Der Immobilienkonzern TLG hat durch die Ausgabe von zwei neuen Bonds 1 Milliarde Euro eingesammelt.

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23.09.19
Finanzierungen

Finanzierungen: TLG, Schott, Tom Tailor

TLG Immobilien begibt zwei neue Bonds, Schott platziert einen digitalen Schuldschein und Tom Tailor steht kurz vor der Rettung – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

TLG Immobilien sammelt 1 Milliarde Euro ein

Der Immobilienkonzern TLG Immobilien sichert durch die Ausgabe von zwei Schuldverschreibungen 1 Milliarde Euro. Die Transaktion besteht aus einer klassischen und einer Hybrid-Anleihe über jeweils 500 Millionen Euro. Eine vorrangige, unbesicherte Schuldverschreibung ist mit einer Laufzeit von drei Jahren platziert worden. Die nachrangigen Schuldverschreibungen haben eine ewige Laufzeit und einen erstmaligem Rückzahlungsdatum im Jahr 2024.

Der Zinskupon für die unbesicherte Anleihe liegt bei 0,375 Prozent, die Hybrid-Anleihe wird mit 3,375 Prozent verzinst. TLG zufolge war die Platzierung fast dreifach überzeichnet. Das frische Geld dient dem Immobilienkonzern der Finanzierung der geplanten Fusion mit dem größeren Mitbewerber Aroundtown. Moody’s hatte den Ratingausblick für TLG zudem in der vergangenen Woche von stabil auf positiv verbessert. Das Rating selbst bestätigt die Agentur bei Baa2.

Schott platziert digitalen Schuldschein

Der Technologiekonzern Schott hat einen neuen digitalen Schuldschein über die Plattform Debtvision platziert. Das Volumen liegt bei 50 Millionen Euro, die von 20 Investoren bereitgestellt werden. Das Papier teilt sich in Tranchen mit vier und fünf Jahren Laufzeit. Für den Glaskonzern ist es bereits die zweite Transaktion, die Schott in Eigenregie über Debtvision arrangiert.

Tom Tailor kurz vor der Rettung

Der kriselnde Modekonzern Tom Tailor steht kurz vor dem Abschluss einer Einigung mit den Konsortialbanken und dem chinesischen Mehrheitsaktionär Fosun über die Kernpunkte einer neuen Finanzierungsstruktur. Wie die Hamburger vergangene Woche mitteilten, könne bereits „in Kürze“ ein so genanntes Term Sheet unterschrieben werden, das die weitere Refinanzierung regelt.

Der Modekonzern kündigte die Finalisierung der Verträge bis spätestens Ende Oktober an. Die im Juni vereinbarte Brückenfinanzierung mit über 48,5 Millionen Euro wurde dementsprechend bis Ende Oktober 2019 verlängert.  

Weitere Meldungen

Die Deutsche Bahn plant Medienberichten zufolge die Platzierung einer Hybrid-Anleihe über 2 Milliarden Euro. Das habe der Aufsichtsrat des Konzerns beschlossen. Weitere Details zur Anleihe sind bislang noch nicht bekannt.

Die insolvente Fluglinie Air Berlin hat offenbar den von der KfW gewährten Staatskredit über 150 Millionen Euro zurückgezahlt. „Wir haben die letzte Rate vor zwei Tagen getilgt“, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters den Insolvenzverwalter Lucas Flöther vergangenen Donnerstag. Die Rückzahlung der Zinsen, mit der Air Berlin in „naher Zukunft“ beginnen möchte, stehe allerdings noch aus, heißt es dort weiter. Der Zinssatz des Kredits beträgt 9 Prozent, was demnach einem Volumen von mehr als 27 Millionen Euro entspricht. Die KfW hatte Air Berlin im August 2017 ein Massedarlehen gewehrt. Anfang August vermeldete die dpa, dass nur noch 10 Millionen Euro des Kredits offen stünden.

