Die Anleihegläubiger des angeschlagenen Fahrradherstellers Mifa haben einen Vertreter bestimmt – doch das war erst der Anfang.

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23.07.14
Finanzierungen

Mifa: Gläubiger bevollmächtigen Vertreter

Die Anleihegläubiger des angeschlagenen Fahrradhersteller Mifa haben einen Vertreter gewählt. Nun beginnen harte Verhandlungen – denn die Forderungen von Mifa und Investor Hero sind happig.

Kurzes Aufatmen bei Mifa: Auf der heutigen Gläubigerversammlung des Sangerhausener Fahrradherstellers haben die Gläubiger mit One Square Advisory-Chef Frank Günther einen gemeinsamen Vertreter aller Anleihegläubiger gewählt. Wäre die Wahl wieder gescheitert, hätte dem Unternehmen ein wichtiges Bindeglied gefehlt, um seine Forderungen bei den Gläubigern durchzusetzen – eine ernsthafte Bedrohung für die Existenz.  

Doch die Kuh ist längst nicht vom Eis: Bisher haben die Gläubiger lediglich zugestimmt, dass One Square Advisory sie vertreten darf, den Forderungen von Mifa haben sie noch nicht zugestimmt – sind wären dazu jetzt aber immerhin bevollmächtigt. Und die haben es in sich: Zum einen will Mifa zunächst eine Stundung der am 12. August 2014 fälligen Zinsansprüche der Mittelstandsanleihe. Zudem bittet das Unternehmen die Gläubiger um den vorübergehenden Verzicht der Kündigungsrechte bis Ende Oktober. Und auch der rettende Investor Hero Cycles übt Druck aus: Die Gläubiger sollen aus 60 bis 80 Prozent des Nennwerts ihrer Forderungen verzichten.

Mifa: Gläubiger sollen große Opfer bringen

Mifa-Vorstand und CRO Stefan Weniger gibt sich optimistisch und bezeichnete die Zustimmung als ein wichtiges Signal für die Zukunft von Mifa: „Wir werden keine Zeit verstreichen lassen und gemeinsam mit One Square Advisory die kommenden Schritte zur Restrukturierung der Anleihe besprechen“, sagte er. Doch ob der Vertreter zustimmen wird, bleibt angesichts der großen Opfer, die die Anleihegläubiger bringen müssen, fraglich. Zumindest dürfte er auf größere Zugeständnisse der Aktionäre drängen.

Von ihrem investierten Geld haben die Gläubiger bislang noch nichts gesehen. Und vor allem ist nicht klar, wie schlimm genau die Lage bei Mifa nach dem Bilanzskandal aussieht: Zahlen für 2013 und die korrigierten Jahresabschlüsse für die Vorjahre liegen noch nicht vor.

julia.becker[at]finance-magazin.de


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