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Basketballstar LeBron James steigt bei Canyon ein

Basketballstar LeBron James steigt bei Canyon Bicycles ein. Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Luis M. Alvarez
Basketballstar LeBron James steigt bei Canyon Bicycles ein. Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Luis M. Alvarez

Er zählt zu den bekanntesten Persönlichkeiten weltweit: Basketballstar LeBron James. Jetzt ist der US-Sportler bei dem deutschen Fahrradkonzern Canyon als Investor in den Sattel gestiegen. Bei dem Koblenzer Unternehmen steigt James mit seiner Investmentfirma LRMR ein, die er gemeinsam mit seinem Geschäftspartner und Sportmarketing-Geschäftsmann Maverick Carter führt.

Neben LRMR hat sich außerdem das US-amerikanische Private-Equity-Unternehmen SC Holdings an Canyon beteiligt. Für ihre kleineren Minderheitsbeteiligungen an Canyon sollen die beiden US-Investoren 30 Millionen Euro bezahlt haben, wie das „Handelsblatt“ unter Berufung auf Finanzkreise berichtete. Damit würde die Bewertung des Fahrradkonzerns aktuell bei rund 750 Millionen Euro liegen.

Canyon will im US-Geschäft wachsen

Das Geld aus der Finanzierungsrunde soll Canyon dabei helfen, im für den Konzern wichtigen US-Markt zu wachsen. Bereits jetzt steuert dieses rund ein Viertel zum Jahresumsatz von Canyon bei und ist damit der zweitwichtigste Markt des Fahrrad-Konzerns. Um die Bekanntheit der deutschen Marke in den USA zu steigern, dürfte die Bekanntheit des prominenten Neuinvestors LeBron James in jedem Fall von Vorteil sein. Neben dem US-Geschäft wollen die Koblenzer zudem ihr Wachstum im Bereich E-Bike voranreiben.

„Wir waren zwar nicht aktiv auf der Suche nach neuen Investoren, aber LRMR und das SC-Team haben unsere Mission, das inspirierendste und innovativste Fahrradunternehmen der Welt zu gestalten, sofort verstanden“, kommentiert Unternehmensgründer Roman Arnold den Einstieg der Unternehmen. Die Transaktion hat Baird als Finanzberater für die bestehenden Aktionäre von Canyon begleitet.

Fahrradbranche bleibt für Private Equity interessant

Der Einstieg von LRMR und SC Holdings bei Canyon zeigt, dass das Fahrradgeschäft eine attraktive Branche nicht nur für Private-Equity-Investoren geworden ist. Besonders die Coronakrise hat die Branche auf Wachstumskurs gebracht. Erst Ende 2020 war Canyon von der belgischen Beteiligungsgesellschaft Groupe Bruxelles Lambert (GBL) übernommen worden. Während der Transaktion wurde das Unternehmen mit rund 800 Millionen Euro inklusive Schulden bewertet.

Zu den weiteren Beteiligungen von GBL zählen börsennotierte Konzerne wie Adidas, der Anlagenbauer Gea und das Spirituosenunternehmen Pernod Ricard. Wie GBL-Deutschlandchef Jens Riedl im FINANCE-Interview verriet, wollen die Belgier den Fokus künftig jedoch verstärkt auf Minderheitsbeteiligungen an nichtgelisteten Unternehmen legen.

CFO Winfried Rapp gibt CEO-Posten ab

Das der Fahrradhersteller vermehrt auf internationale Präsenz setzt, zeigt sich auch an der Spitze. Nachdem Geschäftsführer Armin Landgraf seinen Posten Ende September letzten Jahres abgegeben hatte, war auf ihn zunächst Finanzchef Winfried Rapp in der Position interimistisch gefolgt. Rapp war selbst erst im Juni 2021 zu Canyon gewechselt und kurz darauf zum CFO berufen worden.

Inzwischen hat Nicolas de Ros Wallace zum 1. März den Chef-Posten übernommen. Rapp bleibt Finanzchef und agiert weiterhin als Mitglied der Geschäftsführung. De Ros Wallace wechselte von Nike zu Canyon, wo er als Vice President und General Manager der Jordan Brand in der EMEA-Region tätig war. Seine Hauptaufgabe bei Canyon ist es nun, die internationale Präsenz zu stärken.

jasmin.rehne[at]finance-magazin.de

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Jasmin Rehne ist Redakteurin bei FINANCE und verfolgt scherpunktmäßig die Themen Controlling und Personal. Sie hat in Marburg Sprache und Kommunikation studiert. Neben ihrem Studium arbeitete Jasmin Rehne bereits als studentische Hilfskraft bei FINANCE.

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