Finanzierungen: ThyssenKrupp, SGL Carbon, K+S

ThyssenKrupp

09.12.13
Finanzierungen

Finanzierungen: ThyssenKrupp, SGL Carbon, K+S

ThyssenKrupp schließt seine Kapitalerhöhung ab. Moody’s bestätigt die Bonitätseinstufung des Stahl- und Technologiekonzerns, Fitch senkt sie. SGL Carbon begibt eine Anleihe und schließt einen neuen Kredit ab. K+S begibt zwei Bonds über insgesamt 1 Milliarde Euro. Diese und weitere Finanzierungs-News lesen Sie im FINANCE-Überblick.

ThyssenKrupp sammelt mit Kapitalerhöhung 882,3 Millionen Euro ein

Der Stahl- und Technologiekonzern ThyssenKrupp hat seine Kapitalerhöhung erfolgreich abgeschlossen und damit einen Bruttoerlös von 882,3 Millionen Euro eingesammelt. Die rund 51,45 Millionen neuen Aktien wurden zu einem Preis von 17,15 Euro je Stück bei deutschen und internationalen institutionellen Investoren platziert. ThyssenKrupp erhöhte das Grundkapital damit wie zuvor angekündigt um 10 Prozent. Mit den frischen Mitteln will der Stahl- und Technologiekonzern sein Eigenkapital stärken und Finanzschulden abbauen. Mit der Abwicklung der Transaktion waren Commerzbank und J.P. Morgan beauftragt.

Durch die Kapitalerhöhung bei ThyssenKrupp haben sich die Machtverhältnisse unter den Aktionären des Konzerns verschoben: Die Krupp-Stiftung hat keine der neu ausgegebenen Aktien gezeichnet und damit ihre Sperrminorität verloren. Sie hält nun rund 23 Prozent an ThyssenKrupp, zuvor waren es noch 25,33 Prozent gewesen. Die schwedische Investmentgesellschaft Cevian hat sich jedoch an der Kapitalerhöhung von ThyssenKrupp beteiligt und ihren Aktienanteil am Stahl- und Technologiekonzern ThyssenKrupp auf 10,96 Prozent aufgestockt.

Die Ratingagentur Moody’s hat die Bonitätseinstufung von ThyssenKrupp nach der erfolgten Kapitalerhöhung bei Ba1 bestätigt. Der Ausblick ist aber nach wie vor negativ. Das Geschäft bei ThyssenKrupp habe sich im Geschäftsjahr 2012/13 per Ende September stabilisiert, begründeten die Ratinganalysten diesen Schritt. Zudem honorierten die Analysten den Plan des Unternehmens, die Schulden weiter zu senken. Ende September hatte der Konzern Nettoverbindlichkeiten in Höhe von 5,04 Milliarden Euro. Die Schulden waren damit doppelt so hoch wie das Eigenkapital.

Die Ratingagentur Fitch hat die Bonitätseinstufung für den Stahlkonzern ThyssenKrupp im Gegensatz zu Moody‘s gesenkt. Das Langfrist-Rating wurde von BBB- auf BB+ gesetzt. Der Ratingausblick ist nun negativ. Fitch geht davon aus, dass die Erlöse aus dem Verkauf des US-Stahlwerkes niedriger sein werden als erwartet.  Negativ zu werten sei zudem, dass ThyssenKrupp das Stahlwerk in Brasilien behalte. Dies laste auf dem Ausblick.

SGL Carbon begibt Anleihe und schließt neuen Kredit ab

Der Graphitspezialist SGL Carbon hat eine vorrangig besicherte Anleihe in Höhe von 250 Millionen Euro platziert. Der Bond wird im Jahr 2021 fällig und ist mit einem festen Kupon von 4,875 Prozent p.a. ausgestattet. Die SGL Group will mit dem Erlös eine bestehende variabel verzinsliche Anleihe mit Fälligkeit im Mai 2015 und einen Bankkredit einer Tochtergesellschaft teilweise zurückzahlen. Der Rest wird für allgemeine Unternehmenszwecke verwendet, heißt es weiter. Die Transaktion werde voraussichtlich am 12. Dezember 2013 abgeschlossen sein.

