Volkswagen Financial Services hat neue Bonds über insgesamt 2,15 Milliarden Euro platziert.

Volkswagen Financial Services

06.04.20
Finanzierungen

Finanzierungen: VW FS, Vonovia, E.on

VW Financial Services und Vonovia platzieren neue Anleihen und E.on begibt einen Green Bond – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

Volkswagen Financial Services platziert drei Anleihen

Volkswagen Financial Services hat drei neue Anleihen mit einem Gesamtvolumen von 2,15 Milliarden Euro begeben. Ein Bankenkonsortium bestehend aus Banco Santander, JP Morgan, Merrill Lynch International, MUFG und Unicredit hat VW FS bei der Transaktion begleitet.

Die erste Anleihe über 650 Millionen Euro hat eine Laufzeit von drei Jahren und wird mit 2,5 Prozent verzinst. Der zweite mit 3 Prozent verzinste Bond hat ein Volumen von 700 Millionen Euro und läuft über fünf Jahre. Die dritte Anleihe in Höhe von 800 Millionen Euro verfügt über einen Zinskupon von 3,375 Prozent und eine Laufzeit von acht Jahren.

Vonovia mit neuen Anleihen über 1 Milliarde Euro

Auch der Immobilienkonzern Vonovia hat zwei neue Anleihen im Volumen von 1 Milliarde Euro platziert. Die Papiere haben eine Laufzeit von vier beziehungsweise zehn Jahren. Das Ordervolumen betrug Vonovia zufolge mehr als 3 Milliarden Euro. Die durchschnittliche Verzinsung der neuen Anleihen liegt bei 1,9 Prozent. Die frischen Mittel will der Immobilienkonzern für die Rückzahlung einer Portfoliofinanzierung im zweiten Quartal und für allgemeine Unternehmenszwecke verwenden.

E.on begibt Green Bond

Der Energiekonzern E.on hat erneut eine grüne Unternehmensanleihe über 750 Millionen Euro platziert. Die Laufzeit des Bonds beträgt fünfeinhalb Jahre. Der Kupon der Bonds liegt bei 1 Prozent. Die Orderbücher seien achtfach überzeichnet gewesen, wie das Unternehmen mitteilt.

Die Emission wurde von einem internationalen Bankenkonsortium durchgeführt. Als Bookrunner fungierten Goldman Sachs International, ING und Unicredit. Mit der grünen Anleihe sollen nachhaltige Infrastruktur- und Energieeffizienzprojekte finanziert werden.

Deutsche Bahn emittiert vierte Anleihe in 2020

Die Deutsche Bahn hat über ihre Konzernfinanzierungsgesellschaft Deutsche Bahn Finance eine neue Euro-Benchmark-Anleihe über 900 Millionen Euro platziert. Die Laufzeit beträgt sieben Jahre und der Zinskupon liegt bei 0,5 Prozent. Wie die Deutsche Bahn mitteilt, soll die Anleihe der Erhöhung der finanziellen Flexibilität dienen.

Die Platzierung erfolgte dabei im Wesentlichen bei institutionellen Investoren aus Europa und Asien. Die Anleihe soll an der Luxemburger Börse notiert werden. Als Konsortialführer der Transaktion fungierten DZ Bank, ING und SEB. Für die Deutsche Bahn ist dies bereits die vierte Bondemission in diesem Jahr

Schmolz+Bickenbach schließt Refinanzierung ab

Der Schweizer Stahlkonzern Schmolz+Bickenbach hat den Abschluss der Restrukturierung seiner Finanzierung bekannt gegeben. Der bereits bestehende Konsortialkredit wurde demnach um 90 Millionen Euro auf 465 Millionen Euro erhöht. Gleichzeitig wurde die Laufzeit auf fünf Jahre bis März 2025 verlängert. Von Großaktionär Big Point erhält Schmolz+Bickenbach ein Aktionärsdarlehen über 95 Millionen mit gleicher Laufzeit. Die Laufzeit des bestehenden ABS-Programms über 230 Millionen Euro plus 70 Millionen Dollar wurde ebenfalls bis März 2025 verlängert.

Darüber hinaus hat Schmolz+Bickenbach die 2022 auslaufenden Anleihen im Nennwert von 328,8 Millionen Euro zurückgezahlt. Aufgrund eines Kontrollwechsels im Zusammenhang mit der Kapitalerhöhung im Januar hatte der angeschlagene Schweizer Stahlkonzern seinen Anleihegläubigern ein Rückkaufangebot unterbreiten müssen. Aufgrund der Corona-Krise prüft das Unternehmen außerdem in welchen Ländern und von welchen Gesellschaften staatliche Unterstützung beantragt werden kann. 

Weitere Meldungen

Das Baustoffunternehmen HeidelbergCement hat einen neuen Bond über 650 Millionen Euro platziert. Das Papier läuft bis 2024 und wird mit 2,5 Prozent verzinst. Mit der Platzierung habe der Konzern „nochmals seine Liquiditätsposition gestärkt und gezeigt, dass das Unternehmen auch in schwierigen Marktsituationen einen guten Zugang zum Kapitalmarkt besitzt“, kommentierte Finanzvorstand Lorenz Näger. Der Erlös soll zur allgemeinen Unternehmensfinanzierung und zur Rückzahlung anstehender Fälligkeiten verwendet werden.

