Sammelt in einer erweiterten Finanzierungsrunde frisches Kapital ein: Der Flugtaxi-Entwickler Volocopter.

Nikolay Kazakov for Volocopter

24.02.20
Finanzierungen

Finanzierungen: Volocopter, Exasol, Mobimo

Volocopter holt sich neue Investoren an Bord, Exasol plant einen Börsengang über 50 Millionen Euro und Mobimo platziert einen neuen Bond – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

Volocopter erweitert Finanzierungsrunde

Der baden-württembergische Flugtaxi-Entwickler Volocopter hat eine Series-C-Finanzierungsrunde auf insgesamt 87 Millionen Euro erweitert. Nachdem das Technologieunternehmen im Herbst vergangenen Jahres bereits 50 Millionen Euro in der Runde eingesammelt hatte, kommt nun zusätzlich frisches Kapital in Höhe von 37 Millionen Euro dazu.

Als neue Investoren konnte Volocopter dabei den Logistikdienstleister DB Schenker, die Mitsui Sumitomo Insurance Group, die Venture-Capital-Firma MS&AD Ventures und Translink Capital gewinnen. Auch die bestehenden Investoren Lukasz Gadowski und Btov haben sich erneut an der Runde beteiligt. Insgesamt hat Volocopter bis dato damit 122 Millionen Euro eingesammelt.

Exasol strebt an Frankfurter Börse

Das Technologieunternehmen Exasol plant einen Börsengang an der Frankfurter Börse. Die Notierung von Aktien im Volumen von etwa 50 Millionen Euro soll noch im ersten Quartal dieses Jahr erfolgen, wie Exasol mitteilt. Der IPO soll dabei aus einem öffentlichen Angebot an private und institutionelle Anleger in Deutschland sowie aus einer Privatplatzierung bei institutionellen Anlegern in weiteren Ländern bestehen. Dazu komme eine Platzierung von Anteilen durch bestimmte Minderheitsaktionäre sowie eine Mehrzuteilungsoption.

Mit den Erlösen will Exasol seine Wachstumsstrategie weiter vorantreiben. Demnach soll das frische Kapital insbesondere zur Stärkung des Sales-Teams, der Vertriebs- und Marketing-Aktivitäten sowie für zusätzliche Investitionen in Forschungs- und Entwicklungsinitiativen verwendet werden. Hauck & Aufhäuser wird beim Börsengang als Sole Global Coordinator und Sole Bookrunner fungieren.

Mobimo begibt neue Unternehmensanleihe

Die Schweizer Immobiliengesellschaft Mobimo Holding hat eine Anleihe über 220 Millionen Schweizer Franken (rund 207,3 Millionen Euro) platziert. Der Bond hat eine Laufzeit von acht Jahren und wird mit 0,25 Prozent fest verzinst. Mit den frischen Mitteln will Mobimo bestehende, kurzfristige Finanzverbindlichkeiten ablösen und laufende Projekte sowie die allgemeine Geschäftstätigkeit finanzieren. Die Zürcher Kantonalbank, Credit Suisse sowie UBS fungierten als Joint Lead Manager der Transaktion, Co-Lead-Manager war die Basler Kantonalbank.

Siemens verdient erneut mit Bonds

Der Technologiekonzern Siemens konnte sich bei der Ausgabe neuer Anleihen erneut Negativzinsen sichern. Siemens-CFO Ralf Thomas platzierte Anleihen über 4 Milliarden Euro und 850 Millionen Pfund (rund 1,01 Milliarden Euro). 4,4 Milliarden Euro des Emissionserlöses diene der Refinanzierung fälliger Verbindlichkeiten, der Rest allgemeinen Unternehmenszielen, erklärte ein Sprecher dem „Manager-Magazin“.

Eine der vier Euro-Tranchen weist eine negative Rendite auf: Bei der dreijährigen Anleihe müssen Investoren eine negative Rendite von 0,145 Prozent berappen. Bei den sechsjährigen Eurobonds zahlen die Münchener eine Minirendite von 0,015 Prozent, so das Manager-Magazin. Für neun beziehungsweise zwölf Jahre bekommen Anleger immerhin 0,268 und 0,509 Prozent. Die Pfund-Anleihe läuft über fünf Jahre. 

Faber Castell begibt nachhaltigen Schuldschein

Der Bleistifte-Hersteller Faber Castell hat einen an Umweltkriterien geknüpften Schuldschein aufgelegt. Dies berichtet die Deutsche Presse-Agentur nach Aussagen des Finanzvorstands André Wehrhahn. Demnach soll mit dem Darlehen ein Millionenbetrag eingesammelt worden sein. Das genaue Volumen und die Konditionen gibt das Unternehmen nicht bekannt. Dem Bericht zufolge sei die Platzierung aber überzeichnet gewesen. Der Zinssatz des Schuldscheins ist an ein Nachhaltigkeitsrating der Produktionsprozesse des Stifte-Herstellers gebunden.

Weitere Meldungen

Der deutsch-spanische Stahl-Recycling-Spezialist Befesa hat über ein Re-Pricing die jährlichen Zinskosten seines Term Loan B um 2,6 Millionen Euro pro Jahr gesenkt. Seit Juni vergangenen Jahres läuft die komplette Fremdfinanzierung des Konzerns über den Term Loan, der ein Volumen von 526 Millionen Euro hat. Der neue Zinssatz liegt bei Euribor plus 200 Basispunkte, bislang lag die Prämie bei 250 Basispunkten. Gelänge es Befesa-CFO Wolf Lehmann, den Leverage unter 1,75x Ebitda zu senken, sänke der Zinssatz sogar auf Euribor plus 125 Basispunkte. Im abgelaufenen Geschäftsjahr erhöhte sich der Leverage wegen eines großen Ausbauprogramms allerdings von 2,1x auf 2,6x Ebitda.

