Hat sich für den 5G-Aufbau weiteres Kapital besorgt: Telefónica Deutschland.

Telefónica Deutschland / O2

10.02.20
Finanzierungen

Finanzierungen: Telefónica Deutschland, Mynaric, S + B

Telefónica Deutschland sichert sich einen Kredit über 450 Millionen Euro, Mynaric erhält eine Kapitalspritze und Schmolz + Bickenbach muss seine Anleihe zurückkaufen – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

Telefónica Deutschland vereinbart Kredit mit EIB

Der Telekommunikationskonzern Telefónica Deutschland hat mit der Europäischen Investitionsbank (EIB) einen Kreditvertrag in Höhe von 450 Millionen Euro vereinbart. Das Darlehen hat eine Laufzeit von acht Jahren und verbessere die Finanzierungsstruktur weiter, so Telefónica. Mit den Erlösen will das Unternehmen den Aufbau seines 5G-Netzes und die Verdichtung des LTE-Netzes finanzieren.

Bereits im Dezember vergangenen Jahres hatte Telefónica Deutschland einen Sustainability-linked Loan in Höhe von 750 Millionen Euro abgeschlossen, dessen Zinsmarge an ein externes Nachhaltigkeitsrating gebunden ist. 2016 hatte sich das Unternehmen ebenfalls einen EIB-Kredit über 450 Millionen Euro gesichert. 

Mynaric sichert sich frisches Kapital

Das Hightech-Space-Unternehmen Mynaric hat durch eine Kapitalerhöhung 12,3 Millionen Euro frisches Geld eingesammelt. Insgesamt hat die bayerische Weltraumfirma, die Laserkommunikationsgeräte für die Luft- und Weltalltechnik herstellt, 290.430 neue Aktien zu einem Preis von 42,50 Euro je Aktie platziert. Die Emission sei deutlich überzeichnet gewesen, wie Mynaric mitteilte. Das Grundkapital des Unternehmens beträgt nun rund 3,2 Millionen Euro.

Mit dem frischen Kapital will Mynaric unter anderem den weiteren Aufbau der Produktion ihrer Laserkommunikationsprodukte vorantreiben sowie in die weitere Forschung und Entwicklung investieren. Hauck & Aufhäuser begleitete die Transaktion als Sole Bookrunner. Seit Oktober 2017 ist Mynaric an der Frankfurter Börse gelistet

Schmolz + Bickenbach kauft Anleihe zurück

Der angeschlagene Schweizer Stahlkonzern Schmolz + Bickenbach hat den Gläubigern der in 2017 und 2018 begebenen Anleihe ein Rückkaufangebot unterbreitet. Das Volumen des Bonds beträgt 350 Millionen Euro und der Zinssatz liegt bei 5,625 Prozent. Ursprünglich wäre dieser noch bis 2022 gelaufen, aufgrund eines Kontrollwechsels können die Gläubiger aber nun ihre Papiere bis zum 13. März zurückgeben.

Anfang Januar hatte Schmolz + Bickenbach die vor der Insolvenz rettende Kapitalerhöhung unter Dach und Fach gebracht. Den Schweizern flossen durch die Ausgabe von gut 1 Milliarde neuer Aktien 325 Millionen Schweizer Franken zu. Die Investmentgesellschaft Big Point, die der Investor Martin Haefner kontrolliert, baute ihre Beteiligung im Zuge der Kapitalerhöhung von 17,5 Prozent auf 44,9 Prozent aus. 

Weitere Meldungen

Der Kassensystemhersteller Vectron Systems hat eine Kapitalerhöhung durchgeführt, bei der das Grundkapital der Gesellschaft um 727.319 Euro erhöht wurde. Alle neuen Aktien wurden zu einem Platzierungspreis von 15,10 Euro je Aktie im Rahmen eines Accelerated Bookbuilding gezeichnet. Das Orderbuch konnte Vectron Systems zufolge demnach bereits nach wenigen Stunden geschlossen werden. Den Erlös in Höhe von rund 11 Millionen Euro will das Unternehmen zur Finanzierung des Ausbaus des Digitalgeschäfts verwenden. Hauck & Aufhäuser begleitete die Platzierung als Sole Bookrunner.

Das Hamburger Öl- und Gasunternehmen Nasco Energie & Rohstoff hat eine Refinanzierung abgeschlossen. Die in Form einer Asset-Backed-Security (ABS) strukturierte Finanzierung eines Heliumfelds im US-amerikanischen Arizona umfasst 83 Millionen Dollar (rund 75 Millionen Euro). Das Papier wurde von einer Gruppe institutioneller Investoren unter der Führung der New Yorker Investmentgesellschaft Nuveen gezeichnet, wie Nasco mitteilte. Die Senior Tranche wurde dabei mit Investment Grade eingestuft. Als Konsortialführer und Strukturierungsberater der Transaktion fungierte Guggenheim Securities.

