Synlab

18.05.16
Finanzierungen

Laborkette Synlab leiht sich 190 Millionen Euro über Anleihen

Investor Cinven hat mit Synlab viel vor. Jetzt hat die Laborkette Anleihen über 190 Millionen Euro begeben – auch, um weitere M&A-Deals zu finanzieren.

Die Laborkette Synlab hat Anleihen im Volumen von 190 Millionen Euro auf den Markt gebracht. Die variabel verzinsten Instrumente (sogenannte Senior Secured Floating Rate Notes) laufen bis 2022 und wurden zu einem Kurs von 99,5 Prozent begeben, teilte das Unternehmen mit. Synlab hat die Anleihen privat platziert.

Vor knapp einem Jahr hat der Investor Cinven für 1,85 Milliarden Euro die Mehrheit bei Synlab übernommen. Gemeinsam mit den Minderheitseignern, dem Pensionsverbund Ontario Teachers‘ und dem Pharmakonzern Novo Nordisk, verfolgt Cinven beim größten deutschen Laborbetreiber einen aggressiven Zukaufskurs: Im laufenden Jahr hat Synlab acht kleinere Wettbewerber im Wert von 70 Millionen Euro zugekauft, teilte der Konzern heute mit. Im vergangenen Jahr habe Synlab in 22 Deals Labore für mehr als 100 Millionen Euro gekauft.

Dass Synlab-CEO Bartl Wimmer und der zuständige Cinven-Partner Alex Leslie jetzt an den Anleihemarkt gehen, ist eng mit dem Mega-Zukaufskurs der Laborkette verbunden. Und das in doppelter Weise: Erstens sollen die Erlöse der Anleihe erklärtermaßen dazu dienen, ausstehende Kredite zu refinanzieren, die für Transaktionen aufgenommen wurden. Und zweitens will Synlab das neu aufgenommene Geld auch für „allgemeine Unternehmenszwecke“ verwenden – damit dürften neue M&A-Deals gemeint sein.

Synlab-CEO Wimmer: „Können jeden Wettbewerber kaufen“

Cinven hat Synlab schnell nach dem Zukauf mit dem französischen Wettbewerber Labco zusammengeführt. Nach der Zusammenführung mit Labco ist die Kette mit einem Unternehmenswert von 3 Milliarden Euro und einem Umsatz von 1,5 Milliarden der größte europäische Laborbetreiber. Doch der Marktanteil ist mit europaweit rund 5 Prozent noch moderat.

So bleibt noch viel Spielraum für Synlab, kleinere Wettbewerber günstig aufzukaufen und anschließend Skaleneffekte zu nutzen, etwa im Einkauf. Kapital hat Synlab dafür auch ohne die jetzt begebenen Anleihen genug – auch, weil Ontario Teachers‘ seinen Anteil nach und nach von einem moderaten einstelligen Betrag auf 10 Prozent aufstocken will.

„Wir haben Zugang zu genügend Fremd- und Eigenkapital, um jeden Wettbewerber in Europa zu kaufen“, sagt Synlab-Chef Wimmer in der aktuellen FINANCE-Ausgabe. Die jetzt erlösten 190 Millionen Euro sind nur ein kleiner Teil dieser Summe.

florian.bamberg[at]finance-magazin.de

Wie Bartl Wimmer ein Augsburger Labor zum Milliardenkonzern machte und welche Pläne er unter dem neuen Eigentümer Cinven hat, lesen Sie in der aktuellen FINANCE-Ausgabe.