ThyssenKrupp begibt seine zweite Anleihe in diesem Jahr: Der Bond hat ein Volumen von 1 Milliarde Euro.

ThyssenKrupp

09.09.19
Finanzierungen

Finanzierungen: ThyssenKrupp, Siemens, Vonovia

ThyssenKrupp und Siemens zapfen den Bondmarkt an, auch Vonovia begibt Anleihen und platziert erstmals einen digitalen Schuldschein – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

ThyssenKrupp begibt Anleihe über 1 Milliarde Euro

Der Industriekonzern ThyssenKrupp hat eine Anleihe über 1 Milliarde Euro platziert. Die Laufzeit beträgt 3,5 Jahre, der Zinskupon liegt bei 1,875 Prozent. Citi, Commerzbank, Crédit Agricole, Deutsche Bank, Santander und Unicredit begleiteten die Transaktion.

Für ThyssenKrupp ist dies bereits die zweite Emission einer Anleihe im Rahmen des 10 Milliarden Euro umfassenden Debt-Issuance-Programmes. Im Februar hatte der Industriekonzern einen mit 2,875 Prozent verzinsten Bond über 1,5 Milliarden Euro begeben. Die Laufzeit dieser Anleihe betrug fünf Jahre. 

Siemens platziert Bonds über 3,5 Milliarden Euro

Der Industriekonzern Siemens hat Anleihen über 3,5 Milliarden Euro begeben, die über zwei, fünf, zehn und 15 Jahre laufen. Das Angebot war nach Angaben des Unternehmens um das vierfache überzeichnet. Mit dem Erlös will Siemens allgemeine Unternehmenszwecke finanzieren.

Mit der Anleihe mit zweijähriger Laufzeit über 1 Milliarde Euro erreichte Siemens einen neuen Rekord: Der Bond erzielte Unternehmensangaben zufolge eine negative Rendite von 0,315 Prozent. Am Primärmarkt sei noch nie eine Unternehmensanleihe mit so niedriger Rendite angeboten, betonte der Konzern. Auch die fünfjährige Tranche, die ein Volumen von 500 Millionen Euro hat, erreichte eine negative Verzinsung von 0,207 Prozent. 

Vonovia begibt Bonds und Schuldschein

Vonovia hat zwei Anleihen über je 500 Millionen Euro platziert. Ein Bond mit zehnjähriger Laufzeit wird mit 0,5 Prozent verzinst. Eine weitere Tranche läuft über 15 Jahre und hat einen Kupon über 1,125 Prozent. Das Orderbuch war dreifach überzeichnet. Zudem bietet der Immobilienkonzern den Gläubigern von zwei 2015 emittierten Anleihen, die 2020 fällig werden, einen Rückkauf an.

Darüber hinaus hat der Konzern erstmals in seiner Unternehmensgeschichte ein Schuldscheindarlehen über eine digitale Plattform begeben. Wie der Immobilienkonzern mitteilte, stellte ein institutioneller Investor im Rahmen einer Privatplatzierung 50 Millionen Euro bereit. Die Laufzeit des Darlehens beträgt sieben Jahre. Die Transaktion wickelte Vonovia über die digitale Online-Plattform Firstwire ab.

Weitere Meldungen

Der Zahlungsdienstleister Wirecard hat sein Bonddebüt gegeben und erstmals eine Anleihe über 500 Millionen Euro platziert. Wie das „Handelsblatt“ berichtet, sei der Bond mit einer Laufzeit von fünf Jahren doppelt überzeichnet gewesen. Die Rendite betrug dem Bericht zufolge 0,63 Prozent. Vergangene Woche hatte Moody’s der Anleihe und Wirecard selbst erstmalig ein Rating von Baa3 zugeteilt.

Encavis Finance, die Finanzierungsgesellschaft des Hamburger Solar- und Windpark-betreibers Encavis, stockt seine im Jahr 2017 begebene Hybrid-Wandelanleihe über 97,3 Millionen Euro durch die Begebung neuer Schuldverschreibungen über 53 Millionen auf. Insgesamt beträgt das Volumen der Transaktion nun rund 150,3 Millionen Euro. Die frischen Mittel will Encavis zur Finanzierung neuer Investitionen in Solar- und Windparks verwenden. Das Unternehmen wurde bei der Transaktion von der Kanzlei Latham & Watkins beraten.

Der Immobilienentwickler Euroboden hat seine Unternehmensanleihe auf 40 Millionen Euro erhöht. Ursprünglich war ein Emissionsvolumen von 30 Millionen Euro angestrebt worden. Die Schuldverschreibung hat eine Laufzeit von fünf Jahren und wird mit 5,5 Prozent verzinst.

Das Immobilienunternehmen Deutsche Industrie Reit hat eine Kapitalerhöhung um bis zu 951.873 Euro beschlossen. Dabei sollen den Aktionären 494.226 neue Aktien im Rahmen eines öffentlichen Bezugsangebotes in Deutschland angeboten werden. Die restlichen 457.647 neuen Aktien werden mittels Privatplatzierung angeboten, teilte das Unternehmen mit. Der Bezugspreis liegt bei 15,75 Euro je Aktie, das Bezugsverhältnis bei 26:1. Die Deutsche Industrie Reit strebt durch die Kapitalerhöhung einen Bruttoemissionserlös von 14,99 Millionen Euro an, den sie zur Stärkung der Eigenkapitalbasis sowie zur Finanzierung weiterer Akquisitionen verwenden will. Die Transaktion wird von ODDO BHF begleitet.

LEG Immobilien übt ihr vorzeitiges Rückzahlungsrecht für alle ausstehenden Schuldverschreibungen der 2014 begebenen Wandelanleihe aus. Der Bond ist in 2021 fällig und wird mit 0,5 Prozent verzinst.

Das Touristikunternehmen Travel24.com plant eine Barkapitalerhöhung über rund 10 Millionen Euro.  Die Transaktion erfolgt im Rahmen finanzieller und strategischer Veränderungen, wie Travel24.com ankündigte.

CVC Credit Partners und die Oldenburgische Landesbank (OLB) haben eine Unitranche-Finanzierung für den Erwerb der Optikerkette Pro Optik durch die Beteiligungsgesellschaft Paragon Partners bereitgestellt. Über die Höhe der Finanzierung ist nichts bekannt. Shearman & Sterling hat CVC Credit Partners und die OLB bei der Transaktion beraten. 

Ratingmeldungen

Moody’s hat das Rating des Immobilienunternehmens Deutsche Wohnen bei A3 bestätigt. Gleichzeitig verschlechtert die Agentur den Ausblick von stabil auf negativ. Die Entscheidung reflektiere die für den Immobilienmarkt negativen politischen Umstände, mit denen das Unternehmen auf seinem Kernmarkt Berlin zu kämpfen habe.

Moody’s hat den Ratingausblick der Schaeffler-Familienholding IHO, die an Schaeffler und Continental beteiligt ist, von stabil auf negativ gesenkt. Das Rating selbst bestätigte Moody’s bei Ba1. In der Begründung verweist die Agentur auf die fallenden Aktienkurse Schaefflers und Continentals, die mit den zunehmend schlechteren Bedingungen für europäische Automobilzulieferer verbunden sind.

Standard & Poor's hat den Ratingausblick für das Hamburger Immobilienunternehmen Alstria Office von stabil auf positiv erhöht. Das Rating bestätigte die Agentur mit BBB.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

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