Finanzierungen: Südzucker, AEG Power Solutions, SKW Stahl

Südzucker

28.11.16
Finanzierungen

Finanzierungen: Südzucker, SKW Stahl, Adecco

Südzucker platziert eine neue Anleihe über 300 Millionen Euro, der Finanzinvestor MCGM will Kapital in SKW Stahl pumpen und Adecco sammelt 500 Millionen Euro am Bondmarkt ein – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

Deutsche Investorenkonferenz 2017

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Südzucker begibt Anleihe über 300 Millionen Euro

Der Zuckerproduzent Südzucker hat eine neue Anleihe mit einem Volumen von 300 Millionen Euro begeben. Der Bond mit einer Laufzeit von sieben Jahren ist mit einem Kupon von 1,25 Prozent ausgestattet. Diese Verzinsung entspricht einem Aufschlag von 97 Basispunkten auf den siebenjährigen Swap-Satz, so das Unternehmen.

Südzucker will mit dem frischen Geld seine im März 2018 fällige Anleihe in Höhe von 400 Millionen Euro teilweise refinanzieren. Zudem sollen die Mittel für die Finanzierung von Tochterunternehmen sowie allgemeine Geschäftszwecke eingesetzt werden.

Finanzinvestor MCGM macht SKW Stahl ein Finanzierungsangebot

Der aktivistische Finanzinvestor Management & Capital Group (MCGM) hat SKW Stahl ein unverbindliches Angebot gemacht, das Unternehmen mit ergänzenden Kapitalmaßnahmen in Höhe von bis zu 20 Millionen Euro zu unterstützen. Der Hedgefonds schlägt vor, in einem ersten Schritt eine Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen in Höhe von bis zu 50 Prozent des derzeitigen Grundkapitals durchzuführen. MCGM würde sich verpflichten, alle nicht platzierten neuen Aktien zu kaufen. Allerdings nur, wenn die Bafin den Investor von einem verpflichtenden Übernahmeangebot an alle Aktionäre befreit. Andernfalls würde der Investor auf maximal 30 Prozent minus eine Aktie aufstocken. Anschließend soll die Hauptversammlung eine weitere Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen auf den Weg bringen.

SKW Metallurgie prüfe diese Option, teilte das Unternehmen mit. Allerdings seien vertrauliche Informationen aus dem Aufsichtsrat über die MCGM in die Öffentlichkeit gebracht worden. Der Geschäftsführer der MCGM Olaf Marx ist ebenfalls Mitglied im Aufsichtsrat von SKW. SKW werde sich bei der Suche nach einer Finanzierungslösung nicht von „Kampagnen der MCGM unter Druck setzen lassen“, teilt das Unternehmen mit. Es hatte schon früher Konflikte zwischen SKW und dem Investor gegeben. SKW gibt sich stattdessen zuversichtlich, bis zum Ende des Jahres eine Lösung mit seinen finanzierenden Banken finden zu können.

Adecco sammelt 500 Millionen Euro ein

Der Personaldienstleister Adecco hat einen Bond über 500 Millionen Euro platziert. Das Papier hat eine Laufzeit bis Dezember 2024 und wird mit 1 Prozent verzinst. Mit den neuen Mittel will das Schweizer Unternehmen zwei bestehende Bonds teilweise refinanzieren. Die Bonds werden 2018 und 2019 fällig und werden jeweils mit 4,75 und 2,75 Prozent verzinst. Den Bondholdern hat der Konzern ein Rückkaufangebot gemacht.

Adecco hatte die Société Générale als Global Coordinator sowie die BofAML, ING, Natixis und wiederum die Société Générale als Joint Bookrunner mandatiert. Die Bank fungierte außerdem gemeinsam mit Natixis als Dealer Managers bei dem Rückkaufangebot.

Grenke Leasing platziert einen Bond über 150 Millionen Euro

Der Leasing-Spezialist für den Mittelstand Grenke Leasing hat 150 Millionen Euro mit einer neuen Anleihe eingesammelt. Der Bond wird mit 1,125 Prozent verzinst und läuft bis Februar 2022. An der Transaktion waren BayernLB, HSBC und Deutsche Bank beteiligt.

