SKW Stahl hat eine Einigung mit den Banken erzielt und kann sich mehr Zeit nehmen, um einen neuen Geldgeber zu finden.

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19.12.16
Finanzierungen

Finanzierungen: SKW Stahl, Trivago, SGL Carbon

SKW Stahl erhält mehr Zeit von seinen Banken, Trivago hat in New York den Sprung an die Börse geschafft und SGL Carbon schließt eine Kapitalerhöhung ab – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

Deutsche Investorenkonferenz 2017

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SKW Stahl bekommt mehr Zeit

SKW Stahl-Metallurgie hat sich mit den Kreditgebern seines Konsortialkredits auf neue Eckdaten für die Finanzierung geeinigt. 2015 hatte das Unternehmen einen Covenant des Vertrags für den 86 Millionen Euro schweren Kredite gebrochen. Zum Plan der finanziellen Restrukturierung gehört nun, dass die kreditgebenden Banken des Konsortialkreditvertrags einer Stillhaltevereinbarung mit einer Laufzeit bis 31. Dezember 2017 zustimmen.

Außerdem sind die Banken grundsätzlich bereit, auf einen Teil ihrer Forderungen zu verzichten, wenn die Ablösung des Kredits durch einen Dritten gewährleistet wird. Das könnte zum Beispiel ein strategischer Partner sein, der bei SKW einsteigt. Es gebe bereits Interessenten, heißt es. SKW will zudem im neuen Jahr eine Kapitalerhöhung durchführen.

Trivago geht in New York an die Börse

Trivago hat den Sprung in den Nasdaq geschafft. Allerdings muss das Internetportal für die Hotelsuche eine durchwachsene Bilanz ziehen. Rund 26,1 Millionen American Depository Shares (ADS) hat Trivago zu einem Preis von 11 Dollar pro Stück angeboten. Laut Reuters war ursprünglich eine Preisspanne von 13 bis 15 Dollar geplant gewesen. Der Börsengang bringt dem Unternehmen rund 287 Millionen Dollar ein, ursprünglich waren Medienberichten zufolge rund 400 Millionen Dollar angepeilt.

Laut Reuters hatten einige Investoren die Sorge, dass das Portal für seinen Umsatz auf einige wenige Online-Reiseanbieter angewiesen ist. Größter Anteilseigner von Trivago ist der amerikanische Reisekonzern Expedia. Trivago wurde bei dem Börsengang von Latham & Watkins und von Noerr beraten.

SGL Carbon schließt Kapitalerhöhung ab

Die SGL Carbon hat die Ende November angekündigte Kapitalerhöhung abgeschlossen und damit einen Nettoemissionserlös von 173 Millionen Euro erzielt. Rund 30 Millionen Aktien wurden zu einem Bezugspreis von 6 Euro pro Stück angeboten. Die Aktionäre übten ihre Bezugsrechte zu 99,4 Prozent aus. Die Großaktionäre Skion (hält rund 27,19 Prozent der Anteile) und BMW (hält rund 18,26 Prozent) haben sich ihres Anteils am Unternehmen an der Transaktion beteiligt.

Durch die Kapitalerhöhung steigt die Eigenkapitalquote des Unternehmens auf etwa 15 Prozent, der Verschuldungsgrad sinkt unter 2. Der Erlös soll zur Tilgung oder dem Rückkauf ausgegebener Anleihen genutzt werden. Mit den neuen Mitteln und weiteren Erlösen aus dem Verkauf des Geschäftsbereichs Performance Products soll die 2018 fällig werdende Wandelanleihe des Unternehmens vorzeitig getilgt oder zurückgekauft werden. Auch die ausstehende Unternehmensanleihe soll vorzeitig zurückgezahlt werden.

DIC Asset schließt Kredit über 960 Millionen Euro ab

Das Immobilienunternehmen DIC Asset refinanziert sein Gewerbeimmobilienportfolio mithilfe eines Kredits der Deutschen Hypothekenbank, Berlin Hyp und HSH Nordbank. Das Finanzierungsvolumen in Höhe von 960 Millionen Euro setzt sich aus 510 Millionen vom Konsortialführer Deutsche Hypothekenbank, 250 Millionen von der der Berliner Hyp und 200 Millionen von der HSH Nordbank zusammen. Das Darlehen löst die bisherige Finanzierung von mehreren Banken ab und hat eine Gesamtlaufzeit von bis zu sieben Jahren. Die Banken wurden dabei von Hogan Lovells unter der Leitung von Patrick Mittmann beraten. Auf Seiten von DIC Asset trat Jörg H. Becker von der Kanzlei Bögner Hensel & Partner als Berater auf.