Zeitgleich mit dem Angebot für die vorrangig besicherte Anleihe hat der Wiesbadener Graphitspezialist einen neuen Kreditvertrag über 200 Millionen Euro für allgemeine Unternehmenszwecke abgeschlossen. Das neue Darlehen, das bis Ende 2017 läuft, ersetzt Unternehmensangaben zufolge den bestehenden Kreditvertrag über 200 Millionen Euro. „Mit der Begebung der Anleihe in Verbindung mit dem neuen Kreditvertrag verlängern wir das  Laufzeitenprofil unserer Unternehmensfinanzierung und nutzen gleichzeitig das sehr attraktive Kapitalmarktumfeld“, sagt SGL-CFO Jürgen Muth. Die Deutsche Bank, Credit Suisse, Commerzbank und LBBW haben die Refinanzierung begleitet.

Die Ratingagentur Moody’s hat SGL Carbon zudem Anfang Dezember von Ba3 auf B1 heruntergestuft. Der Ratingausblick ist negativ. „Unsere Herabstufung des Unternehmensratings von SGL Carbon auf B1 reflektiert die erheblich verschlechterte Lage der SGL-Geschäftseinheiten Graphitelektroden und Graphite Specialties“, sagt Moody-Analyst Hubert Allemani. „Wir glauben zudem, dass das Unternehmen möglicherweise seine frühere Profitabilität in den kommenden zwei Jahren nicht vollständig zurückgewinnen wird, oder die Kreditkennzahlen für die Ba3-Ratingkategorie ausreichend sind.“

K+S platziert zwei Anleihen in Höhe von insgesamt 1 Milliarde Euro

Der Salz- und Düngemittelhersteller K+S hat zwei Anleihen mit einem Volumen von insgesamt 1 Milliarde Euro begeben. Die fünfjährige Tranche hat ein Volumen von 500 Millionen Euro und ist mit einem Kupon in Höhe von 3,125 Prozent p.a. ausgestattet. Die achtjährige Tranche über ebenfalls 500 Millionen Euro wird mit 4,125 Prozent p.a. verzinst. Mit dem Mittelzufluss will das Unternehmen bestehende Verbindlichkeiten refinanzieren, einen Teil in das Legacy Projekt in Kanada investieren und den Rest für allgemeine Gesellschaftszwecke nutzen. BNP Paribas, Deutsche Bank, DZ Bank und Morgan Stanley haben die Transaktion als Joint Bookrunner begleitet.

Drillisch begibt eine Wandelanleihe

Der Mobilfunkanbieter Drillisch hat eine Wandelanleihe mit einem Volumen von 100 Millionen Euro begeben. Die nicht-nachrangige, unbesicherte Schuldverschreibung mit einer fünfjährigen Laufzeit ist mit einem Kupon von 0,75 Prozent ausgestattet. Die Wandelanleihe ist in bis zu rund 4,1 Millionen Aktien wandelbar, das entspricht rund 7,7 Prozent des gegenwärtigen Grundkapitals. Die Emission war Drillisch zufolge mehrfach überzeichnet. Den Erlös will der Mobilfunkanbieter für allgemeine Unternehmenszwecke verwenden.

Weitere Finanzierungen

HeidelbergCement hat eine Anleihe über 500 Millionen Euro platziert. Das Wertpapier läuft bis 21. Oktober 2021 und ist mit einem Kupon von 3,25 Prozent p.a. ausgestattet. Die Emissionserlöse wollen die Heidelberger zur allgemeinen Unternehmensfinanzierung verwenden. Joint Lead Manager der Emission sind Danske Bank, Deutsche Bank, ING und Nordea Markets.

Anfang der Woche hatte die klamme Werkstattkette A.T.U noch den Kupontermin geschoben, jetzt liegt eine Finanzierungslösung auf dem Tisch. Die Schulden sollen um 600 Millionen Euro gesenkt werden, neues Eigenkapital ist zugesagt.

Der Finanzdienstleister Grenke hat eine fünfjährige Anleihe platziert. „Der Anbieter von Bank-, Leasing- und Factoring-Lösungen ist mit einem Startvolumen von 100 Millionen Euro und einen IPT (Initial Price Thought) Kupon von 2,375 Prozent an den Markt gegangen“, teilte die BayernLB mit. Die Emission sei bereits kurz nach Öffnung der Bücher 2,5-fach überzeichnet gewesen. Dies und eine finale Rendite von 2,25 Prozent seien Gründe gewesen, das Emissionsvolumen auf 125 Millionen Euro zu erhöhen, erklärte die Bank weiter. Standard&Poor´s (S&P) bewertet Grenke mit BBB+, Ausblick negativ. Die Anleihe wird ebenfalls von S&P mit BBB+ bewertet. Die Transaktion wurde von der BayernLB und HSBC begleitet.