3W Power plant weitere Restrukturierungsmaßnahmen

Der Stromversorger 3W Power will seine Restrukturierung fortsetzen und das Tochterunternehmen AEG Power Solutions in einem Schutzschirmverfahren in Eigenverwaltung sanieren. Um die kurz- und mittelfristige Finanzierung zu sichern, sollen auch die Anleihegläubiger einspringen. Sie sollen nun darüber abstimmen, die Zinszahlungen bis zum Laufzeitende der Anleihen zu stunden und dem Unternehmen gestatten, neue Finanzmittel aufzunehmen. Gemeinsamer Vertreter der Anleihegläubiger ist Team Treuhand.

Außerdem hat die AEG Power Solutions Gruppe mit bestehenden Partnern eine neue Finanzierung abgeschlossen. Diese beinhaltet eine revolvierende Kreditlinie für 3W Power über 5,5 Millionen Euro sowie ein Massedarlehen über 9,5 Millionen Euro auf Ebene der Tochter AEG Power Solutions. Der Zinssatz der Finanzierung beträgt 9,5 Prozent.

Weitere Finanzierungen

Die Gläubiger der 100 Millionen Schweizer Franken schweren, 2020 fälligen Wandelanleihe des Solarzulieferers Meyer Burger haben einer Anpassung der Anleihebedingungen zugestimmt. Der Zinssatz steigt von 4 Prozent auf 5,5 Prozent. Der Wandlungspreis von bislang 11,39 Schweizer Franken soll „signifikant“ sinken. Die Möglichkeit eines Verkaufs der Wandelobligationen an Meyer Burger zum 24. September 2018 entfällt.

VW Financial Services hat eine ABS-Transaktion mit einem Volumen von 4 Milliarden Renminbi (rund 547 Millionen Euro) begeben. Die Verbriefungstransaktion Driver China five ist mit Fahrzeugfinanzierungen von Volkswagen Finance China besichert. Die Tranche A mit einem Volumen von 3,5 Milliarden Renminbi wurde zu einem Zins von 3,5 Prozent platziert. Der Zins der Tranche B in Höhe von 150 Millionen Renminbi liegt bei 4 Prozent. Lead Underwriter der Transaktion war Citic Securities. Die HSBC Bank (China) als Joint Lead Underwriter sowie die Industrial and Commercial Bank of China als Co-Lead Underwriter begleiteten die Platzierung. Volkswagen will seine ABS- Aktivitäten in China in den kommenden Jahren ausweiten.

Das Modeunternehmen Laurèl kann seine Sanierung in Eigenverwaltung beginnen, wie das Amtsgericht München entschieden hat. Laurèl setzt sein operatives Geschäft fort und strebt eine Restrukturierung seiner Finanzen an. Die Sanierung leitet Jörg Nerlich. In diesem Rahmen hätten bereits mehrere Investoren Kaufinteresse bekundet, teilte der Vertreter der Anleihegläubiger One Square Advisors mit. Allerdings arbeitet Laurèl auch einen Insolvenzplan aus. Mehrere institutionelle Anleihegläubiger stünden bereits hinter einer Insolvenzplanlösung, heißt es weiter. Laurèl musste einen Insolvenzantrag stellen, nachdem ein Investor kurzfristig abgesprungen war.

Das Finanzdienstleistungsunternehmen Ferratum Capital Germany will eine Anleihe mit einem Volumen von 20 Millionen Euro refinanzieren, die am 21. Januar fällig ist. Ferratum hat Pareto Securities und die ICF Bank beauftragt, interessierte Investoren in Europa zu finden. Bei günstigen Marktbedingungen will Ferratum eine neue Anleihe begeben.

Die Marenave Schiffahrts AG führt erneut Restrukturierungsverhandlungen mit den kreditgebenden Banken, nachdem kürzlich zwei der Geldgeber das vereinbarte Sanierungskonzept des Unternehmens überraschend abgelehnt hatten. Die Verhandlungen zu Abwendung einer Insolvenz seien „erfolgversprechend“, so das kriselnde Schifffahrtsunternehmen in einer Mitteilung. Ein Teil der Banken hat bereits zugesagt, das alternative Sanierungskonzept zu unterstützen. Unter anderem sollen die Banken Zugeständnisse bei der Einforderung von Tilgungszahlungen auf Schiffshypothekendarlehen machen. Auch die Sicherheiten sollen die Banken vorerst nicht verwerten.