Die Finanzierungskosten sinken laut DIC Asset um 170 Basispunkte auf 1,7 Prozent. Allerdings entstehen durch die vorzeitige Ablösung der bestehenden Darlehen Einmalaufwendungen. Das Immobilienunternehmen rechnet deshalb für 2016 mit einem einmalig negativem Konzernergebnis von 35 Millionen Euro nach Steuern.

Weitere Finanzierungen

Der Spezialchemiehersteller HCS erhält 290 Millionen Euro neue Mittel. 240 Millionen Euro davon stammen aus einer Unitranche-Finanzierung, die von der Blackstonetochter GSO bereitgestellt werden. Dazu kommen weitere 100 Millionen Euro, die HSC bei Bedarf ebenfalls von GSO bekommt sowie eine revolvierende Kreditlinie mit einem Volumen von 50 Millionen Euro, die von Commerzbank und NIBC Bank zur Verfügung gestellt wird. Für das Unternehmen ist die Finanzierung die Basis für weiteres Wachstum. Über die weitere Strategie sprachen CFO Peter Stubbe und CEO Uwe Nickel mit FINANCE.

Das Textilunternehmen Hoftex Group begibt ein unbesichertes Schuldscheindarlehen mit einem Volumen von 50 Millionen Euro. Die Laufzeit der Tranchen liegt zwischen drei und sieben Jahren. Es gibt sowohl variable als auch festverzinste Tranchen. Die IKB Deutsche Industriebank hat das Schuldscheindarlehen arrangiert, es wurde im Kreise der bisherigen Hausbanken Bayern LB, Commerzbank, HSBC, Landesbank Baden-Württemberg und UniCredit platziert. Mit dem Mitteln will das Unternehmen besicherten Finanzverbindlichkeiten und ein Gesellschafterdarlehen zurückzahlen.

Der Schweizer Flugzeugbauer Pilatus bereitet Berichten des Handelsblatts zufolge den Börsengang vor. Insidern zufolge könnte es bereits in der zweiten Jahreshälfte 2017 soweit sein. Der Hersteller von Geschäfts- und Trainingsmaschinen könnte mit bis zu 3 Millionen Schweizer Franken bewertet werden.

Der Textilhersteller Golfino organisiert seine Finanzierungen neu. Dafür hat Golfino eine Bankenkonsortialfinanzierung mit einer Kreditlinie von 18 Millionen Euro abgeschlossen. Die Mindestlaufzeit des neuen Kredites beträgt zwei Jahre, der Vertrag beinhaltet zwei Verlängerungsoptionen. Mit der Linie wird unter anderem die 2012 begebene, mit 7,25 Prozent verzinste Anleihe im April 2017 zurückgezahlt. Außerdem bietet Golfino eine neue Anleihe mit einem Volumen von rund 2,7 Millionen Euro an. Der neue nachrangige Bond wird mit 8 Prozent verzinst und auch den bisherigen Bondholden als Umtausch angeboten.

Der Erotikkonzern Beate Uhse kann durch einen Deal mit dem Finanzamt seine Steuerverbindlichkeiten um 3,2 Millionen Euro reduzieren. Dadurch steigt das Eigenkapital des Unternehmens. Der Händler kann das Geld gut gebrauchen.

Die Projektgesellschaft ViA6West hat für den Ausbau eines Teils der Bundesautobahn A 6 eine Anleihe begeben, die von einem Bankenkonsortium aus KfW Ipex-Bank, DZ Bank, London Branch, L-Bank und MUFG Securities gezeichnet wird. Außerdem beteiligt sich die Europäische Investitionsbank an der Finanzierung. Das Konsortium wurde bei der Transaktion von der Kanzlei Ashurst unter Federführung von Derk Opitz und Maximilian Uibeleisen beraten. Das Gesamtprojektvolumen liegt bei etwa 1,3 Milliarden Euro.

