Mit den Mitteln aus dem Verkauf der Wärmetauschersparte an den PE-Investor Triton löst Gea gut die Hälfte der Finanzverbindlichkeiten ab.

Gea Group

08.01.15
Finanzierungen

Gea Group: Schuldentilgung nach M&A-Deal

Nach dem Verkauf der Wärmetauschersparte an den PE-Investor Triton war die Kasse voll. Nun löst die Gea Group vorzeitig Verbindlichkeiten von gut einer halben Milliarde Euro ab. CFO Helmut Schmale freut sich über eine massive Reduzierung der Zinslast – und kündigt weitere Zukäufe an.

Die Gea Group tilgt vorzeitig gut die Hälfte ihrer langfristigen Finanzverbindlichkeiten. Wie der Anlagenbauer mitteilte, seien die Finanzsschulden seit Dezember bereits um 400 Millionen Euro reduziert worden.

Die Summe umfasst die vorzeitige Rückzahlung zweier KfW-Kredite im Volumen von rund 72 Millionen Euro, den Rückkauf von Anleihen im Wert von 125 Millionen Euro sowie die Ablösung eines Schuldscheindarlehens über 210 Millionen Euro. Darüber hinaus will der Konzern bis Ende Januar weitere Verbindlichkeiten in Höhe von 100 Millionen Euro ablösen.

M&A-Deal mit PE-Investor Triton hat 1 Milliarde gebracht

Ein Großteil der nun eingesetzten liquiden Mittel stammt aus dem Verkauf der Wärmetauschersparte Heat Exchangers im Frühjahr 2014 an den PE-Investor Triton. Der Deal, eine der größten PE-Transaktionen im vergangenen Jahr, hatte Gea gut 1 Milliarde Euro in die Kasse gespült. Etwa die Hälfte der Erlöse würde nun für die Rückführung der Verbindlichkeiten verwendet, erklärte CFO Helmut Schmale.

Die langfristigen Finanzverbindlichkeiten summieren sich nach diesen Schritten auf noch etwa 415 Millionen Euro, wie Gea bestätigte. Zum Ende des dritten Quartals (Bilanzstichtag: 30.09.2014) hatte hier noch gut eine Milliarde Euro in den Büchern gestanden. Kurzfristige  Finanzschulden weist das Unternehmen nicht gesondert aus. Dennoch spricht einiges dafür, dass Gea damit nun eine positive Nettofinanzposition erreichen dürfte. Diese lag zum Zeitpunkt des letzten Berichts noch bei minus 356,3 Millionen Euro. Konkrete Angaben zum jetzigen Stand wollte Gea nicht vor Veröffentlichung der Jahresbilanz Anfang Februar machen.

„Die Tilgungen werden uns im nächsten Jahr rund 10 Millionen Euro an Zinsen sparen“, rechnet der Finanzvorstand vor. „Mittelfristig wollen wir vorhandene freie Mittel aus aktueller Liquidität und zukünftigen Cashflows für kleine und mittlere Akquisitionen verwenden, um unsere Position als führender Systemanbieter für die Nahrungsmittelindustrie weiter zu stärken.“

Umbau des Konzernportfolios läuft

Mit der Trennung von der Wärmetauschersparte Anfang 2014 hatten die Düsseldorfer den Umbau des Konzernportfolios angestoßen und den Fokus auf die Segmente Nahrungsmittel und Getränke gelegt, auf die 75 Prozent der Auftragseingänge entfallen. Im Oktober 2014 hatte Gea dann das niederländische Unternehmen Klokslag übernommen, das auf die Herstellung von Großanlagen für Schnittkäse spezialisiert ist.

sarah.nitsche[at]finance-magazin.de

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