Your Family Entertainment (YFE), ein Produzent und Vertreiber von Kinder- und Familiensendungen, hat eine Wandelanleihe über rund 4,4 Millionen Euro mit einer Laufzeit bis März 2022 und einem Zinskupon von 3,5 Prozent am Kapitalmarkt platziert. Die Anleihe ist eingeteilt in 2,6 Millionen Teilschuldverschreibungen im Nennbetrag von jeweils 1,70 Euro. Rund 1 Million Euro seien von den Altaktionären gezeichnet worden, die restlichen 3,4 Millionen Euro wurden im Rahmen eines Private Placements bei institutionellen Investoren platziert, teilte YFE mit. Die Münchener Small & Mid Cap Investmentbank begleitete die Transaktion.

Der Co-Living-Anbieter Quarters hat eine Series-B-Finanzierung im zweistelligen Millionenbereich abgeschlossen. Über das genaue Volumen der Transaktion informiert das Unternehmen nicht. Angeführt wurde die Runde von der Investmentgesellschaft W5 Group. Mit dem frischen Geld will Quarters unter anderem seine Präsenz in den USA weiter ausbauen.

Die Kundenbindungsplattform Loyalty Prime hat durch eine Series-B-Finanzierung frisches Kapital in Höhe von 5 Millionen Euro eingesammelt. Als neuen Lead Investor konnten die Münchener dabei den Venture-Capital-Fund Hi Inov gewinnen. Auch die bestehenden Investoren Bayerische Beteiligungsgesellschaft, Senovo, UVC Partners und The Saasgarage beteiligten sich erneut an der Runde. Mit dem Erlös will Loyalty Prime seine auf künstliche Intelligenz basierende Plattform weiterentwickeln.

Kugu Home, das seinen Kunden Lösungen zur digitalen Immobilienbewirtschaftung anbietet, hat eine Seed-Finanzierungsrunde im siebenstelligen Bereich durchgeführt. Das Berliner Proptech-Start-up will das eingesammelte Kapital insbesondere zur Weiterentwicklung der Plattform sowie den Aufbau von Vertrieb und Operations nutzen. An der Runde beteiligt waren die Schweizer Investmentgesellschaft Wecken & Cie., der VC Fonds Technologie Berlin, die E.on Beteiligungen sowie High Rise Ventures. Wecken & Cie. Wurde bei der Transaktion rechtlich von PwC Legal (Federführung: Minkus Fischer und Gerhard Wacker) beraten.

Das im vergangenen Herbst an die New Yorker Technologiebörse Nasdaq gegangene Mainzer Biotechnologieunternehmen Biontech kündigt an, 6 Millionen American Depositary Shares (ADS) anbieten zu wollen. Zudem besteht für die Konsortialbanken eine 30-Tage-Option zum Kauf von bis zu 900.000 zusätzlichen ADS. JP Morgan, BofA Securities und SVB Leerink fungieren als gemeinsame Bookrunner der Transaktion.

Der Factoring-Markt kann für 2019 ein starkes Wachstum verbuchen: Die Umsätze der Mitglieder des Deutschen Factoring-Verbandes sind demnach im vergangenen Jahr um 13,9 Prozent auf 275,5 Milliarden Euro gestiegen, wie der Verband vergangene Woche mitteilte. Auch die Kundenzahl verdoppelte sich auf über 90.000 Kunden. Das erneute Wachstum im nun zehnten Jahr in Folge sei ein „Beleg für die immer wichtiger werdende Rolle des Factorings in der Mittelstandsfinanzierung“, erklärt Helmut Karrer, Mitglied des Vorstandes des Deutschen Factoring-Verbandes.

Das Spezialchemieunternehmen H&R hat Finanzierungsänderungen bestimmter Kredite vorgenommen. Wie die Corporate-Finance-Beratung Clearwater International mitteilte, sieht die Änderungsvereinbarung weiteren Spielraum im Rahmen eines Konsortialkreditvertrags und verschiedener Investitionskredite von insgesamt mehr als 300 Millionen Euro vor. Die Transaktion soll zudem ein zusätzlicher Puffer in Bezug auf potenziell steigende Ölpreise sein.

martin.barwitzki[at]finance-magazin.de

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