Surteco drückt seine Zinslast.

Gregor Eisele - Kaloo Images

16.10.17
Finanzierungen

Surteco spielt 200 Millionen Euro mit Schuldschein ein

Surteco hat sich per Schuldschein 200 Millionen Euro geliehen und spart Zinskosten in Millionenhöhe. Die Oberbayern haben sich damit gegen einen Konsortialkredit entschieden.

Erfolg für CFO Andreas Riedl: Der Möbelzulieferer Surteco hat sich durch eine Schuldscheinemission 200 Millionen Euro Fremdkapital beschafft. Der Durchschnittszins liegt bei rund 1,4 Prozent, erklärte ein Firmensprecher auf Anfrage von FINANCE. Das Zielvolumen habe ursprünglich nur bei 100 Millionen Euro gelegen. Wie Riedl vor wenigen Wochen sagte, standen bis zuletzt auch ein Konsortialkredit und ein US-Private-Placement zur Debatte.

Surteco stellt Oberflächen aus Kunststoff und Papier für die Veredlung von Möbeln her. Zum Sortiment gehören etwa Plastikfolien, die Böden und andere Flächen so aussehen lassen, als seien diese aus Holz.

Der Schuldschein erfüllt zwei Zwecke, gab Surteco weiter bekannt: Erstens dient er dazu, den Kauf des portugiesischen Wettbewerbers Probos zu refinanzieren. Surteco hatte Probos im Juli für knapp 100 Millionen Euro übernommen und dafür einen Brückenkredit aufgenommen, den der bayerische Konzern jetzt ablöst.

Surteco löst teure US-Privatplatzierung ab

Zweitens refinanziert Surteco mit der Emission einen Teil einer US-Privatplatzierung von 150 Millionen Euro. Diese hatte Surteco 2007 begeben, als das Zinsumfeld noch ein ganz anderes war. Das erklärt den aus heutiger Sicht enormen Zinssatz von über 5,5 Prozent.

Die erste Tranche hatte Surteco schon bedient. Jetzt löst das Unternehmen die 70 Millionen US-Dollar hohe zweite Tranche ab, übrig bleibt die dritte Tranche über 60 Millionen Euro, die 2019 ausläuft. Auf das gesamte Volumen gerechnet, würde die Refinanzierung der Privatplatzierung zu den Konditionen des jetzt emittierten Schuldscheins Surteco Zinskosten von fast 6 Millionen Euro pro Jahr sparen. Gemessen am Vorsteuerergebnis des vergangenen Jahres von 35 Millionen Euro ist dies ein signifikanter Betrag, der die zusätzlichen Zinskosten, die die fremdfinanzierte Probos-Übernahme verursacht, mehr als kompensieren dürfte.

Das Emissionsvolumen des Schuldscheins verteilt sich nach Angaben von Surteco auf Laufzeiten von 5, 7 und 10 Jahren, überwiegend mit fester Verzinsung. Die Transaktion wurde von der Bayerischen Landesbank und der Deutschen Bank arrangiert.

florian.bamberg[at]finance-magazin.de

Seit 2006 leitet Riedl bei Surteco das Finanzressort, seit Sommer dieses Jahres ist er Teil des Vorstands. Weitere Karriere-Highlights und Informationen zu ihm finden Sie auf dem FINANCE-Köpfe-Profil von Andreas Riedl