Der Traktorhersteller Claas besorgt sich frisches Geld: Er hat drei Schuldscheindarlehen über 300 Millionen Euro begeben.

Claas

31.03.15
Finanzierungen

Claas begibt Schuldscheine über 300 Millionen Euro

Der Traktorhersteller Claas besorgt sich frisches Geld. Der Schuldschein ist für die Unternehmensgröße von Claas sehr groß, zumal die Ostwestfalen zuletzt einen kräftigen Ergebniseinbruch hinnehmen mussten.

Der Traktorhersteller Claas hat drei Schuldscheindarlehen über zusammen 300 Millionen Euro begeben. Die Laufzeit der Schuldscheine liegt zwischen fünfeinhalb und neuneinhalb Jahren.

Die Schuldscheine dienen allgemeinen Unternehmenszwecken und der Refinanzierung bestehender Verbindlichkeiten, erklärt die Anwaltskanzlei Latham & Watkins, die das Unternehmen aus dem ostwestfälischen Harsewinkel beim Abschluss der Transaktionen beraten hat. Als Bookrunner seien die Landesbank Baden-Württemberg und die DZ Bank beteiligt gewesen.

2014 musste Claas Ergebniseinbruch wegstecken

Die Emission kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Landmaschinenhersteller ein wenig von seinem früheren Glanz eingebüßt hat: Bei wichtigen Kennzahlen blieb Claas 2014 hinter dem Vorjahr zurück. Der Umsatz ist zwar mit 3,8 Milliarden Euro fast gleich geblieben. Doch das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) ist von 421 auf 328 Millionen Euro gefallen. Der Gewinn ging von 212 auf 113 Millionen Euro zurück. Der Cashflow sank gar von 248 auf 50 Millionen Euro.

Claas nennt die neuen EU-Abgasnormen als einen Faktor, warum die Kosten gestiegen und so die Umsatzmarge gefallen sei. Außerdem musste Claas eine Abschreibung auf eine Fabrik in Russland tätigen – der Grund sind die wachsenden Risiken, die sich durch die angespannte Beziehung zwischen Moskau und dem Westen ergeben. So stiegen die Wertminderungen von 83 Millionen Euro im Vorjahr auf 133 Millionen.

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Claas hat schon früher mit innovativen Finanzierungen aufgewartet

Claas gehört schon zu lange zu den Mittelständlern mit der innovativsten Finanzierungsstrategie. So ist die aktuelle Schuldscheinemission auch nicht die erste in der Unternehmensgeschichte. Zuletzt hatte das Familienunternehmen im Jahr 2009 einen Schuldschein über 250  Millionen Euro begeben, dessen Tranchen zwischen drei und sechs Jahren lagen.

Schon zu Beginn der 2000er-Jahre trat Claas unter der Führung des damaligen Finanzchefs Rüdiger A. Günther als Finanzierungsinnovator auf, als sich der damals noch deutlich kleinere Konzern über Private Placements Geld direkt von US-Investoren besorgte – zur damaligen Zeit ein außergewöhnlicher Schritt.

florian.bamberg[at]finance-magazin.de