Der Autobauer Daimler erhöht seine finanzielle Flexibilität mit dem Abschluss einer Kreditlinie über 12 Milliarden Euro. Wie das Unternehmen mitteilt, besteht diese zusätzlich zum bereits bestehenden, revolvierenden Kredit über 11 Milliarden Euro mit einer Laufzeit bis 2025. Das neue Darlehen kann innerhalb von 12 Monaten zweimal um jeweils sechs Monate verlängert werden. Als Kreditgeber fungieren bei der Transaktion BNP Paribas, Santander, Deutsche Bank und JP Morgan. Der neue Kredit schaffe einen weiteren Liquiditätspuffer und erhöhe die finanzielle Flexibilität, heißt es in der Mitteilung weiter. Zudem hat der Konzern vergangene Woche auch eine neue Anleihe über 1,5 Milliarden Euro platziert. Der Bond läuft fünf Jahre und wird mit 2,625 Prozent verzinst.

Der österreichische Sensorspezialist AMS hat mit einer Kapitalerhöhung wie geplant 1,65 Milliarden eingesammelt. Rund 72,4 Millionen Aktien konnten aber nicht am Markt platziert werden und verbleiben somit zunächst in den Büchern der Banken. AMS will den Erlös für die Übernahme von Osram verwenden.

Der vom Coronavirus stark getroffene Reisekonzern Tui hat von der deutschen Bundesregierung die Zusage für eine Kreditlinie der KfW in Höhe von 1,8 Milliarden Euro erhalten. Dies teilte das Unternehmen vergangene Woche mit. Eine bereits bestehende 1,75 Milliarden Euro umfassende Kreditvereinbarung kann Tui um diese Summe dann für seine Revolving Credit Facility aufstocken. Die Hausbanken müssen der milliardenschweren Staatshilfe jedoch erst noch zustimmen.

Der Gesundheitskonzern Fresenius hat eine neue Anleihe mit einem Volumen von 750 Millionen Euro begeben. Der Bond hat eine Laufzeit von 7,5 Jahren und wird mit 1,625 Prozent verzinst. Den Emissionserlös will das Unternehmen für allgemeine Geschäftszwecke und die Refinanzierung bestehender Finanzverbindlichkeiten verwenden.

Die Softwarefirma RIB Software hat erstmals einen Konsortialkreditvertrag über 150 Millionen Euro abgeschlossen. Die Transaktion wurde als sogenannter „Club Deal“ von einem Bankenkonsortium um die LBBW strukturiert. Die Laufzeit des Kredits beträgt fünf Jahre und kann zweimal jeweils um ein weiteres Jahr verlängert werden. Durch die Finanzierung will sich RIB Software finanzielle Flexibilität für künftige Akquisitionen sichern. Das Unternehmen wurde bei der Transaktion von der Kanzlei Noerr (Federführung: Alexander Schilling und Nikolai Warneke) beraten.

Die Dortmunder Stadtwerke (DSW21) haben einen digitalen Schuldschein in Höhe von 50 Millionen Euro emittiert. Das Darlehen wurde über die digitale Schuldscheinplattform Finpair platziert. Keine Bank fungierte dabei als Arrangeur. Dem Dortmunder Infrastrukturunternehmen zufolge haben sich sowohl die Bestandsbanken als auch viele neue Investoren an der Transaktion beteiligt. Die Finanzierung soll für Investitionen im Land Nordrhein-Westfalen verwendet werden, um dessen Infrastruktur weiterhin zu stärken, wie die Stadtwerke mitteilten.

Das im Bereich Robotics tätige Technologieunternehmen Robart hat eine Venture-Debt-Finanzierung mit der European Investment Bank (EIB) abgeschlossen. Das Darlehen verfügt über ein Volumen von 9 Millionen Euro und soll den weiteren Aufbau des österreichischen Unternehmens beschleunigen. FCF Fox Corporate Finance hat Robart bei der Transaktion beraten.  

Ratingmeldungen

Scope stuft das Rating der Deutschen Lufthansa von BBB auf BBB- herab. Darüber hinaus setzt die Agentur das Rating unter Beobachtung für ein weiteres mögliches Downgrade.

Moody’s hat das derzeitige Rating von A1 der Volkswagen Bank unter Beobachtung für eine mögliche Herabstufung gesetzt. Diese Entscheidung gehe einher mit der Beobachtung für eine mögliche Herabstufung des A3-Ratings der Muttergesellschaft Volkswagen, so Moody’s.

Moody’s hat das Rating des Technologiekonzerns Voith bei Baa3 bestätigt. Gleichzeitig änderte die Agentur den Ausblick von stabil zu negativ.

Die Ratings des Großhandelskonzerns Metro wurden von Moody’s unter Beobachtung für eine mögliche Herabstufung gesetzt. Zudem änderte die Agentur den Ausblick von stabil auf „unter Beobachtung“.

Das Rating des Baustoffkonzerns Heidelberg Cement bestätigt Moody’s bei Baa3. Den Ausblick änderte die Agentur jedoch von positiv auf stabil.

Auch die Ratings und den stabilen Ausblick des Chemiekonzerns BASF setzt Moody’s unter Beobachtung für eine Herabstufung.

Moody’s prüft das Ba3-Rating des Baumarkts Hornbach auf eine mögliche Herabstufung.

Das Rating des Kohlenstoffspezialisten SGL Carbon wurde von Moody’s von B3 auf Caa1 herabgestuft. Der Ausblick ist weiterhin negativ.

Moody’s hat das Rating des Parkraumbewirtschafters Apcoa von B1 auf B2 herabgestuft. Zudem hat die Agentur alle Ratings unter Beobachtung für ein weiteres Downgrade gesetzt.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

Einen Überblick über die Finanzierungen der vergangenen Wochen und Monate finden Sie auf unserer Themenseite Finanzierungsticker.