Finanzierungen: Der Immobilienkonzern Vonovia sichert sich die Finanzierung für seinen geplanten Deutsche-Wohnen-Deal.

Vonovia

14.12.15
Finanzierungen

Finanzierungen: Vonovia, Scholz, Basilea

Vonovia platziert einen Mega-Bond, Scholz bekommt einen neuen Kredit und Basilea begibt eine Wandelanleihe – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

Vonovia begibt Anleihe über 3 Milliarden Euro

Der Immobilienkonzern Vonovia hat Anleihen mit einem Gesamtvolumen von 3 Milliarden Euro emittiert. Damit ist dem Konzern nach eigenen Angaben die Platzierung der bisher größten Euro-Anleihe der Immobilienbranche gelungen. Begeben wurden drei Tranchen. Die erste Tranche über 1 Milliarde Euro läuft bis Dezember 2023 und wird mit 2,25 Prozent verzinst. Die beiden weiteren Tranchen haben kürzere Laufzeiten bis 2020 und 2017. Der fünfjährige Bond mit einem Volumen von 1,25 Milliarden Euro wird mit 1,625 Prozent verzinst. Die 750 Millionen schwere Tranche mit der kürzesten Laufzeit wird variabel mit dem Euribor plus 90 Basispunkte verzinst.

Mit den frischen Mitteln rüstet sich der Immobilienkonzern finanziell für die Übernahme der Konkurrentin Deutsche Wohnen. Vonovia will den Erlös verwenden, um die Brückenfinanzierung für die Barkomponente des Übernahmeangebots zu reduzieren. Beraten wurde Vonovia von der Wirtschaftskanzlei Linklaters unter Federführung von Alexander Schlee. Das beteiligte Bankenkonsortium aus Commerzbank, Credit Suisse, J.P. Morgan, Merrill Lynch International, Société Générale und UniCredit Bank wurde durch Clifford Chance beraten. Das Team leitete Sebastian Maerker.

Scholz erhält Kredit über bis zu 50 Millionen Euro

Der Schrottrecycler Scholz hat eine neue Kreditlinie über bis zu 50 Millionen Euro abgeschlossen. Die Mittel werden von den bisherigen Finanzierungspartnern des Familienunternehmens gestellt. Damit ist laut Scholz „die Finanzierung der Gruppe für das kommende Jahr und damit auch für den laufenden Investorenprozess gesichert“. Das Unternehmen verschafft sich damit Zeit für die im Sommer gestartete Investorensuche.

Basilea platziert eine Wandelanleihe

Das Schweizer Pharmaunternehmen Basilea hat eine unbesicherte Wandelanleihe über 200 Millionen Schweizer Franken (rund 185 Millionen Euro) begeben. Das Papier läuft bis 2022 und wird halbjährlich mit 2,75 Prozent verzinst. Ursprünglich war ein Volumen von 175 Millionen Schweizer Franken geplant, die Aufstockungsoption war aber schon vorab angekündigt gewesen. Der Wandlungspreis entspricht einer Wandelprämie von 30 Prozent gegenüber dem heutigen volumengewichteten Durchschnittskurs. Die Transaktion wurde von J.P. Morgan und UBS als gemeinsame Bookrunner begleitet.

Underberg begibt weitere Mittelstandsanleihe

Der Spirituosenhersteller Underberg hat eine Mittelstandsanleihe mit einem Volumen von 20 Millionen Euro begeben. Die mit 5 Prozent verzinste Anleihe läuft über drei Jahre. Sole Coordinator und Bookrunner der Transaktion ist die Oddo Seydler Bank. Als Financial Advisor war außerdem Conpair mandatiert.

Gezeichnet wurde das Papier auch von Investoren, die bislang schon Underberg-Anleihen gehalten hatten. Das Unternehmen hatte bereits im Juli eine 30 Millionen Euro schwere Mittelstandsanleihe platziert.

GoEuro erhält 45 Millionen Euro

Die Reisevergleichsplattform GoEuro hat eine Series-B-Finanzierungsrunde abgeschlossen. Das Startup-Unternehmen hat 45 Millionen Euro von den Investoren Goldman Sachs, Atomico, Yuri Milner und Tom Stafford, Sebastian Siemiatkowski (Klarna) und Ilkka Paananen (Supercell) eingeworben. Die neuen Mittel will GoEuro in die Produktentwicklung, neues Personal sowie die Ansprache neuer Anbieter sowie Endkunden stecken.

