Tom Tailor hat sein Schuldscheindarlehen planmäßig zurückgeführt.

Tom Tailor

04.06.18
Finanzierungen

Finanzierungen: Tom Tailor, Hymer, Scalable

Tom Tailor zahlt ein Schuldscheindarlehen planmäßig zurück, Hymer prüft offenbar mögliche Konzepte für einen Börsengang und das Finanz-Start-up Scalable Capital verwaltet als erster deutscher digitaler Vermögensverwalter über 1 Milliarde Euro – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

Tom Tailor zahlt Schuldscheindarlehen planmäßig zurück

Das Modeunternehmen Tom Tailor hat das Restvolumen der 2013 begebenen Schuldscheindarlehen über 15 Millionen Euro planmäßig am Laufzeitende zurückgezahlt. Die Rückzahlung erfolgte Unternehmensangaben zufolge aus dem laufenden Cashflow. Das ursprüngliche Gesamtvolumen der Schuldscheine lag bei 80 Millionen Euro. Durch die Rückzahlung kann Tom Tailor eigenen Anagben zufolge jährlich Zinsaufwendungen in Höhe von 350.000 Euro sparen, seine Finanzierungsstruktur nach der Refinanzierung eines Konsortialkredits Ende März 2018 noch einmal vereinfachen und die Anzahl seiner Fremdkapitalgeber weiter reduzieren. 

Hymer prüft Konzepte für Börsenplan

Der Wohnmobilhersteller Hymer wird bei seinen Überlegungen für einen möglichen Börsengang konkreter. Investmentbanken sollen bereits auf Einladung des Unternehmens ihre Konzepte für einen Börsengang vorgestellt und sich somit um ein Mandat beworben haben, heißt es in einem Bericht der „FAZ“. Eine mögliche Alternative sei aber auch, dass der Wohnmobilhersteller einen Minderheitsanteil direkt verkauft. Interessenten könnten bis Anfang Juni Gebote einreichen, zitiert die Zeitung mit dem Prozess vertraute Personen.

Im März gab Hymer bekannt, neben der Beteiligung eines strategischen Partners auch einen Börsengang in Betracht zu ziehen. 2016/2017 erzielte der Caravanhersteller mit mehr als 6.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 2,1 Milliarden Euro. Das Hymer-Management um CFO Stefan Junker gibt sich zielsicher, diesen Rekordumsatz im laufenden Geschäftsjahr 2017/2018 noch einmal zu übertreffen.

Robo-Adviser Scalable knackt die Milliardengrenze

Das Münchner Finanz-Start-up Scalable Capital verwaltet nach eigenen Angaben als erster deutscher digitaler Vermögensverwalter mehr als 1 Milliarde Euro für seine Kunden. Die Summe sei innerhalb von 28 Monaten erreicht worden, teilte der „Robo-Advisor“ mit.

Neben Partnerschaften mit zahlreichen Münchner Unternehmen sowie der bayerischen Politik zählt vor allem die Kooperation mit der Direktbank ING Diba zu den wichtigsten Wachstumstreibern von Scalable. Seit der neunmonatigen Partnerschaft hätten über 20.000 Kunden der Direktbank gut 500 Millionen Euro bei dem digitalen Vermögensverwalter angelegt. Insgesamt zählt das Fintech-Unternehmen eigenen Angaben zufolge 30.000 Kunden. Vor einem Jahr war der weltgrößte Vermögensverwalter Blackrock bei Scalable eingestiegen.

Weitere Meldungen

Das auf Kitesurf-, Windsurf- und Stand-up-Paddling-Ausrüstung spezialisierte österreichische Unternehmen Boards & More hat sich erfolgreich refinanziert. Die Refinanzierung umfasste einen Unitranche-Kredit kombiniert mit einer Super-Senior Kreditfazilität, teilte Shearman & Sterling mit. Die Kanzlei hatte die Beteiligungsgesellschaft Emeram Capital Partners bei der Refinanzierung von Boards & More beraten.

Der Online-Möbelhändler Home24 hat am vergangenen Freitag die Eckdaten für seinen IPO bekannt gegeben. Am heutigen Montag beginnt die Zeichnungsfrist. Erster Handelstag soll der 15. Juni sein. Ungewöhnlich an diesem Home24-Börsengang ist, dass nicht das Volumen des IPOs variabel ist, sondern die Anzahl der neuen Aktien, die ausgegeben werden. Der Bruttoerlös soll auf jeden Fall bei 150 Millionen Euro liegen. An welchem Punkt der Preisspanne von 19,50 bis 24,50 Euro die Aktien platziert werden, entscheidet damit lediglich darüber, wie viele Papiere ausgegeben werden. Im Höchstfall können das 7,7 Millionen Stück sein. Das Mindestvolumen liegt mit 6,1 Millionen Aktien deutlich darunter. Damit fällt der geplante IPO kleiner aus als zunächst erwartet. Vor rund zwei Wochen hatte der Online-Händler noch angekündigt, 150 bis 200 Millionen Euro einsammeln zu wollen.

