VTG tätigt eine grüne Finanzierung: Der Waggonvermieter hat „Green Private Placements“ begeben.

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09.11.20
Finanzierungen

Finanzierungen: VTG, ProSiebenSat.1 Media, Hertha BSC

VTG begibt grünes Private Placement, ProSiebenSat.1 Media legt ein Debt Issuance Programm auf und Hertha BSC muss auf die Finanzspritze von Investor Windhorst warten – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

VTG platziert Private Placement mit langen Laufzeiten

Der Waggonvermieter VTG hat US-Dollar- und Euro-Private-Placements in Höhe von 746 Millionen Euro platziert. Dabei handelt es sich um „Green Private Placements“, die gemäß den Kriterien der „Climate Bond Initiative“ als nachhaltig zertifiziert sind. Die Laufzeiten der Anleihen betragen zwölf, 15 und 20 Jahre. Die Kuponraten liegen unter 2 Prozent, wie VTG mitteilt. Standard & Poor’s bewertet die Anleihen mit BBB bei stabilem Ausblick.

Die Ausgabe der Anleihen ist Teil des Prozesses zur Konsolidierung der Fremdkapitalstruktur von VTG. Das Unternehmen hatte bereits im Mai dieses Jahres eine Refinanzierung in Höhe von 2,9 Milliarden Euro bekanntgegeben. „Die Tatsache, dass die Anleihen mehr als vierfach überzeichnet waren, zeigt: Anleger schätzen die Stabilität und die Resilienz, die das Geschäftsmodell der VTG bietet“, kommentiert CFO Mark Stevenson die Transaktion. 

ProSiebenSat.1 Media legt Debt Issuance Programm auf

ProSiebenSat.1 Media hat die letzten Schritte eingeleitet, um ein Debt Issuance Programm aufzulegen. Dabei handelt es sich um ein flexibles Finanzierungsprogramm zur Emission von fest- und variabel verzinslichen Anleihen, wie das Medienunternehmen mitteilt. Das Volumen des Programms, das in Zukunft vor allem zur Refinanzierung bestehender verzinslicher Finanzverbindlichkeiten von ProSiebenSat.1 Media verwendet werden soll, beträgt 2,5 Milliarden Euro.

Zudem plant ProSiebenSat.1 Media, eine im April 2021 fällige Anleihe im Volumen von 600 Millionen Euro zurückzuführen. Hierfür soll jedoch nicht das Debt Issuance Programm verwendet werden. Der Bond soll aus vorhandenen liquiden Mitteln zurückgezahlt werden.

Hertha BSC und Windhorst legen neuen Zeitplan fest

Der Fußballbundesligist Hertha BSC muss weiter auf die von Investor Lars Windhorst zugesagte Finanzspritze warten. Eigentlich wäre die zweite Tranche des Pakets über 100 Millionen Euro am 30. Oktober erwartet worden. „Hertha BSC und die Tennor Holding B.V. haben sich hinsichtlich der ursprünglich für Oktober vereinbarten Zahlung in Höhe von 100 Millionen Euro auf einen neuen Zahlungsplan verständigt", teilte Hertha laut übereinstimmenden Medienberichten mit.

Der gesamte Betrag werde dem Fußballklub aber noch im laufenden Geschäftsjahr zufließen, heißt es. Hertha könnte demzufolge also noch bis Mitte nächsten Jahres auf die Zahlung warten, das Geschäftsjahr läuft bis Ende Juni 2021. Zuerst hatte die „Sport Bild“ über die Verzögerung berichtet. Im Sommer war bekannt geworden, dass Lars Windhorst über sein Anlagevehikel Tennor seine Anteile an Hertha BSC durch weitere 150 Millionen Euro auf 66,6 Prozent erhöhen will. Doch auch die erste Tranche über 50 Millionen Euro sei Medienberichten zufolge bereits verspätet eingetroffen. 

Weitere Meldungen

Der Offshore-Windpark Global Tech, der von einer Sponsorengruppe unter Führung der Stadtwerke München, der Axpo International und Entega gehalten wird, hat die Refinanzierung bestehender Darlehen abgeschlossen. Dabei wurde ein Paket in Höhe von 520 Millionen Euro durch die beteiligten Banken Société Générale, SEB, KfW, Bayern LB, Rabobank, ING sowie ASN arrangiert. Die Finanzierung enthält auch eine institutionelle Festzinstranche über 100 Millionen Euro, die vollständig von der Kommunalkredit Austria gezeichnet wurde. Die Kanzlei CMS (Federführung: Marc Riede) hat Global Tech bei der Refinanzierung rechtlich begleitet.

Die Messe Frankfurt hat eine Konsortialfinanzierung in Höhe von 150 Millionen Euro abgeschlossen. BayernLB fungierte bei der Transaktion als Koordinator, Mandated Lead Arranger, Bookrunner sowie Dokumentations- und Fazilitäts-Agent und wurde rechtlich von der Kanzlei Taylor Wessing (Federführung: Ulf Gosejacob) beraten. Zudem bestand das Konsortium aus der DZ Bank und der Frankfurter Sparkasse.

Die Schön Klinik hat mehrere bestehende Kreditverträge refinanziert. Demnach hat die familiengeführte Klinikgruppe erstmals einen Konsortialkredit über 145 Millionen Euro abgeschlossen. Die neue Finanzierung besteht aus einer revolvierenden Kreditlinie mit der Möglichkeit von bilateralen Unterkreditlinien, wie die Klinik mitteilt. Das begleitende Bankenkonsortium umfasst insgesamt sechs Banken. Rechtlich wurde die Schön Klinik von Milbank (Federführung: Thomas Ingenhoven) beraten.

In der vergangenen Woche hat die Zeichnungsfrist der geplanten Anleihe über bis zu 75 Millionen Euro des Immobilienentwicklers Euroboden begonnen. Rund 14,6 Millionen Euro der Anleihe sind Euroboden zufolge schon vorab gezeichnet worden. Mehr als 12,9 Millionen Euro seien im Rahmen des Umtauschangebotes erworben und zudem rund 1,7 Millionen Euro von den Anlegern zusätzlich geordert worden. Die neue Anleihe hat eine Laufzeit von fünf Jahren und einen Zinskupon von 5,5 Prozent.

Der Immobilienbestandshalter Beno Holding begibt eine Unternehmensanleihe mit einem Volumen in Höhe von bis zu 30 Millionen Euro an der Münchener Börse. Der Zinssatz des Bonds soll bei 5,3 Prozent liegen und die Laufzeit sieben Jahre betragen. Die Emission wird von Starnberger Portfolio Control begleitet. Den Erlös will das Unternehmen zur Wachstumsfinanzierung durch den Kauf weiterer Immobilien verwenden. Zudem bietet Beno den Gläubigern der Wandelanleihe 2014/2021 ein Umtauschangebot im Verhältnis 1:1 in die aktuelle Anleihe an.

Ratingmeldungen

Euler Hermes hat das Rating des Industrieunternehmens Hörmann Industries bei BB bestätigt. Der Ausblick ist stabil. Die Ratingagentur erwartet für die kommenden zwölf Monate eine stabile Entwicklung des Unternehmens. Euler Hermes hebt in der Begründung die nachhaltigen Wachstumspotentiale sowie die gute finanzielle Flexibilität von Hörmann hervor.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

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