Die GIF-Gesellschaft für Industrieforschung will ihre im September 2011 emittierte Anleihe über 15 Millionen vorzeitig zurückkaufen. Das Alsdorfer Unternehmen zahlt für die mit einem Kupon von 8,5 Prozent ausgestatteten Inhaber-Schuldverschreibungen 113 Prozent auf den Nennbetrag. Anleihegläubiger können das Angebot bis 27. Dezember annehmen. Die in der Entwicklung für die Automobilindustrie tätige GIF ist seit Oktober 2013 ein Portfoliounternehmen der 3i-Gruppe.

Das Biotechunternehmen Epigenomics sichert sich mit der erneuten Ausgabe von Wandelschuldverschreibungen 2,5 Millionen Euro netto. Mit den Mitteln will das deutsch-amerikanische Krebsdiagnostik-Unternehmen seine operative Geschäftstätigkeit finanzieren. Bei Wandlung hat das Berliner Unternehmen zudem Anspruch auf zusätzliche bis zu 15,7 Millionen Euro.

SKW Schwarz Rechtsanwälte hat die Raiffeisen Waren-Zentrale Rhein-Main
bei der Refinanzierung eines besicherten syndizierten Kredits in Höhe
von 200 Millionen Euro beraten. Die Fazilität beruhe auf einer Ursprungsfinanzierung in Form eines besicherten syndizierten Kredits in Höhe von 200 Millionen Euro aus dem Jahr 2006, teilten die Anwälte mit. Im Dezember 2010 erfolgte die erste Refinanzierung.

Die BLG Holding hat dem Modeunternehmen Kilian Kerner ein langfristiges Aktionärsdarlehen in Höhe von 500.000 Euro gewährt, um den kurz- bis mittelfristigen Finanzierungsbedarf sicherzustellen. Darüber hinaus will die BLG Holding dem Modeunternehmen bis spätestens Ende 2014 jeweils bedarfsbezogen weitere Finanzmittel von mindestens 1,5 Millionen Euro in Form von Eigen- und/oder Fremdkapital zur Verfügung zu stellen. Zudem wurde das bisherige Aktionärsdarlehen durch einen Rangrücktritt und eine Laufzeitverlängerung restrukturiert. Diese Altdarlehen seien erst zur Rückzahlung fällig, wenn der Kilian-Kerner-Konzern überschüssige liquide Mittel generiere, heißt es in einer Unternehmensmitteilung.

Mit Wirkung zum 27. November 2013 hat Hanwha Q Cells sein Eigenkapital um rund 138,5 Millionen Euro erhöht. Die Erhöhung erfolgte in Form einer Bar-Kapitaleinlage durch das Mutterunternehmen Hanwha Chemical.

Grand City Properties erzielt bei ihrer Kapitalerhöhung einen Bruttoemissionserlös von 175,5 Millionen Euro.

Die Aktien des Automobilzulieferers SHW werden zum 23. Dezember 2013 in den SDAX aufgenommen. Die SHW-Aktie ersetzt die Aktie des bisherigen SDAX-Mitglieds MVV Energie.

Ratingmeldungen

Moody’s weist Xella International Holdings, Muttergesellschaft des Baustoffherstellers Xella International ein Unternehmensrating von B1 zu. Gleichzeitig hat die Agentur das Ba3-Unternehmensrating von Xella International zurückgenommen. Zudem hat Moody's der PIK Toggle Notes von Xella HoldCo Finance über 200 Millionen Euro ein B3-Rating zugewiesen und das bestehende Ba3-Rating der Anleihe von Xefin Lux über 300 Millionen Euro bestätigt. Der Ausblick aller Ratings ist stabil.

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating von Kabel Deutschland angesichts der Übernahme durch den britischen Mobilfunkkonzern Vodafone von BB auf BBB+ hochgestuft.

Moody's bestätigt das Rating der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (ApoBank) bei A2.

S&P senkt das Rating der niederländischen Bank ING von A auf A-, der Ausblick ist stabil.

Feri EuroRating Services bewertet Polis Immobilien mit A-.

sabine.paulus[at]finance-magazin.de