Joh. Friedrich Behrens

28.07.14
Finanzierungen

Refinanzierung gefährdet? Investoren verkaufen Behrens-Anleihe

Der Befestigungsspezialist Joh. Friedrich Behrens hat die Covenants für den Konsortialkredit im ersten Quartal 2014 erneut gerissen. Das kommt zur Unzeit, denn am Donnerstag läuft der Kredit aus.

Tage der Wahrheit in Ahrensburg: Am Donnerstag läuft der Konsortialkredit des Befestigungsmittelherstellers Joh. Friedrich Behrens aus. Dann muss der von fünf Banken begebene syndizierte Kredit, der Ende 2013 noch ein Volumen von 10 Millionen Euro umfasste, refinanziert werden. Behrens hält sich zu dem Vorgang bedeckt und verwies lediglich vor einiger Zeit auf planmäßig verlaufende Tilgungen.

Die aktuelle Liquiditätslage des Konzerns ist schwer zu durchschauen: Ende 2013 gab Behrens seinen Finanzierungsrahmen unter Berücksichtigung der im Eigenbestand gehaltenen Anleiheanteile und Avallinien mit 3,4 Millionen Euro an. Im Zwischenbericht zum ersten Quartal spricht Behrens zudem davon, dass Anteile der Mittelstandsanleihe, die das Unternehmen bis dato im Eigenbestand hielt,  über die Börse platziert worden seien. Das 2011 erwünschte Zielvolumen von 30 Millionen Euro der im Segment BondM der Börse Stuttgart begebenen Anleihe sei damit erreicht worden. Gezeichnet hätten fast ausschließlich Privatanleger, schreibt der Konzern weiter.

Einer der wenigen institutionellen Investoren hat derweil seinen Rückzug eingeleitet. Die KFM Deutsche Mittelstand AG teilte mit, dass der Fonds die Mittelstandsanleihe aufgrund des fortlaufenden Covenantbruchs verkauft habe. Dennoch notierte der Titel kaum schwächer mit 100 Prozent bei Par.

Joh. Friedrich Behrens: Konsortialkredit läuft Ende Juli aus

Die Covenants des Konsortialkredits beziehen sich auf die Bereiche Eigenkapitalausstattung, Verschuldungs- und Zinsdeckungsgrad. Nähere Details sind nicht bekannt. Der Konsortialkredit ist nach der Mittelstandsanleihe die zweitwichtigste Finanzierungssäule des Unternehmens.

Drei von vier Covenants konnten bereits Ende 2013 nicht eingehalten werden. Der Konzern hatte dies damals mit der gesunkenen Ertragskraft und dem aus einer Übernahme resultierenden Bestandsaufbau begründet.

Doch auch jenseits der belastenden Sondereffekte haben sich die Geschäfte des Mittelständlers nicht gut entwickelt. Von 2010 bis 2013 wuchs zwar der Umsatz von gut 80 Millionen Euro auf rund 93 Millionen Euro. Die Profitabilität der Gruppe verschlechterte sich in dieser Zeit jedoch. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sank von 5,9 auf 2,3 Millionen Euro. Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit halbierte sich von 2012 auf 2013 von 4,3 auf 2,1 Millionen Euro2013 musste Joh. Friedrich Behrens unterm Strich  einen Fehlbetrag nach Minderheitenanteilen von 2,66 Millionen Euro ausweisen.

Im ersten Quartal 2014 schien sich die Lage jedoch stabilisiert zu haben. Der Umsatz stieg um 13 Prozent, das Ebit zog im Vorjahresvergleich von 1,0 auf 1,6 Millionen Euro an. Den erneuten Bruch der Kreditklauseln konnte Behrens damit gleichwohl nicht verhindern.

Nun tickt der Countdown für die Bankenverhandlungen. Ende Mai gab sich Behrens optimistisch, den Kredit um „mindestens ein weiteres Jahr“ verlängern zu können. Eine neuere Aussage des Unternehmens liegt nicht vor. Eine FINANCE-Anfrage blieb zunächst unbeantwortet.

marc-christian.ollrog[at]finance-magazin.de