die neuen Aktien sollen den Aktionären im Verhältnis 5:1 angeboten werden. Der Bezugspreis muss noch festgelegt werden. Den Emissionserlös will Biofrontera für die weitere Finanzierung von klinischen Studien, für Vertriebs- und Marketingaufwendungen sowie für die Deckung laufender Kosten des operativen Geschäfts verwenden.

Die Investmentbanken HSBC und UBS haben ihre Anteile an dem österreichischen Sensor-Spezialisten AMS nun verkauft. Einer Mitteilung vom vergangenen Freitag zufolge halten die beiden Banken zusammen nun nur noch 0,68 Prozent der Aktien an AMS. Vor zwei Wochen war das Bankenkonsortium um HSBC und UBS im Rahmen der Kapitalerhöhung noch auf 72,4 Millionen AMS-Aktien sitzengeblieben.

Das Konsortium A3 Nordbayern mit den Gesellschaftern Eiffage und Johann Bunte Bauunternehmung haben Verträge zur Finanzierung des eigenen Angaben zufolge „bislang größten ÖPP-Projekts im Autobahnbereich in Deutschland“ abgeschlossen. Die Bauarbeiten an der A3 haben ein Volumen von 1,5 Milliarden Euro, wovon 1,2 Milliarden fremdfinanziert werden. Entsprechende Verträge seien unter anderem mit der Europäischen Investitionsbank, Deka, DZ Bank, KfW, Helaba, LBBW, MEAG und MUFG geschlossen worden. DLA Piper hat das Konsortium um Eiffage und Johann Bunte bei der Transaktion rechtlich beraten. 

Ratingmeldungen

Moody’s hat das Rating des Spezialchemiekonzerns Evonik bei Baa1 bestätigt. Gleichzeitig änderte die Agentur den Ausblick von stabil zu negativ. Moody’s begründet diese Entscheidung mit einem schwachen Finanzprofil Evoniks.

Moody’s bestätigt das Rating des Triebwerkherstellers MTU Aero Engines bei Baa3. Der Ausblick wurde von stabil auf negativ herabgesetzt. Hintergrund sind unter anderem die weitreichenden Folgen der Coronakrise und des Ölpreisfalls auf den Aviation-Sektor.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

Einen Überblick über die Finanzierungen der vergangenen Wochen und Monate finden Sie auf unserer Themenseite Finanzierungsticker.