Deposit Solutions, eine Beteiligung des Frankfurter Fintechs Finlab, hat eine Finanzierungsrunde abgeschlossen. Im Rahmen der Transaktion ist die Deutsche Bank bei dem Hamburger Fintech eingestiegen und sichert sich 4,9 Prozent der Anteile. Die Unternehmensbewertung von Deposit Solutions steigt durch diese Finanzierung auf über 1 Milliarde Euro.

Das Hamburger Immobilienunternehmen Alstria Office hat eine unbesicherte Unternehmensanleihe über 400 Millionen Euro begeben. Der Bond verfügt über einen festen Zinskupon von 0,5 Prozent und hat eine Laufzeit bis 2025. Den Erlös der Anleihe will das Unternehmen zur Refinanzierung einer in 2021 fälligen Anleihe und eines in 2020 fälligen Schuldscheins sowie für allgemeine Unternehmenszwecke verwenden. BNP Paribas, Morgan Stanley und Unicredit fungierten bei der Transaktion als Joint Bookrunners. Von S&P erhielt Alstria Office vergangene Woche ein Rating von BBB.

Die Plattform Holidu, eine Suchmaschine für Ferienhäuser und -wohnungen, hat in einer Finanzierungsrunde 40 Millionen Euro eingesammelt. Wie das Magazin „Gründerszene“ berichtet, sind dabei zwei neue Investoren bei dem Münchener Start-Up eingestiegen. Bei ihnen handelt es sich um die Venture-Capital-Gesellschaften Coparion sowie Mairdumont Ventures. Die bestehenden Investoren EQT Ventures und Venture Stars haben ebenfalls erneut an der Runde teilgenommen. Mit den frischen Mitteln will das Unternehmen das Geschäft seiner zweiten Marke „Bookiply“ weiter vorantreiben.

Das Münchener Start-Up Klarx, das ein Vermieterportal für Baumaschinen betreibt, sammelt in einer Serie-B-Finanzierungsrunde 12,5 Millionen Euro ein. Neben dem Leadinvestor B&C Innovation Investments hat sich auch der Altinvestor Target Global an der Transaktion beteiligt. Die Kanzlei Lutz Abel hat Klarx rechtlich beraten.

Das Immobilienunternehmen Deutsche Konsum Reit hat eine Kapitalerhöhung abgeschlossen. Insgesamt sind 2 Millionen neue Aktien zu einem Preis von 15,50 Euro je Aktie platziert worden. Von den beiden Hauptaktionäre Obotritia Capital und Babelsberger Beteiligungs GmbH sind 150.000 beziehungsweise 162.500 neue Aktien gezeichnet worden. Der Bruttoemissionserlös der Transaktion beträgt rund 31 Millionen Euro. Berenberg fungierte als Sole Global Coordinator und Bookrunner sowie gemeinsam mit Bankhaus Lampe als Co-Bookrunner und Bankhaus Scheich als Selling Agent.

Die im Städtebau tätige Unternehmensgruppe Orascom Development Holding hat erstmals eine Anleihe über 100 Millionen Schweizer Franken (rund 90,9 Millionen Euro) platziert. Der Zinskupon liegt bei 3,25 Prozent und die Laufzeit beträgt fünf Jahre. Den Erlös der Anleihe will das Schweizer Unternehmen für die Weiterentwicklung der Destinationen in Oman und Montenegro und für allgemeine Unternehmenszwecke verwenden. Bank Vontobel fungierte als Lead Manager der Transaktion.

Das Immobilienunternehmen Eyemaxx Real Estate hat seine geplante Anleihe über 37 Millionen Euro platziert. Ursprünglich war ein Emissionsvolumen von 50 Millionen angestrebt worden. 10,4 Millionen Euro entfielen dabei auf Zeichnungen im Rahmen des öffentlichen Angebots in Deutschland, Österreich und Luxemburg. Für 8 Millionen Euro wurden Papiere der bestehenden Unternehmensanleihe 2014/2020 getauscht und 18,6 Millionen Euro wurden von institutionellen Investoren im Rahmen einer Privatplatzierung gezeichnet.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

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