Die Softwarefirma Teamviewer passt die Konditionen von Krediten und Darlehen an.

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31.08.20
Finanzierungen

Finanzierungen: Teamviewer, Sulzer

Teamviewer überarbeitet seine Finanzierungsstruktur und Sulzer zapft den Schweizer Bondmarkt an – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

Teamviewer optimiert Kreditfinanzierung

Das Softwarehaus Teamviewer hat seine Finanzierung überarbeitet und die Konditionen seiner im September 2024 fälligen Kredit- und Darlehensfazilitäten verändert. So wurde ein US-Dollar-Darlehen von 450 Millionen Dollar (380,9 Millionen Euro) auf 340 Millionen Dollar (287,8 Millionen Euro) reduziert. Zwei Darlehen über 125 Millionen Euro und 66,6 Millionen Britische Pfund bleiben unverändert. Zudem wurde die revolvierende Kreditlinie (RCF) von 35 Millionen Euro auf 150 Millionen Euro aufgestockt, wovon 75 Millionen Dollar (rund 63,5 Millionen Euro) zur Zwischenfinanzierung des US-Darlehens in Anspruch genommen worden sind. 

Die Zinsmarge reduzierte Teamviewer für alle Darlehen um 25 Basispunkte und im Falle der RCF um 50 Basispunkte. Darüber hinaus sind die geänderten Kreditfazilitäten nun unbesichert. Die Commerzbank fungierte als Koordinator und Dokumentationsstelle der Transaktion und Freshfield Bruckhaus Deringer (Federführung: Michael Josenhans) hat Teamviewer rechtlich beraten.

Sulzer platziert neue Anleihe

Der Industriekonzern Sulzer hat eine neue Anleihe in Höhe von 300 Millionen Schweizer Franken (rund 279,45 Millionen Euro) begeben. Der Bond hat eine Laufzeit von fünf Jahren und wird mit 0,8 Prozent verzinst. Den Nettoerlös aus der Emission will das Schweizer Unternehmen für allgemeine Unternehmenszwecke verwenden, wie Sulzer mitteilt. UBS und Zürcher Kantonalbank begleiteten die Transaktion.

Weitere Meldungen

Das Immobilienunternehmen Instone Real Estate hat eine Kapitalerhöhung über 175 Millionen Euro beschlossen. Insgesamt sollen 10 Millionen neue Aktien ausgegeben werden, wodurch sich das Grundkapital auf rund 46,9 Millionen Euro erhöht. Das Bezugsverhältnis beträgt 15:4, der Bezugspreis liegt bei 18,20 Euro. Die Erlöse will Instone für weitere Übernahmen in den kommenden sechs bis 18 Monaten verwenden. Die Konsortialbanken Credit Suisse und Deutsche Bank fungieren bei der Transaktion als Joint Global Coordinators. Unicredit und Mainfirst sind Joint Lead Managers.

Die Beteiligungsgesellschaft Mutares erhöht wie geplant seine im Februar dieses Jahres begebene Anleihe um insgesamt 20 Millionen Euro. Ursprünglich betrug das Volumen des Bonds mit einer Laufzeit von vier Jahren 50 Millionen Euro. Mutares zufolge wurde der neue Betrag bei institutionellen Investoren platziert. Pareto Securities war alleiniger Bookrunner der Transaktion.

Die Immobiliengesellschaft Noratis hat eine Kapitalerhöhung mit Bezugsrecht beschlossen. Das Bezugsverhältnis beträgt 4:1, der Bezugspreis liegt bei 17,55 Euro. Dabei sollen 963.605 neue Aktien ausgegeben werden, der Bruttoemissionserlös wird 16,9 Millionen Euro betragen. Mit dem Erlös sollen weitere Immobilienzukäufe finanziert werden. Die Hauptaktionäre Merz Real Estate und Igor Christian Bugarski verzichten auf ihre anteiligen Bezugsrechte. Die dadurch nicht bezogenen neuen Aktien sollen im Rahmen einer Privatplatzierung qualifizierten Investoren angeboten werden. Merz hat sich zudem verpflichtet, nicht bezogene Aktien zum Bezugspreis zu erwerben. Neue Aktien aus der Hauptaktionärstranche werden zudem bevorrechtigt Merz zugeteilt. Dadurch wird Merz seinen Anteil an Novartis im Zuge der Transaktion erhöhen. ICF Bank begleitet die Transaktion.

Der Online-Gebrauchtwagenhändler Auto1 plant einen Börsengang. Wie die Nachrichtenagentur „Bloomberg“ berichtet, befinde sich das Fintech bereits in Gesprächen mit möglichen begleitenden Banken. Die Überlegungen zu einem IPO befänden sich aber noch einer frühen Phase. Laut Informationen des „Handelsblatt“ sollen zu den begleitenden Banken Goldman Sachs, JP Morgan, Barclays und BNP Paribas zählen. Das Onlineportal „Gründerszene“ berichtet, dass Auto1 sein Börsendebüt für 2021 plant.

Publity, ein Investor für Gewerbeimmobilien, hat seine Unternehmensanleihe mit einer weiteren Tranche um 25 Millionen Euro auf 75 Millionen Euro aufgestockt. Insgesamt hat der Bond ein Volumen von bis zu 100 Millionen Euro. Die Teilschuldverschreibungen wurden von der TO-Holding gezeichnet, die von Publity-CEO Thomas Olek beherrscht wird. Mit dem Erlös soll das weitere Wachstum der Gruppe finanziert werden.

Die NRW-Bank hat sich an einer Finanzierungsrunde des Bochumer Start-ups Masterplan.com mit einem Wandeldarlehen in einstelliger Millionenhöhe beteiligt, wie die Bank mitteilt. An der Runde beteiligt waren neben der NRW-Bank auch die RAG-Stiftung, der Gründerfonds Ruhr sowie bestehende Investoren. Das frische Kapital will Masterplan.com vor allem in seine Technologie und Produkte investieren.

Adler Real Estate will Teile der Verbindlichkeiten gegenüber der Muttergesellschaft Ado Properties durch Eigenkapital ablösen. Die dafür notwendige Sachkapitalerhöhung soll im Rahmen eines Debt-to-Equity-Swaps erfolgen. Die Mehrheitsgesellschafterin Ado soll allein für die neu auszugebenden Aktien zeichnungsberechtigt sein. Dafür soll 500 Millionen Euro der Forderung aus dem bestehenden Gesellschafterdarlehen als Sacheinlage eingebracht werden. Erst nach Erhalt eines Bewertungsgutachten über den Wert der Forderung und nach Zustimmung des Aufsichtsrats soll final über die Sachkapitalerhöhung und deren Durchführung entschieden werden.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

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