Der Pflegeimmobilienentwickler Senivita hat Details zur angekündigten Modifikation der im Mai auslaufenden Wandelanleihe bekanntgegeben. Demnach soll die Laufzeit der Anleihe um weitere fünf Jahre bis zum 11. Mai 2025 verlängert werden. Das Wandlungsrecht soll entfallen, dafür werde der Zinssatz von derzeit 6,5 Prozent auf 8,5 Prozent erhöht. Die Gläubiger der Anleihe müssen den Änderungen jedoch erst noch zustimmen.

Der digitale Mittelstandsfinanzierer Creditshelf hat den Start einer Initiative für Wachstumsfinanzierung bekannt gegeben. Das börsennotierte Fintech möchte „schnell wachsenden Jungunternehmen einen zusätzlichen Finanzierungsbaustein und Investoren eine attraktive Anlagemöglichkeit" bieten, hieß es in einer Pressemitteilung. Dabei sollen entsprechende Lösungen zwischen klassischer Bankenfinanzierung und dem Venture Debt-Markt die Suche nach passenden Finanzierungsmöglichkeiten verbessern. Nähere Details nannte das Unternehmen nicht.

Der E-Scooter-Anbieter Tier Mobility hat seine Series-B-Finanzierungsrunde auf über 100 Millionen Dollar (92,6 Millionen Euro) erweitert. Ursprünglich hatte das Unternehmen im Oktober vergangenen Jahres mit der Runde noch 60 Millionen Dollar (54,6 Millionen Euro) eingesammelt. Die zusätzlichen Mittel stammen nun von den Investoren RTP Global und Novator sowie einem US Debt-Fonds. Die Erlöse will Tier Mobility vor allem in Forschung und Entwicklung investieren. JP Morgan fungierte als Finanzberater und Vermittlungsagent bei der Erweiterung der Series-B-Runde.

Verianos Real Estate, ein Investment- und Beratungshaus mit Fokus auf Immobilienmärkte, begibt eine neue Unternehmensanleihe. Der im Rahmen einer Inhaberschuldverschreibung platzierte Bond über 30 Millionen wird ausgewählten Investoren per Privatplatzierung angeboten, teilt Verianos mit. Er umfasst mehrere Tranchen, wobei die erste Tranche über ein Volumen von 10 Millionen Euro verfügt. Der Zinskupon liegt bei 6 Prozent und die Laufzeit der Anleihe beträgt fünf Jahre. Die Emission wird von der BankM als Lead Manager sowie von Bankhaus Scheich Wertpapierspezialist und der GBR Financial Services als Selling Agents begleitet. Die Erlöse möchte Verianos vor allem in bestehende Immobilienfonds sowie in Fundraising-Prozesse eigener Fonds investieren.

Die Beteiligungsgesellschaft Mutares hat eine besicherte Anleihe über 50 Millionen Euro begeben. Der Bond mit einer Laufzeit von vier Jahren konnte vollständig bei institutionellen Investoren platziert werden. Die Anleihe soll sowohl an der Börse in Frankfurt als auch in Oslo gelistet werden. Begleitet wurde die Emission von der Investmentbank Pareto Securities. Rechtlich wurde Mutares von der Kanzlei Noerr (Federführung: Julian Schulze De la Cruz, Holger Alfes und Ralph Schilha) beraten.

Das Immobilienunternehmen Eyemaxx Real Estate hat eine Bezugsrechts-Kapitalerhöhung beschlossen. Das Grundkapital der Gesellschaft soll durch die Ausgabe von bis zu 880.000 neuen Aktien auf rund 6,23 Millionen Euro erhöht werden. Investoren können die Papiere demnach im Verhältnis von 6:1 und zu einem Bezugspreis von 9 Euro erwerben. Das frische Kapital will Eyemaxx für die Umsetzung von Immobilienprojekten und den Ausbau des Bestandsportfolios nutzen. Hauck & Aufhäuser Privatbankiers begleitet die Platzierung als Sole Bookrunner.

Neue ZWL Zahnradwerk Leipzig, ein Produzent von Motoren- und Getriebeteilen, prüft im Rahmen einer Privatplatzierung die Aufstockung seiner im Dezember vergangenen Jahres begebenen Schuldverschreibungen um bis zu 6,8 Millionen Euro auf 15 Millionen Euro. Bislang waren die mit 6,5 Prozent verzinsten Schuldverschreibungen mit einer Laufzeit bis 2025 im Volumen von 8,2 Millionen Euro begeben worden. Die Quirin Privatbank wurde demnach mit der Ansprache potenzieller Investoren beauftragt, teilt das Unternehmen mit. Eine endgültige Entscheidung über die Finanzierung wird auf Grundlage des Investoren-Feedbacks und des vorherrschenden Marktumfelds getroffen.

Der Projektentwickler Groß & Partner Grundstücksentwicklungsgesellschaft hat eine die erste Tranche ihrer neuen Unternehmensanleihe 2020/2025 mit einem Volumen von 50 Millionen Euro abgeschlossen. Die Anleihe hat eine Laufzeit von fünf Jahren und wird mit 5 Prozent verzinst. Die Transaktion wurde von der ICF Bank als Sole Lead Manager und Sole Bookrunner durchgeführt.

martin.barwitzki[at]finance-magazin.de

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