Die Bayerische Regiobahn, eine Tochtergesellschaft der Transdev-Gruppe, hat die Finanzierung von 28 Triebzügen gesichert. BayernLB und Crédit Agricole stellen dafür zunächst einer Objektgesellschaft der DAL Deutsche Anlagen-Leasing ein Bauzeitdarlehen über 115 Millionen Euro zur Verfügung. Anschließend erfolgt die langfristige Finanzierung für die Bayerische Regiobahn über eine Leasingstruktur.

Die Beteiligungsgesellschaft Minaya Capital hat ein Darlehen an Adhoco, einem Hersteller von Hausautomationssystemen, in Aktien umgewandelt. Das ausstehende Darlehen in Höhe von etwas mehr als 2 Millionen Euro wurde zum Wandlungspreis von 10 Rappen (0,10 Schweizer Franken) pro Aktie umgewandelt. Der Nominalwert pro Aktie lag bei einem Rappen. Minaya Capital ist damit nun mit 25,21 Prozent an Adhoco beteiligt.

Das japanische Internetunternehmen Rakuten unterstützt das Technologieunternehmen für Verbraucherfinanzierungen Kreditech aus Hamburg mit 10 Millionen Euro. Im Zuge dessen wird Michael Piechalak vom Rakuten Fintech Fonds die Position des Board Observer bei Kreditech übernehmen.

Der Ziegelproduzent Wienerberger zieht zum 9. Februar 2017 die Option für den Rückkauf einer Hybridanleihe aus dem Jahr 2007. Das Volumen der Anleihe beträgt 221,8 Millionen Euro.

Der IT-Dienstleister Adesso hat eine Kapitalerhöhung unter Ausschluss des Bezugsrechts abgeschlossen. Dafür sollen 293.687 Aktien für je einen Euro ausgegeben werden. Rund 290.000 neue Aktien wurden im Rahmen eines beschleunigten Platzierungsverfahrens ausgegeben. Der Bruttoemissionserlös liegt bei 12,5 Millionen Euro, die für weiteres Wachstum, im speziellen für die Übernahme von Unternehmensbeteiligungen, eingesetzt werden sollen. Die Kapitalerhöhung wird von M.M. Warburg & Co begleitet.

Das Jenaer Biometrie-Unternehmen Jenetric erhält durch eine dritte Finanzierungsrunde weitere Gelder. Zu den Investoren gehören die Beteiligungsgesellschaft von Thüringen bm|t und der High-Tech Gründerfonds. Ventrada Corporate Finance begleitete Jenetric bei der Planung der Finanzierungsrunde.

Der Technologieanbieter EQS Group hat eine Kapitalerhöhung mit einem Bruttoemissionserlös von 5,4 Millionen Euro abgeschlossen. Rund 118.000 neue Aktien wurden zu einem Preis von 45 Euro pro Stück ausgegeben. Damit soll die globale Expansion finanziert werden.

Ratingmeldungen

Die Unternehmensanleihe von Vedes, einer Fachhandelsorganisation für Spiel und Freizeit, wird von Scope Ratings im Erstrating mit B+ bewertet, auch das Emittenten-Rating liegt bei B+, der Ausblick ist stabil. Es handelt sich um eine Anleihe mit fünfjähriger Laufzeit von 2014 bis 2019. Das bisherige Rating BB+ von Feri EuroRating Services, die am 1. August 2016 von Scope übernommen wurde, wird damit zurückgenommen. Auch das Emittenten-Rating liegt bei B+, der Ausblick ist stabil.

Die Ratingagentur Fitch bestätigt das Rating A für den Konsumgüterhersteller Henkel. Damit würdigt Fitch den stabilen Ausblick bei den Düsseldorfern, die eine robuste Profitabilität vorweisen können.

Moody’s hat das Rating von Metro unter Beobachtung für eine Herabstufung gesetzt. Derzeit liegt es bei Baa3. Nach der Aufspaltung des Geschäfts werde die Elektroniksparte wohl weiterhin mit Baa3 bewertet werden, der Handels- und Lebensmittelbereich dagegen mit Ba1.

Adler Real Estate hat erstmals ein Rating von S&P erhalten. Es liegt bei BB-, der Ausblick ist stabil. Mit dem Einholen des Ratings ist das Unternehmen einer Nebenverpflichtung einer Unternehmensanleihe nachgekommen, die ein Rating bis Ende des Jahres vorsah.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

Einen Überblick über die Finanzierungen der vergangenen Wochen und Monate finden Sie auf unserer Themenseite Unternehmensfinanzierung.