Weitere Finanzierungen

Die Ratingagentur Scope hat eine Kapitalerhöhung in Höhe von 3,25 Millionen Euro platziert. Beteiligt sind nach Unternehmensangaben Privatanleger aus der Industrie- und Finanzbranche aus Europa und den USA. Insgesamt hat Scope 2015 rund 11,5 Millionen Euro Eigenkapital eingeworben. Scope konnte seine Neuumsätze im aktuellen Geschäftsjahr um 83 Prozent steigern.

Der Kreuzfahrtanbieter Royal Caribbean Cruises hat bei der Meyer Werft in Papenburg zwei Schiffe der Quantum-Klasse in Auftrag gegeben. Die Finanzierung des Baus wird von der KfW Ipex-Bank strukturiert. Der Hauptteil der Kreditsumme soll von einem internationalen Bankenkonsortium bereitgestellt werden. Der Kredit läuft über 12 Jahre ab Ablieferung und ist mit einer Hermesdeckung versehen. Er basiert auf dem von der OECD festgesetzten Schiffs-Zinssatz (Commercial Interest Reference Rate).

Das zur Immovation-Unternehmensgruppe gehörige Immobilienunternehmen Immokles hat eine Anleihe über 35 Millionen Euro begeben. Das privat platzierte Papier wurde vollständig von den Barmenia Versicherungen und einer nicht genannten Pensionskasse gezeichnet. Die mit 4 Prozent jährlich verzinste Anleihe läuft bis 2020 und ist durch eine Grundschuld besichert. Lead Manager und Sole Bookrunner der Emission ist die Equinet Bank. Als Sicherheitentreuhänder agiert die Rödl Treuhand Hamburg.

Die österreichische Warimpex Finanz- und Beteiligungs AG hat in einer Privatplatzierung rund 25,9 Millionen Schuldverschreibungen zu einem Ausgabepreis von je 1 Euro begeben. Die jährlich variable Verzinsung basiert auf dem 6-Monats-Euribor zuzüglich einer Marge von 3,75 Prozent und wird halbjährlich ausgezahlt. Das Papier läuft bis 2018.

Der Immobilieninvestor Publity will seine im November begebene, mit 3,5 Prozent verzinste Wandelschuldverschreibung im Rahmen einer Privatplatzierung um bis zu 10 Millionen Euro aufstocken. Bislang beläuft sich das Volumen auf 20 Millionen Euro. Als Bookrunner der Transaktion agiert die Quirinbank.

Die Mybet Holding hat eine Wandelschuldverschreibung mit einem Volumen von 5 Millionen Euro und einer Verzinsung von 6,25 Prozent platziert. Das Papier läuft bis 2020. Die Transaktion war nach Unternehmensangaben deutlich überzeichnet. Mit dem frischen Geld will Mybet unter anderem seine Marketing- und Technologieplattform ausbauen.

Das Biotech-Unternehmen Syngis hat seine angekündigte Bezugsrechtskapitalerhöhung sowie eine Privatplatzierung mit einem Bruttoerlös von mehr als 5,6 Millionen Euro abgeschlossen. Dabei wurden insgesamt knapp 3 Millionen Aktien zu einem Bezugspreis von je 1,90 Euro platziert. Außerdem wurde ein Darlehen des Hauptaktionärs Genetrix in Höhe von rund 0,6 Millionen Euro in Eigenkapital umgewandelt.

Das Biopharmaunternehmen Wilex hat im Rahmen einer Bezugsrechtskapitalerhöhung 443.124 Aktien begeben. Zuvor wurde bereits unter Ausschluss des Bezugsrechts eine Privatplatzierung mit dem Hauptaktionär Dievini Hopp Biotech Holding abgeschlossen. Dievini hat 930.560 neue Aktien zu einem Ausgabepreis von je 1,84 Euro gezeichnet. Für die folgende Kapitalmaßnahme mit Bezugsrecht galt der gleiche Angebotspreis. Der Bruttoemissionserlös beläuft sich auf insgesamt 2,5 Millionen Euro. Sole Lead Manager war die Oddo Seydler Bank.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

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