Die Beteiligungssgesellschaft Mutares rechnet damit, dass ihr Tochterunternehmen, der Automobilzulieferer STS Group, am 1. Juni im regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse (Prime Standard) aufgenommen wird.  Mutares in Abstimmung mit der STS Group und den Konsortialbanken des Börsengangs inzwischen den endgültigen Angebotspreis auf 24 Euro je Aktie festgelegt. „Aufgrund des am Tage der Preisfeststellung herausfordernden Marktumfelds erfolgt die Zuteilung der angebotenen Aktien damit geringfügig unterhalb der ursprünglichen Preisspanne, die bei 26 Euro bis 32 Euro je Aktie lag“, teilte die Beteiligungsgesellschaft mit.

Das Berliner Factoring-Start-Up Decimo, ein Portfoliounternehmen der Beteiligungsgesellschaft DEWB, hat in einer Finanzierungsrunde über 12 Millionen Euro eingesammelt. Als neuen Investor konnte das Start-Up den Unternehmer Stephan Schambach gewinnen. Auch alle bisherigen Investoren sowie Targo Commercial Finance, die HypoVereinsbank und die Berliner Volksbank beteiligten sich an der Finanzierungsrunde.

Das Berliner Biotechnologieunternehmen Elanix Biotechnologies hat eine Kapitalerhöhung des genehmigten Kapitals beschlossen. Insgesamt sollen bis zu 679.920 neue Aktien gegen Bareinlage unter Ausschluss des gesetzlichen Bezugsrechts der Aktionäre platziert werden. Die neuen Aktien sollen im Rahmen einer Privatplatzierung institutionellen Investoren zu 1,28 Euro je Aktie angeboten werden. Mit den frischen Mittel will Elanix Biotechnologies seine Wachstumsstrategie finanzieren.

Der Motoren- und Getriebeteileproduzent Neue ZWL Zahnradwerk Leipzig hat Umtauschvolumen von 15 Millionen Euro für die Schuldverschreibungen 2017/2023 vollständig ausgeschöpft. Dicama hat den Umtausch als Financial Advisor und die Quirin Privatbank als technischer Koordinator begleitet.

Der Schweizer Mineralölproduzent Westport Energie ist dem geplanten Listing an einem MTF Stock Market einen Schritt näher gekommen. Als Advisor wurde nun die Unternehmensgruppe Horizontas Wealth Management aus Dubai mandatiert. Die Vorbereitungen würden seitdem konkrete Züge annehmen.

Atrium European Real Estate Limited hat ein Rückkaufsangebot für die 2020 und 2022 fälligen Teilschuldverschreibungen über 350 Millionen Euro beziehungsweise 500 Millionen Euro bekanntgegeben. Gleichzeitig will der Eigentümer, Verwalter und Entwickler von Einkaufszentren und Einzelhandelsimmobilien in Zentral- und Osteuropa  einen fixverzinsten Senior Eurobonds mit einer Laufzeit zwischen sieben und acht Jahren und einem Gesamtnennbetrag von mindestens 300 Millionen Euro begeben. Mit dem Emissionserlös des Eurobonds will das Unternehmen im Rahmen der Angebote die Teilschuldverschreibungen kaufen und den Rest für allgemeine Unternehmenszwecke verwenden. 

Ratingmeldungen

S&P hat das Langfrist-Rating der Deutschen Bank um eine Stufe von A- auf BBB+ gesenkt. Den Ausblick setzten die Ratinganalysten von negativ auf stabil. Die Bonitätsbewertungen der nachrangigen Schulden wurden nicht verändert.

S&P hat das langfristige Emittentenrating des Supply-Chain-Unternehmens CEVA Logistics um drei Notches auf BB- bei positivem Ausblick verbessert. Die Ratingagentur begründet diesen Schritt mit dem Schuldenabbau des Logistikunternehmens resultierend aus dem IPO an der SIX Swiss Exchange und den verbesserten operativen Ergebnisse. Die Ratingagentur Moody’s hatte das Rating von CEVA vor kurzem bereits um vier Notches auf B1 verbessert.

Moody’s bestätigt das Rating von Petro Welt Technologies, einem Dienstleister im Erdgas- und Erdölfördergeschäft, bei Ba3. Die Agentur begründet dies unter anderem mit der stabilen Nachfrage nach Ölfeld-Services in Russland. Der Ausblick ist stabil.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

Einen Überblick über die Finanzierungen der vergangenen Wochen und Monate finden Sie auf unserer Themenseite Finanzierungsticker.