Das Spezialpharmaunternehmen AMW hat in seiner fünften Finanzierungsrunde 6 Millionen Euro eingeworben. Beteiligt haben sich die bestehenden Investoren BayBG, SHS, KfW, IBG und Unternehmertum Venture Capital sowie der von Bayern Kapital verwaltete Wachstumsfonds Bayern als neuer Investor.

Das Unternehmen Cloud No 7, das ein Wohnungsbauprojekt in Stuttgart betreibt, will den niedrigen Kurs seiner Anleihe nutzen und Bonds zurückkaufen. Die mit 6 Prozent verzinsten Schuldverschreibungen sind 2017 fällig. Cloud No 7 plant, Anleihen für bis zu 1 Million Euro zu einem Kurs von maximal 95 Prozent am Markt zu erwerben. Der Mini-Bond-Emittent und Branchenkollege Gewa 5 to 1 hatte vergangenen Woche Insolvenz angemeldet.

Sandpiper Digital Payments bereitet eine Kapitalerhöhung mit einem Volumen von rund 5,8 Millionen Schweizer Franken (rund 5,5 Millionen Euro) vor. In diesem Zuge sollen bis zu 58,5 Millionen Aktien zu einem Bezugspreis von je 0,10 Schweizer Franken (rund 0,09 Euro) ausgegeben werden. Der Großteil der neuen Aktien konnte bereits bei den Ankerinvestoren des Unternehmens platziert werden.

Die RCM Beteiligungs AG hat mehr als ein Viertel der gesamten Bankverbindlichkeiten im Rahmen einer umfassenden Finanzierungsvereinbarung neu strukturiert. RCM stehen dadurch mehr als 3 Millionen  Euro an zusätzlicher Liquidität zur Verfügung. Das Unternehmen erwartet dadurch eine Ergebnisverbesserung von über 100.000 Euro jährlich. Auch das Tochterunternehmen SM Wirtschaftsberatungs AG hat in diesem Zuge ihre Fremdfinanzierung neu strukturiert und erhält zusätzliche liquide Mittel in Höhe von 1,5 Millionen Euro.

Das Dermatologieunternehmen Biofrontera hat nachrangige Wandelanleihen in Höhe von 5 Millionen Euro begeben. Biofrontera hat die Papiere zu einem Bezugspreis von 100 Prozent des Nennwerts vollständig platziert.

Ratingmeldungen

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating des Baustoffkonzerns HeidelbergCement hochgestuft. Die Anhebung von BB+ auf BBB- erfolgte nach der Übernahme von Italcementi. Der Ratingausblick ist stabil. Fitch verweist in diesem Rahmen auf die Größenvorteile nach dem Zusammenschluss, die geografische Diversifizierung und die verbesserte Marktposition von HeidelbergCement. S&P und Moody’s hatten das Unternehmen ebenfalls ins Investmentgrade-Segment gehoben.

Das Immobilienunternehmen Grand City Properties hat von Standard & Poor’s ein verbessertes Rating von BBB+ erhalten. Zuvor stand das Langfristrating seit Juni bei BBB. Die Verbesserung hängt mit dem dem starken Geschäftsprofil des Unternehmens zusammen, da Grand City Properties den Leerstand seiner Immobilien reduzieren konnte. Zudem ist die Verschuldung des Unternehmens gesunken.

Die Ratingagentur Moody’s könnte das bisherige Rating des Zementkonzerns Lafarge Holcim von Baa2 senken, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete. Die Agentur prüfe eine Herabstufung, da der Konzern angekündigt hatte, die Dividende zu erhöhen und Aktien zurückzukaufen. Lafarge Holcim äußerte gegenüber Reuters, dass auch im Falle einer Ratingsenkung um eine Stufe sämtliche Kreditlinien weiterhin verfügbar wären und dass die Kosten der bestehenden Anleihen und Schuldscheine sich nicht verändern würden.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

Einen Überblick über die Finanzierungen der vergangenen Wochen und Monate finden Sie auf unserer Themenseite Unternehmensfinanzierung.