Mifa: Zweite Gläubigerversammlung muss Durchbruch bringen

Mifa

18.07.14
Finanzierungen

Mifa: Zweite Gläubigerversammlung muss Durchbruch bringen

Beim Fahrradhersteller Mifa geht es um alles: Für nächste Woche ist eine Gläubigerversammlung anberaumt. Wird wieder kein Anleihevertreter ernannt, steht die Rettung auf der Kippe.

Am kommenden Mittwoch geht es für Mifa um alles: Die Gläubiger des angeschlagenen Fahrradherstellers aus Sangerhausen in Sachsen-Anhalt müssen über einen gemeinsamen Vertreter der Anleihegläubiger entscheiden. Das war in der ersten Abstimmung im Juni gescheitert. Nun ist mindestens ein Quorum von 25 Prozent nötig, um einen Vertreter zu bestimmen. Nur mit dem wichtigen Bindeglied zwischen Bondholdern und Unternehmen kann es vermutlich zu der Zinsstundung kommen, die für den Fahrradhersteller so existentiell wichtig ist.

Konkret geht es um die Stundung der am 12. August 2014 fälligen Zinsansprüche. Zudem bittet die Mifa ihre Gläubiger  um den vorübergehenden Verzicht auf ihre Kündigungsrechte bis zum 31. Oktober 2014. Weiterhin erwartet der rettende Investor Hero Cycles aus Indien von den Anleihegläubigern einen Verzicht in Höhe von 60 bis 80 Prozent des Nennwerts. Der Markt nimmt dieses Zugeständnis der Bondholder bereits vorweg: Aktuell  notiert die Mifa-Mittelstandsanleihe bei rund 22 Prozent.

Neben den Rechtsanwälten Dr. Greger & Collegen hat auch Frank Günther von One Square Advisors seinen Hut in den Ring geworfen, der bereits bei anderen gestrauchelten Mittelstandsanleihen die Interessen der Anleihegläubiger  vertritt. „Bei der Restrukturierung der Mifa kommt den Anleihegläubigern ein besonderes Gewicht zu, die Zukunft des Unternehmens hängt an ihrer Zustimmung zu einem Restrukturierungskonzept“, sagt Günther. Inzwischen befinde er sich mit der Gesellschaft in einem konstruktiven Dialog. „Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, dass die Anleihegläubiger kompetent und stark vertreten sind", wirbt Günther um Vertrauen.

Bei der Mifa droht ein Bilanzskandal

Mifa hatte seine Anleihe über 25 Millionen Euro erst im vergangenen August, also nicht einmal vor Jahresfrist, begeben. Im Überlebenskampf kamen auch Hinweise auf einen handfesten Bilanzskandal ans Tageslicht.

Nach dem krankheitsbedingten Rückzug des früheren Alleinvorstands Peter Wicht muss nun Utz Claassen, besonders bekannt aus seiner Zeit als EnBW-Chef, retten, was zu retten ist. Welchen Spielraum er dafür bekommt, wird sich am Mittwoch entscheiden.

Alle Hintergründe zur Krise und Restrukturierung des Fahrradherstellers finden Sie auf unserer Themenseite zu Mifa.